Matte-Zytig November 1998
Alles Gute kommt...
Nachdem das Nachtfahrverbot - wahrscheinlich die wirksamste Lösung unserer
Nachtlärm- und Parkproblemen - leider nicht realisiert werden kann,
erarbeiteten wir eine Alternativlösung:
Nächtliche Einbahnstrasse!
Das Erfreulichste dabei ist, dass die Polizeidirektion unseren Vorschlag
wohlwollend zur Überarbeitung entgegengenommen hat. An unserer
öffentlichen Versammlung vom 18. Januar
werden Sie die Details hierzu erfahren und sich nochmals äussern können.
Möglicherweise wird zur Realisierung wiederum einige Zeit verstreichen!
Immerhin ist es denkbar, dass das
Parkierungsproblem
vorher über die Blaue Zone endlich gelöst werden kann; alternativ könnte
die «europataugliche» Weisse Zone in Frage kommen, welche
gewerbefreundlicher ausgelegt und auch nachts wirkt. Bereits vor vier Jahren
äusserten wir den Wunsch eines
Auffangnetzes bei der Plattform.
Nun ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen! auch wenn dadurch das
Problem der Todesstürze nicht gelöst ist, scheint uns doch die Situation an
der Badgasse nicht vergleichbar mit anderen «Plätzen». Ein weiterer
Höhepunkt in unserem Quartier steht mit den
Matte-Cards
bevor. Ich hoffe dass es uns gelingt, allen Leist-Mitgliedern diese
termingerecht zuzustellen. Weitere Informationen ersehen Sie ebenfalls im
Innenteil der MATTE-ZYTIG.
Auch wenn vorerst die Angebote und Vergünstigungen noch nicht sehr
reichhaltig sind, bedeutet dies doch ein wichtiger Schritt zur intensiveren
Zusammenarbeit, Zugehörigkeit und Förderung der Interessen des
Matte-Gewerbes und seiner Bewohner. Die Liste der «Angebote» wird in jeder
MATTE-ZYTIG wieder neu definiert und ausgebaut. Gleichzeitig starten
wiederum unsere offenen
Adventsfenster.
Wir möchten dabei unterstreichen, dass diese ebenso das Ziel anstreben,
uns gegenseitig kennen zu lernen! Und diese Möglichkeit steht allen
Matte-Bewohnern offen - nicht nur Leist-Mitgliedern! Persönlich erlaube ich
mir darauf hinzuweisen, dass die Begegnungen im Sinne eines Aperos gedacht
sind und nicht als Nachtessen! Die «Reihe» der Adventsfenster wird eröffnet
Dienstag, 1. Dezember, mit dem Matte-Höck im Wöschhüsi (ab 19.00
Uhr). Von 18.00 - 19.00 Uhr wird auf dem EWB-Bödeli ein künstlerischer
Brunnen eingeweiht - mit einem Gratis-Glühwein!
Wir freuen uns auf möglichst viele neue Bekanntschaften!
Im Namen des Redaktionsteams und des Leistes wünsche ich allen Lesern
frohe Festtage und ein glückliches, neues Jahr!
von Paul von Kaenel.
Immer wenn es hier - auch in der Matte - nass und grau wird, muss ich mich
an Erinnerungen klammern, die das Nass und Grau erträglich machen. Eine
solche Erinnerung ist auch eine Reise, die ich vor Jahren getätigt habe und
von welcher ich eigentlich nie mehr ganz zurückgekehrt bin. Begonnen hat es
eigentlich ganz harmlos. Geplant war eine Reise in die von mir
hochgeschätzte und geliebte Toskana. Nichts sonderlich Originelles, und doch
immer wieder erlebenswert. Der Einstieg in diese Tage in der Toskana war das
einzige, das geplant war. Ausgangspunkt Bologna. Hinter Bologna bietet sich
- noch auf der Seite der Emilia - Romagna - Abfahrt Roncobilaccio an. Von
dort führt die Strasse nur ein paar Kilometer durch einen rauhen
Gebirgsabschnitt des Apennin bis zum Futa-Pass auf ca. 950 Meter Höhe.
Hinter diesem Höhenzug erstreckt sich das Mugello, ein abgelegenes Tal, das
meine Sinne belebt hat, und mich nie mehr losgelassen hat. Tradition und
Handwerk werden hier noch gelebt. Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben.
Unweit von Scarperia liegen das «Autodromo», die berühmte Formel-1-Rennpiste
des Mugello-Tals, und viele malerische Ortschaften wie Borgo San Lorenzo am
Weg. Von hier aus kann man einem Fluss - Sieve - bis Rufina und Pontassieve
folgen und bei Incisa wieder auf die Autobahn Richtung Rom fahren. Möchte
man aber lieber Florenz besuchen, lohnt sich die Besichtigung von ein paar
Landvillen entlang der Strada 65, die vor 4- 500 Jahren von den Medicis als
Sommerresidenzen erbaut worden waren. Zu nennen wäre das Castello in
Cafaggiolo, eine von Zypressen umgebene Villa in Trebbio und die Villa
Demidoff in einem weitläufigen Park. Da verlässt man schon gerne mal die
Gegenwart und beginnt zu schwelgen.
Über Careggi, ein Medici-Palazzo, der heute als Verwaltungstrakt eines
Spitals dient, oder die andere Variante: über die Etruskerstadt Fiesole in
Richtung Florenz. Eine wunderbare Gegend, in der man sich verweilen kann ...
...und da kommt mir noch die Panoramastrasse über den Abetone-Pass bis
Lucca in den Sinn. Wenn man eine gemütliche Reise vor sich hat, mit Zeit für
den einen oder andern Abstecher und doch letztendlich ans Mittelmeer will,
kann man zum Beispiel schon bei Modena die Autobahn verlassen. Über die
kurvenreiche Bergstrasse von Pavullo geht es bis auf sagenhafte 1400 Meter
zum Abetone-Pass. Hier befindet sich übrigens eines der schönsten
Naturschutzgebiete Mittelitaliens. Via Cutigliano gelangt man nach San
Marcello. Hier kann man einen Zwischenhalt bei den sehenswerten
Thermalbädern Bagni di Lucca einlegen, wo es sich einst auch schon Napoleons
Schwester und der Deutsche Heinrich Heine gut gehen liessen. Über die
elegante «Teufelbrücke» Ponte della Maddalena am Südrand der Garfagnana bei
Borgo a Mozzano gelangt man dann nach kurzer Fahrt nach Lucca. Und da
beginnt eine neue Geschichte. Wenn ich an die Weite, die Wälder, die
wunderbaren Häuser und Residenzen denke, entschwinde ich in eine Welt, die
das Träumen noch zulässt und lebt. Danke, dass sie mich auf meiner Reise,
weg von allen Grautönen und Pfützen, ein wenig begleitet haben.
Liebe Brit
Du hast mich in Deinem letzten Brief gefragt, ob mir das Stadtleben immer
noch gefällt, und ob ich in meinem Quartier wirklich zu Hause sei.
Ich werde gern in den nächsten Briefen auf Deine Fragen zurückkommen und
Dir unser Quartierleben etwas beschreiben. Doch um es vorweg zu nehmen: ja,
ich bin auch noch nach einem Jahr sehr glücklich, in dieser Stadt und
besonders in diesem Stadtteil zu leben!
Gerade passend war der Monat Dezember der erste Monat am neuen Wohnort:
bald erfuhr ich nämlich von der Adventsfensteraktion und nutzte die
Gelegenheit, verschiedenste meiner neuen Nachbarn kennenzulernen. Ich freute
mich sehr, dass nicht bloss eine «small talk» - Unterhaltung stattfand,
sondern dass die Leute ihr Interesse an neuen Gesichtern zeigten. Bald war
man per «Du» - und besonders schön ist, dass diese nachbarschaftlichen
Bekanntschaften über den Jahreswechsel hinaus standhielten.
Liebe Brit
Du kannst Dir kaum vorstellen, dass man in der geschäftigen Stadt
nachbarschaftliche Beziehungen pflegen kann ?
Weisst Du, manchmal sage ich einfach nur, dass die Matte wie ein eigenes
Dorf in der Stadt ist. Es gibt Tage, da treffe ich jemanden am Morgen in
einem der kleinen Quartierladen und abends in der «Beiz». Das Gefühl, nicht
anonym zu sein, tut sehr gut. Ich glaube, es liegt in der Natur der Sache,
dass man sich dort heimisch fühlt, wo man mit dem Namen angesprochen wird.
Das Einkaufen im Quartier empfinde ich ebenso persönlicher und bequemer als
im Zentrum. Wenn Du das nächste Mal zu Besuch bist, werde ich Dir gern auch
die verschiedenen Restaurants hier zeigen: durch ihre Vielfalt decken sie
für Bewohner und «Auswärtige» viele unterschiedliche Bedürfnisse ab!
Liebe Brit
Ich blieb mit meinen Schilderungen in den Wintermonaten stehen. Mit der
warmen Jahreszeit bekommt auch das gesellschaftliche Leben eine weitere
Dimension: lange Sommerabende werden bei einem gemeinsamen Glas Wein
verbracht, man winkt sich vom Balkon her zu oder man trifft sich auf dem Weg
ins Marzili.
Die freundschaftliche Stimmung ist nicht nur innerhalb der Matte spürbar.
Bern lebt im Sommer auf - und ich wünsche mir jeweils, dass dieses Bild von
Bern nicht ganz vom Herbstwind weggeweht wird...
Liebe Brit
Ich glaube, Du kannst nun besser verstehen, weshalb ich gerne hier wohne.
Aber Du hast recht: es darf nicht bei den netten Gefühlen bleiben. Ich
wünsche mir, dass Nachbarschaft in der Matte weiterhin für Anteilnahme,
Hilfsbereitschaft und Solidarität steht. Ich glaube, dass wir in einer Zeit
des immer stärker und wichtiger werdenden Individualismus solide
Nachbarschaften und Freundschaften brauchen. Wir brauchen Geborgenheit und
sind aufgefordert, Geborgenheit zu vermitteln. Ich hoffe, dass die Matte in
diesem Sinn ihrem Charakter treu bleibt!
Nicht allen Zeitgenossen passt
ein abgesichertes, aber unfreies Angestelltendasein mit starren Arbeitszeiten,
(relativer) sozialer Sicherheit und geregelten Ferien. Immer mehr Risikofreudige
wagen den Schritt in die Selbständigkeit. So auch Josef Sutter, der
Swatch-Spezialist und Uhrendoktor in der Matte.
Elisabeth Heinzelmann
Einmal sein eigener Herr und Meister sein, das hätte sich der angelernte
Uhrmacher nicht träumen lassen, als er vor rund 25 (?) Jahren in einer
Solothurner Uhrenfabrik sein Glück als Akkordarbeiter versuchte. «Das war
alles andere als befriedigend», erinnert er sich. «Ich konnte immer nur
einen kleinen Teil bearbeiten. Mich aber interessierte, die ganze Mechanik
in den Griff zu kriegen.» So beschloss er, das Uhrmacherhandwerk von Grund
auf zu erlernen. Es folgten (Gesellenjahre), in denen er für mehrere grosse
Uhrenmarken tätig war. «Dies gab mir einen Einblick in die
Eigentümlichkeiten verschiedenster Fabrikate, der mir heute noch nützlich
ist», kommentiert Sutter. Doch als eines Tages ein Freund ihm vorschlug, den
Uhrmacherberuf an den Nagel zu hängen und die Kunden seines Sportgeschäfts
zu betreuen, lockte den begeisterten Skifahrer und Tennisspieler die
Herausforderung. Doch trotz Verkauf von Sportartikeln blieb das Tüfteln an
defekten Uhren seine heimliche Leidenschaft, der er im eigenen Atelier in
seiner Wohnung manche freie Stunde widmete. Mit der Zeit verschlechterte
sich jedoch das Arbeitsklima im Sportgeschäft, musste Sutter gegenüber den
Kunden eine Verkaufspolitik vertreten, zu der er menschlich nicht stehen
konnte. Was tun? Unterdessen wehte in der Uhrenbranche ein frischer Wind.
Mit dem Aufkommen elektronischer Zeitmesser nahmen viele an, die mechanische
Uhr habe nun endgültig das Zeitliche gesegnet. Junge Leute sahen keine
Zukunft mehr im Uhrmacherberuf, und die Uhrenläden wollten nur noch rasch
Kasse machen und sich vor Reparaturen drücken: der Dienst am Kunden war
Nebensache. Hier bot sich eine echte Marktlücke für einen gewieften
Uhrenspezialisten, der mit dem Innenleben unterschiedlichster Fabrikate
vertraut war. Kurzum packte Sutter seine Chance. Recht bescheiden begann er,
in den eigenen vier Wänden Uhren in Stand zu setzen, sich ein Renommee als
kompetenter Uhrmacher aufzubauen. Schliesslich wurde ihm die eigene Bude zu
eng, er machte sich auf die Suche nach einem Lokal in der Berner Altstadt.
Seit zwei Jahren hat er sich nun in der Matte eingenistet, mausert sich der
kleine Laden an der Gerberngasse 13 zum Mekka der Swatch-Liebhaber und
Adresse für kränkelnde Uhren. Montag-, Mittwoch- und Donnerstagnachmittag
ist er für seine Kunden da, daneben steht er Geschäften grosser Marken für
Reparaturen zur Verfügung. «Man muss sich auf die Marktsituation einstellen,
flexibel auf die Wünsche der Kunden reagieren», zieht Josef Sutter Bilanz.
«Das kann ich aber nur, wenn ich auf selbständigen Füssen stehe und die
Leute im eigenen Laden betreuen kann.»
Dass sich nicht nur Männer für die berufliche Unabhängigkeit entschliessen, zeigt ein weiteres Beispiel:
Elisabeth Heinzelmann
Ein Blick in das originell hergerichtete Schaufenster und der Kenner weiss:
hier sind kreative Geister am Werk. Am Nydeggstalden 4, im Grenzland
zwischen Aarerepublik und unterer Stadt, haben zwei Power- Frauen der Haute
Couture ihr Reich der Stoffe und Accessoires etabliert. Neue Modelle und
Schnitte kreieren, ideenreich mit Stoffen und Zierat umgehen, das hat dem
Duo der Couture Deux schon von Kindesbeinen an im Blut gelegen. «Das war
überhaupt nie eine Frage», lacht die blonde Susanne Kocum, Sprössling einer
österreichischen Musikerfamilie: «Ich wollte Schneiderin werden!» «Ein
anderer Beruf stand für mich nie zur Diskussion», doppelt die dunkeläugige
Margrit Walther nach. Ihr Handwerk hatten sie zuerst an der
Frauenarbeitsschule von der Pieke auf erlernt. Susanne Kocum eignete sich
dann die Hohe Schule der Haute Couture in einem Genfer Atelier an, blieb
aber stets in Kontakt mit ihrem Berner Lehrmeister. Auf seinen Rat kam sie
zurück als Ausbildungsassistentin, merkte aber bald, dass sie in diesem
Angestelltendasein ihren Durst nach Kreativität und Selbständigkeit nicht
stillen konnte. Geschickt nutzte sie aber diese Zeit an der Schule, um das
eidgenössische Diplom in Damenschneiderei zu absolvieren. Unschlüssig über
ihre Zukunft, kam sie eines Tages mit einer Leidensgenossin ins Gespräch:
Margrit Walther hatte denselben beruflichen Weg gewählt, und war von ihrer
momentanen Arbeit ebensowenig begeistert. «Wieso machen wir uns nicht
selbständig?» schlug sie vor. Gesagt, getan. Auf der Suche nach einem
originellen Raum für ihr Atelier spazierten sie eines Samstagnachmittags
durch die Postgasse. Ja, dieses Kellerlokal, das sollte ihre erste
(Werkstatt) sein. «Für uns kam nur die Altstadt in Frage», erinnert sich
Susanne Kocum. «Vom Zytglogge aarewärts wirken die Leute viel entspannter,
bummeln gemütlich und schauen sich die Schaufenster intensiver an.» Kurzum
schlugen sie hier ihre Zelte auf, mit dem wenigen Inventar, das
Schneiderinnen brauchen: Eine Nähmaschine, eine Büste, ein Bügeleisen - et
voilà Aber das Atelier erwies sich bald als kühle Kellergruft, weshalb die
beiden von Neuem auf die Suche gingen. «Zufällig stiessen wir auf das
Geschäft am Nydeggstalden 4, dessen hintere Zimmer auf den Läuferplatz
hinausgehen», erzählt Margrit Walther. «Das Quartier hat Charakter, es
herrscht hier eine gute Stimmung; wir waren sofort begeistert.» Offenbar
hält diese Begeisterung an, denn bald können die beiden
unternehmungslustigen Kleidermacherinnen '12 Jahre Nydeggstalden', feiern.
Wie bekommen Kundinnen aber Wind von dieser Adresse, rühren doch die beiden
nie die Werbetrommel? «Nur mit Mund-zu-Mund- Propaganda», erklärt Susanne.
«Wir bemühen uns, auf die Kundin einzugehen, ihren Typ herauszufinden und
diesen durch qualitativ hochstehende Kleidung individuell zur Geltung zu
bringen.» Und da selbst in Boutiques der Luxusklasse Qualität und Betreuung
immer mehr zu wünschen übrig lassen, haben die pfiffigen Schneiderinnen alle
Hände voll zu tun. Dazu gehört, auch Neues zu erspähen: Um stets in der
Modebranche die Nase vorn zu haben, stehen sie in regen Kontakt mit einem
versierten italienischen Stoff- und Accessoires-Lieferanten. Seit Susanne's
Schwester aus England ein paar ihrer fantasievollen, selbstkreierten Hüte im
Schaufenster platzierte, läuft auch dieses (Geschäft) auf Touren. Und wenn
sich mal wieder die Aufträge zu stapeln beginnen, greift Mutter Kocum
helfend ein und es wird Nacht- oder Wochenendschicht eingelegt. «Das macht
uns nichts aus», versichert Susanne Kocum. «Denn wir haben riesige Freude an
unserem Beruf.» Margrit Walther nickt: «Ein paar Tage weg, und schon sehne
ich mich nach meiner Arbeit im Couture Deux.
Winter, für die einen die schönste Jahreszeit im Jahr, für die anderen
bedeutet er: «Achtung Grippengefahr!» Das muss überhaupt nicht sein. Mit
nachstehenden Präventionstipps kann sich jeder Mann, jede Frau durch täglich
kurzen Zeitaufwand schützen.
Was versteht man unter Abhärtung?
Abhärten trainiert Haut und Organismus, auf die verschiedensten Reize
richtig zu reagieren. Krankmachende Einflüsse wie Wetterumschlag, thermische
Reize, Schadstoffe in Luft und Nahrung, Keime, Viren und Bakterien kann ein
abgehärteter Mensch abwehren. Über die Haut erreicht man unzählige
Nervenenden, sowie Haut- und Unterhautgefässe. Wasser-, Luft- und Lichtreize
können in der Haut spezifische und unspezifische Abwehrstoffe gegen
Krankheitserreger bilden und speichern, um sie notfalls abzugeben. Aber eben
nur dann, wenn Haut und Organismus lernten, richtig zu reagieren, das heisst
abgehärtet wurden.
Die Haut und die aktive Gesundheitspflege
Fast alle natürlichen Lebens- und Heilreize wenden sich an das Organ Haut.
Sie ist nicht nur Schutzdecke für unseren Körper, sondern auch ein
lebenswichtiges, leistungsfähiges Organ mit verschiedenen Aufgaben. Sie ist
der Spiegel für Gesundheit, Schönheit und Leistungsfähigkeit.
Funktionen der Haut
Regulierung der Körperwärme
Die Haut stellt sich durch ihr Gefäss-Spiel auf äussere Temperaturen ein.
Trifft Kälte unsere Haut, bildet sie entweder neue Wärme, vermindert die
Abgabe vorhandener oder reagiert mit Gänsehaut. Bei zuviel Wärme wehrt sie
sich mit Schwitzen.
Bildung von Abwehrstoffen gegen Krankheitserreger
In der Haut können Abwehrstoffe gebildet, gespeichert und im
Krankheitsfalle abgegeben werden. Die Haut hält Mineralsalze bereit, die für
unsere Gesunderhaltung von grosser Bedeutung sind. In der Haut bildet sich,
unter Einwirkung des Sonnenlichtes, Vitamin D.
Schutzfunktion
Fett lagert sich in die Unterhaut ein und dient dem Organismus als
Schutzpolster und Isolierschicht und bestimmt die Dicke der Haut. Die
gesunde Haut lässt keine Schmutzteilchen und Krankheitserreger eindringen.
Durch zu häufiges Waschen mit alkalischer Seife kann aber ihr
Säureschutzmantel zerstört werden.
Ausscheidungsorgan für Schlacken des Organismus
Durch die unsichtbare Hautatmung verlassen täglich verschiedene
Abfallprodukte den Körper: Wasser, Schweiss und Stoffe, die sonst mit dem
Harn ausgeschieden werden. Starkes Schwitzen kann zur Entgiftung beitragen,
besonders dann, wenn die Nierenarbeit gestört ist.
Schaltstelle für den Blutkreislauf
Jede Durchblutungsänderung in der Haut hat Rückwirkung auf die Durchblutung
des ganzen Organismus und auf das Herz.
Schaltstelle für das Nervensystem
Die Haut als Sinnesorgan mit ihrer Tast- und Temperaturempfindung ist auch
Schaltstelle für das Nervensystem und Empfangsstelle für andere Reize, die
insbesondere auf den Stoffwechsel, die Vitaminbildung und das gesamte
Wohlbefinden des Menschen einen nachhaltigen Einfluss ausüben. Zum Beispiel
führt eine vernünftige Besonnung der Haut bei Verstimmung über eine wohlige
Durchblutung zu einer seelisch-geistigen Anregung und damit zu einer
positiven Stimmung.
Aufnahmeorgan
durch die Haut werden Stoffe wie Badezusätze, Körperöle und Einreibemittel
aufgenommen.
Wie wirkt eine kalte Waschung?
Regelmässig durchgeführte Waschungen wirken abhärtend, beruhigend und
nervenstärkend. Sie verbessern die Hautdurchblutung und wirken entlastend
auf Herz und Kreislauf. Bei Kreislaufstörungen wirken sie heilungsfördernd
und regulierend. Sie stabilisieren den Wärmehaushalt, regen Stoffwechsel und
Ausscheidung an und bewirken eine Harmonisierung im vegetativen
Nervensystem. Akute Infektionskrankheiten verlaufen milder und rascher. Die
kalten Waschungen können auch als örtlich gezielte Massnahmen zur
Verdauungsförderung, als Einschlafhilfe oder zur Fiebersenkung in
Serienwaschungen angewendet werden.
Voraussetzungen für die kalte Waschung
Nie eine kalte Waschung auf kalte Haut! Für die kalte Waschung muss der
Körper gut warm sein. Wird die Waschung am Morgen durchgeführt, ist diese
Bedingung durch die vorhandene Bettwärme gegeben. Am Abend legt man sich vor
einer kalten Waschung am besten zur guten Durchwärmung eine Viertelstunde
ins Bett oder bewegt sich ausgiebig. Der Körper wird nur soweit entkleidet
wie unbedingt nötig. Der Raum soll angenehm temperiert und zugfrei sein. Bei
der Waschung darf man nicht frösteln.
Durchführung einer kalten Waschung
Bei Fieber oder bei kälteempfindlichen Menschen soll temperiertes Wasser
von 18-22 Grad verwendet werden, um einen Kälteschock zu vermeiden. Ein
Leinenwaschtuch oder ein Leinenhandtuch falten wir auf Handgrösse, tauchen
es in kaltes Wasser und drücken es nicht allzustark aus, so dass es nicht
mehr tropft. Mit leichtem Druck ziehen wir einen Wassermantel über die Haut.
Beim Waschen wird das Leinentuch öfters gewendet und bei Warmwerden
zwischendurch wieder in das Wasser getaucht.
Die Waschdauer
Die Waschung wird zügig durchgeführt, jedoch ohne zu hasten. Eine
Ganzwaschung dauert eine bis höchstens zwei Minuten.
Nachbehandlung und Wiedererwärmung
Nach der Waschung nicht abtrocknen. Sofort zurück in das warme Bett gehen
oder sich mit Naturfasern bekleiden und tüchtig bewegen.
Die Oberkörperwaschung
Die Oberkörperwaschung regelt als milder Reiz die Durchblutung in den
Brustorganen und wirkt deshalb günstig bei chronischen und akuten Katarrhen
der Atemwege. Sie hilft bei Erschöpfungs- und Schwächezuständen.
Technik
NUR Oberkörper entkleiden. Die Waschung beginnt am rechten Handrücken beim
kleinen Finger. An der rechten Armaussenseite hochfahren bis zur Achsel, an
der linken Armaussenseite zurück zum Daumen und in einem dritten Strich an
der Arminnenseite hoch bis und mit Achselhöhle. Tuch wenden und den linken
Arm gegengleich waschen. Tuch neu falten und den Hals von rechts nach links
umfahren. Mit sechs Längsstrichen Brust und Seitenpartien bis zur
Gürtellinie waschen. Bei der Frau unter der Brust die liegende 3
durchführen.
Wirkung
Kräftigend und abhärtend, nervenstärkend, durchblutungsfördernd, herz- und
kopfentlastend.
Zu empfehlen bei
Abwehrschwäche, Nervosität, Unausgeglichenheit, chronischen und akuten
Atemwegskatarrhen, Bronchitis, Grippe.
Die kalte Unterkörperwaschung
Diese Anwendung führt zu einer guten Durchblutung der Beine. Abends
angewendet eignet sie sich als Einschlafhilfe.
Technik
NUR Unterkörper entkleiden. Die Waschung beginnt bei der rechten kleinen
Zehe, führt an der Beinaussenseite hoch bis zum Gesäss und über die vordere
Beinmitte zurück zum Fuss. Tuch wenden und an der Beininnenseite wieder
hochfahren über die Leistenbeuge bis zur Hüfte, das Gesäss umfahren und über
die hintere Beinmitte abwärts zur Ferse waschen. Tuch neu falten und linkes
Bein gegengleich waschen. Bauchwaschung durchführen, kreisförmig im
Uhrzeigersinn. Beide Fusssohlen waschen.
Wirkung
Durchblutungs-, Schlaf- und verdauungsfördernd, herzentlastend.
Zu empfehlen bei
Einschlafstörungen, Stauungen in den Beinen, Krampfadern, heissen Beinen.
Die kalte Ganzwaschung
Die kalte Ganzwaschung regt den Kreislauf insgesamt an und ist eines der
besten Abhärtungsmittel. Der ideale Zeitpunkt dafür ist der Morgen, da der
Körper dann genügend Eigenwärme besitzt.
Technik
Erst vor der Waschung Körper nur so weit wie nötig entkleiden. Zügig
waschen, ohne zu hasten. Kein Frösteln aufkommen lassen. Die Ganzwaschung
wird am besten in zwei Etappen durchgeführt: Zügige Oberkörperwaschung und
diesen sofort wieder bekleiden. Unterkörper entkleiden, eine ebenso flotte
Unterkörperwaschung durchführen und Unterkörper wieder bekleiden. Nicht
vergessen, beide Fusssohlen zu waschen. Wichtig ist auch eine richtige
Ernährung, die nötige Bewegung an der Luft und erholsame Ruhephasen.
Vitamin C-Ascorbinsäure
Vitamin C erfüllt im Körper zahlreiche Aufgaben, die teilweise bis heute in
Einzelheiten noch nicht geklärt sind. Vitamin C ist am Aufbau von Knochen
und Zähnen, an der Bildung des Bindegewebes und der Festigkeit der
Blutgefässwände massgeblich beteiligt. Offenbar fördert Vitamin C die
Bildung der weissen Blutkörperchen. Dadurch kann eine wirkungsvolle
Infektabwehr gewährleistet werden. Der Bedarf an Vitamin C liegt bei 75 mg
pro Tag. Alle Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C. 1 Kiwi täglich deckt
den Bedarf an Vitamin C. Ebenso besitzen alle Kohlsorten viel Vitamin C.
Vitamin-C Räuber
Raucher verbrauchen Vitamin C schneller als Nichtraucher. Es ist
nachgewiesen worden, dass starke Raucher bis zu 40 % mehr Vitamin C
benötigen. Ein weiterer Räuber ist die Antibabypille.
Die Nahrung ergänzen
Das Angebot an frischen Lebensmitteln ist heute auch über die Wintermonate
so gross, dass der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen problemlos gedeckt
werden kann. Doch schenkt man der ausgewogenen Ernährung zu wenig Beachtung,
kann man durch Multivitaminpräparate Abhilfe schaffen. Eine grippefreie
Winterzeit wünscht die angehende Wellnesstrainerin I.
Quellen: Praktische Kneipp Anwendungen 1994; Ernährungslehre, zeitgemäss, praxisnah (Schroedel, Gehlen).
Dr läbig "Advänts-Kaländer" ir Matte u ä Zyt der Begägnig
Ab 1. Dezember erleuchten die weihnächtlich dekorierten Fenster. Am
jeweiligen Adventsdatum gehen die Törli für alle Mättelerlnnen auf, und Sie
sind herzlich auf einen Umtrunk eingeladen. Wann und wo entnehmen Sie
untenstehender Liste. In diesem Sinne: auf Wiedersehen im "Adventskalender-
Törli!"
Es freuen sich auf viele neue Bekanntschaften MATTE-Leist und Jacqueline Vuillien
Das Matteänglisch ist mit der Geschichte der Matte verknüpft. Darum hat Res Margot mehrere Dokumente über die alten Zeiten der Matte studiert. In einigen Büchern wird auf eine sagenhafte Kirche in der Matte hingewiesen. Vor einiger Zeit hat nun Res Margot von Yvonne Hausammann (Architektin in der Matte) eine Kopie von Ausschnitten aus einem Buch von 1851 erhalten. Der Artikel ist auf seine Art einzigartig, und wird sicher einige alte und junge Mätteler interessieren. Res Margot hat die wichtigsten Stellen aus der Schrift von 1851 aus alter, für uns recht holprigen Sprache und Schrift übernommen. Wo stand die erste Kirche der Stadt Bern?
Die alte Kapelle an der Matte zu Bern
oder
Das erste Gotteshaus der Einwohnerschaft zur
Zeit des Stadtbaues im Jahre 1191.
Herzog Berchtold von Zähringen, der Gründer Berns, war...
eben nicht als Beförderer von Kirchenbauten bekannt; er verwendete die
Tätigkeit seines Geistes mehr auf kriegerische Unternehmungen...
...Wie dem auch gewesen sein mag, richtete sich der Glaube und die
Frömmigkeit der ersten Einwohnerschaft der Stadt Bern nicht nach den
religiösen Ansichten des Herzogs, sondern war selbständig für sich und
wollte in der neu erbauten Stadt der Segnungen der Kirche nicht entbehren.
Wie dem Krieger über dem Leben die Ehre war, so war den alten Bernern über
der Freiheit der Glaube, ohne welchen Leben, Ehre und Freiheit keinen Wert
haben. Die kleine Schlosskapelle auf der Nydeck war bloss für die Bewohner
der Reichsburg da, für die familia ducis ( die Begleitung des Herzogs), wenn
er sich hier aufhielt.
Wir haben keine Kenntnisse, dass der Erbauer der Kapelle in der Matte
dieselbe mit einem Kirchengut zum Unterhalt des sie bedienenden Kaplans
ausgestattet hätte: Die Verpflichtung überliess er der neuen
Einwohnerschaft, welche den Geistlichen zu wählen das Recht hatte. Er
begnügte sich, ihr sein Wohlwollen durch die obenerwähnte Schenkung zu
bezeugen nebst einigen Reliquien, die er aus seinem Kreuzzuge heimgebracht
hatte. Als bei der Reformation von 1528 der diebische Stadtpöbel sich über
die Altäre hermachte und vorzüglich auf kostbare Antiquitäten griff, um sie
den Juden zu verschachern, stahl er auch ein «gross und köstlich Messbuch
von Pergament und güldenen Buchstaben geschrieben und mit kostbarem Beschläg
und Einband geziert, so 600 Thaler gekostet hatte und vom Herzogen von
Zähringen verehret war. Ferner eine Corporaltasche, so von ihm geschenkt
worden, fabriziert von Eyhorn von Monserate, so ausgestattet war mit vier
grossen Perlen und herzoglichen Wappen, deren eines allein 300 Thaler werth,
geachtet war'. (Verzeichnis in einer alten Schrift befindlich, welches im
Archiv der Gerberzunft zu Bern lag und den Titel führte: «Barbarische
Beraubung des Kirchenschatzes zu Bern in dem leidigen Im Januario 1528.»)
Die alte Kapelle an der Matte lag östlich von den Mühlen in der Nähe der
Sägegebäude, von denen sie jedoch durch den festgemauerten Kanal geschieden
war, der das, mittels der Schwelle den Mühlen zugeführte Wasser wieder in
die Aare ausleitete. Wegen der Nähe der Mühlen und Sägegebäuden, die meist
mit dazu gehörenden Gerätschaften und Hölzern umstellt waren, war in der
alten Stadtsatzung eine Verordnung , die lautete: «Unter der Kirche
Vorschopf oder an der Kirche soll Niemand, etwas legen noch werfen, weder
Läden, Wägen, Holz, Stein noch andere Dinge, wir wollen, dass der Platz
davor allweg offen und darunter unverkümmert sei, doch mögen wir
darunterlegen, dass unsere Stadt anrührt (wahrscheinlich Löschgerätschaften
und dergleichen). Wer aber hinwieder thäte, als Dick das beschehen, als
mengen Manod (Monat) und als mengen Pfenning die sullen leisten und zu
Einung geben.» Die angedrohte Strafe richtete sich nach der Länge der Zeit,
während welcher die Gegenstände an den, durch 's Verbot bezeichneten Stellen
liegen würden.
Da der Vorschopf der Kapelle an der Abendseite war, wie man auf der ersten
zu dieser Abhandlung gehörigen Abbildung sieht und der gebrauchteste, frei
gegen den Müllerplatz sehende Eingang an dieser Stelle war, so sollte
derselbe schon anständigkeitshalber, dem Publikum leer und offen gelassen
sein.
Als nach der Reformation die Mehrzahl der Gotteshäuser in der Stadt
geschlossen und die Kapelle an der Matte zu einem Getreidevorratsgebäude
umgewandelt wurde, riss man den erwähnten Vorschopf weg und baute an die
Westseite der Kapelle einen Speicher und an die Südseite einen breiten
hölzernen Scherm, wie er auf der zweiten Abbildung, nach nach dem Stadtplan
von 1583 dargestellt ist.
Zu unsern Zeiten war das Gebäude an dessen Aussehen nichts mehr auf seinen
ehemaligen Gebrauch deutete, beinahe gänzlich, was seine frühere Bestimmung
betraf, unbeachtet worden. Einige bernische neuere Geschichtsbücher
erwähnten des Umstandes, der Volkssage nach hätte Herzog Berchtold eine
Kapelle an der Matte erbaut, gegenüber dem Bubenbergstürlein. Wenn man bei
Aufsuchung des Gemäuers der Kapelle dieser Angabe gefolgt wäre, so hätte man
vergeblich Nachforschungen unternommen. Bestimmter bezeichnet Walthard in
seiner topographischen und historischen Beschreibung der Stadt und Umgebung
Berns, die Lage des ersten Gotteshauses, indem er sagt: «Wenn man der
Volkssage Glauben schenken wolle, so sei die Kapelle zwischen dem Kanal und
dem Bache gewesen, auf einer Stelle, die jetzt mit Gärten bedeckt ist.» Wir
schenkten der Volkssage Glauben und entdeckten, zwar nicht auf einer Stelle,
die jetzt mit Gärten bedeckt ist, aber an einem dortigen Gebäude, dessen
Aussenseite nichts weniger als ein ehemaliges Gotteshaus mehr anzeigt,
vollständig die alte Kapelle an der Matte.
Wo stand die erste Kirche der Stadt Bern?
Fortsetzung folgt in der nächsten Matte-Zytig!
Über den Leist, aber auch über «fliegende» Zettel, werden immer wieder Wohnungen in unserem Quartier gesucht. Manchmal sind es gar Matte-Bewohner, welche eine kleinere oder grössere Wohnung suchen. Wir im Leist erfahren nicht, ob und wo Mietwohnungen frei stehen! Diesem Umstand möchten wir Abhilfe schaffen und bieten uns an, für die Weitervermietung unsere Dienste anzubieten. Ab sofort können Sie - als Hausbesitzer oder Bewohner - dem Leist solche Objekte anbieten: wir werden diese in der MATTE-ZYTIG publizieren - für MATTE-CARD-Besitzer (Leist-Mitglieder) gratis! Entsprechende Interessenten leiten wir alsdann dem Anbieter (kostenlos) zur Auswahl weiter. Offerten: schriftlich an MAlTE-LEIST Postfach 3000 BERN 13 oder mündlich über Tel. 3112878.
Samstag, 24. Oktober, frühmorgens: Am Wöschhüsi hat ein nächtlicher Sprayer wieder geübt - an der Gerberngasse 20 rn Marlboro-Parkplatzsperre (Vorbereitungen fürs nächste Gurten-Festival?) - am Matte- Bach liegt ein roter Pulli, Grösse smal - beim grossen Schulhaus liegen ein halbes Dutzend Abfallsäcke neben dem Container - auf dem Trottoir liegt ein einzelner Schuh - drei Schritte weiter ein Holz- und Metall- Abfallhaufen, inkl. Velo - in der Schifflaube (Nr. 16) wurde von einem Berg Altpapier ein Bündel aufgerissen und zerstreut... und dies alles zur Zierde des Weekends! Niemand interessiert sich - aber jeder regt sich auf! Ich bin nicht schuldig! Das sind die anderen! wer sind die anderen? Sind dies nicht auch Du - und Du - und Du? Bist Du wirklich unschuldig? bist Du nicht auch Teil dieser Gemeinschaft - einer gleichgültigen? SR
Dienstag, 6. Oktober fand unser erster
statt: einige Besucher der «ersten Stunde», die gemütliche Atmosphäre, mit feinem Gebäck und Sandwichs, ersehen Sie aus den beiden Fotos! Wir sind zuversichtlich, dass dieses Zusammensein zum gegenseitigen Kennenlernen und Kontaktnahme allen Matte-Bewohnern (und auch Gewerbetreibende, Arbeitnehmer) nützt!
Gerne erwarten wir auch Neuzuzüger des Quartiers und offerieren ihnen zur
Begrüssung einen Gratis- Drink.
Gleichzeitig haben Sie auch die Möglichkeit mit Leist- Vorstandsmitgliedern
zu diskutieren, Anregungen oder Kritik anzubringen.
Dies alles zwischen 19.00 und 23.30 Uhr.
AM 28. Oktober trafen sich im Erlacherhof der Stadtpräsident, Dr. K.
Baumgartner, der Polizeidirektor Dr. K. Wasserfallen, der Polizeikommandant
E. Stadtmann und der Stadt-Adjunkt Peter Tschanz (welcher gleichzeitig
seinen Beitritt zum MATTE-LEIST erklärte!) mit Jimy Hofer und mir zur Besprechung unserer Probleme.
Auf Grund unserer öffentlichen Versammlung vom 9.6. bearbeiteten wir die
diskutierte Einbahnstrasse und unterbreiteten unseren Vorschlag
obigen Gremium. Derselbe wurde nun zur weiteren Überprüfung und Bearbeitung
wohlwollend entgegen genommen.
Andauernden Suchverkehr unterbinden durch Einbahnstrasse nachts von 22.00
Uhr bis ca. 06.00 Uhr ab Läuferplatz, inkl. Wasserwerkgasse und Mühlenplatz.
Wichtige gleichzeitige, flankierende Massnahmen: Parkierungsmöglichkeit an
Aarstrasse, mit Nachtfahrverbot für Badgasse (ausser Anwohner).
Erwünscht ist auch eine Sperre an der Gerberngasse (Höhe Mühlenplatz), um
die direkte Matte-Durchfahrt zu verunmöglichen - alles nur nachts!
Die Realisierungsmöglichkeiten werden, im Beisein der Herren Dr. K.
Wasserfallen und E. Stadtmann, an unserer nächsten öffentlichen Versammlung
vom 18. Januar 1999 zur Genehmigung vorgelegt.
Bis dahin dürfte auch geklärt sein, ob die «blaue» ( oder «weisse» - mit
EURO-Parkscheibe) Zone (und Anwohner-Vignette) eingeführt werden kann.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen Initianten der Adventsfenster
herzlich für ihre Bemühungen danken. Wir mussten uns leider dazu
entscheiden, die Weihnachtsbäume nicht mehr zu stellen - die Beleuchtungs-
Installation wurde uns immer wieder zerstört! Als Ersatz werden wir künftig
auf dem Dach des Wöschhüsis Leucht-Sterne platzieren.
Gleichzeitig würde es uns auch freuen, wenn wiederum recht viele eine
weihnachtliche Aussendekoration gestalten würden - und werden wie im Vorjahr
die schönsten Drei prämieren.
In diesem Sinne wünschen wir allen eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit!