Matte-Zytig Juni 1996
Die neuen (revidierten) Statuten wurden zusammen mit den
Einzahlungsscheinen für den Jahresbeitrag allen Leist-Mitgliedern
zugestellt. Wir danken allen, die den Beitrag aufgerundet haben. Einzig der
Präsident des Leist der unteren Stadt, Herr X. Zach, erfreute sich nicht
sehr an der Umschreibung des Matte-Leist-Gebiets; Art.2 ist jedoch bereits
seit über 16 Jahren in den Statuten so enthalten!
An unseren Vorstandssitzungen haben wir uns vor allem aktuellen Themen
gewidmet:
Die Einführung der Blauen Zone ist ja bekanntlich vorläufig lahmgelegt!
Im Rahmen des Altstadt-Festivals vom 30. August bis 1. September hätten
wir gerne für die "Junggebliebenen" ein entsprechendes Programm angeboten
(z.B. auf der Plattform). Die Festorganisation hatte hierfür aber kein
Gehör! Nun bieten wir als Alternative die Senkeltram-Beiz, Samstag, 31.
August, besonders zum 100-Jahr-Jubiläum des Plattformlifts, an. Ihr Besuch
würde uns auch da sehr freuen. Beachten Sie bitte weitere Hinweise in dieser
Ausgabe und unsere Anschlagkästen!
Ab 8. Juli ist die Mattenenge für max. 5 Wochen gesperrt und somit die
Matte für den Durchgangsverkehr blockiert. Nach dem Einbau von neuen Gas-
und Wasserleitungen ergab sich die Gelegenheit, den Strassenbelag durch
"Bsetzi-Chempe" zu erneuern bzw. entsprechend zu ergänzen, und zwar ab
Läuferplatz bis unter die Nydeggbrücke. (Weitere "Kleinkarierungen" sind in
unseren Strassenzügen nicht vorgesehen, dazu fehlt der Stadt leider das
Geld!). Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Idee nicht aus unserer
"Küche" stammt. Nachdem vor einigen Jahren entsprechende Umfragen im
Quartier erfolgten und damals die Meinungen zu solchen Pflästerungen geteilt
waren, wehrten wir uns nicht gegen dieses Vorhaben. Immerhin ist uns
bekannt, dass - auch die erforderliche Sperrung - nicht bloss Freude unter
den BewohnerInnen und Gewerbetreibenden auslöst. Wir zählen auf Ihr
Verständnis...
Demgegenüber ist uns der Garagevorplatz östlich des Wöschhüsi schon lange
ein "Dorn im Auge"! Nun scheint es endlich soweit zu sein, dass wir diesen
Platz mit einem Baum verschönern und gleichzeitig die Betonplatte durch
Pflästerung (hier ist sie angebracht!) ersetzen können. So wird hier ein
weiterer Frei- und Erholungsraum geschaffen (ohne "Töff"-Park-plätze)! Die
Gesamtkosten von Fr. 40'000.- werden von verschiedenen Sponsoren in
verdankenswerter Weise übernommen. Wir werden diese in unserer nächsten
Ausgabe publizieren.
Einem glücklichen Zufall ist zu verdanken, dass der "Mattebach" erneuert
werden muss. Er "rünnt" zum Teil, und so lässt sich obiges Vorhaben damit
verbinden. Die Renovation erfolgt ab mitte Oktober und wird übrigens
wiederum eine kurze Durchgangssperre verursachen, zu welcher wir Sie separat
informieren werden.
Uebrigens: Gleichzeitig werden die erst kürzlich (nicht durch uns!)
gesetzten Bachübergangs-Geländer ersetzt, und zwar durch einseitige
Holz-Handläufe.
Wir versuchen einen Wöschhüsi-Verein zu gründen, um dieses schützenswerte
Häuschen endlich zu nutzen, und zwar für die Durchführung von kleineren
Anlässen aller Art durch die "Oeffentlichkeit". Matte-Vereine könnten es
gratis benützen (dank "Tschäppät-Legat"). Momentan erfolgt eine
Kostenanalyse (durch Herrn Fritz Gilgen, Architekt). Anschliessend müssten
Renovations- und Uebernahme-Varianten diskutiert werden, um alsdann zur
Vereinsgründung zu schreiten.
Wir haben einen POSTOMAT (von aussen zugänglich) beantragt. Das Anliegen
wurde jedoch von der PTT wegen angeblich nicht vorhandener Rentabilität
abgelehnt. Wir versuchen jetzt, die Installation eines BANCOMAT zu
erreichen.
Bekanntlich findet an jedem 3. Samstag der Monate Mai-Oktober der
Flohmärit auf dem Mühlenplatz statt. Der Leist hat Anspruch auf einen
reservierten Standplatz, welcher durch Frau Theres Siffert (Tel. 311 94 39)
verwaltet wird.
1895 bildete sich ein Initiativkomitee mit dem Ziel, einen Lasten- und
Personenaufzug von der Matte nach der Plattform zu erstellen und so dem
Mattequartier eine bessere Verkehrsmöglichkeit nach der oberen Stadt zu
verschaffen. Ein Aktienkapital von Fr. 50'000.- konnte rasch gezeichnet
werden, und am 10.4.1896 fand im Restaurant Adler die erste
Generalversammlung statt. Die gewählten 7 Verwaltungsräte setzten sich
sofort mit dem Erwerb des nötigen Terrains in der Matte und für die
Baubewilligung ein. Die Konzession zum Betrieb des Aufzuges konnten sie
einem gewissen Ingenieur Strub für Fr. 4'500.- abkaufen.
Alsdann begannen die ersten Schwierigkeiten: ein Teil der Presse lehnte
das Projekt ab, als "Verschandelung der Plattform" und die Opposition
sammelte Unterschriften. Zur besseren Information der Bevölkerung
realisierte der Verwaltungsrat in verschiedenen Berner Schaufenstern eine
Ausstellung mit den Projektplänen.
Die Gemeinde Bern lehnte eine Unterstützung des Projekts ab. Der Aufzug
wurde dem "Eisenbahndepartement" unterstellt und die Baupläne mussten
etliche Male abgeändert und ergänzt werden.
Im Juli 1896 konnte mit der Berliner Firma Siemens & Halske endlich ein
Bauvertrag für die gesamte Anlage (Turm & Elektromaschinen) abgeschlossen
werden. Kosten: Fr. 28'000.-, Bauzeit 6 Monate, geplanter Betriebsbeginn
Ende 1896. Das (mangelhafte!) Material traf jedoch erst im November ein und
so konnte die Inbetriebnahme erst am 22. April 1897 erfolgen! Die Freude war
jedoch nur kurz. Bereits nach vier Wochen musste der Motor wegen Defekt nach
Berlin zurück - Betriebsunterbruch 6 Wochen! Nach weiteren drei Monaten
traten weitere Mängel auf, was wiederum 10 Tage Betriebsausfall zur Folge
hatte. Danach entschied man sich, ein Ersatzteillager anzulegen - mit
unvorhergesehenen Kosten.
Im ersten Betriebsjahr wurden über 60'000 Personen befördert, was für die
damalige Zeit als bedeutende Menge beurteilt werden kann. Die Frequenz ging
jedoch in den nächsten Jahren stark zurück und damit auch die
Betriebsergebnisse. Man suchte nach Lösungsmöglichkeiten.
1907 wurde wiederum versucht, der Stadt eine Betriebsübernahme schmackhaft
zu machen. Die von dieser angebotene Entschädigung von Fr. 22'000.- lehnte
der Verwaltungsrat allerdings empört ab.
Die Liftanlage bestand damals aus zwei Kabinen (im Gegenzug). So beschloss
man, 1909 nur noch eine Kabine zu betreiben, wodurch die Lohnkosten für
einen ganzen Angestellten eingespart werden konnten.
1920 erfolgte ein entsprechender Umbau, die überflüssige Kabine wurde
durch Gegengewichte ersetzt und die Maschinenanlage ausgetauscht. Kosten Fr.
15'000.-.
Seit der Gründung hat das "Senkeltram" viele Millionen Passagiere
befördert - hauptsächlich nach oben, auf die Plattform.
Im Namen der Matte-Bevölkerung sprechen wir den "Betreibern" unseren
herzlichsten Dank aus und wünschen dem Plattformlift viele weitere
erfolgreiche Jahre (vielleicht sogar mit Betriebsverlängerungen?).
Eine Frau steigt schwatzend aus:"... und die Äpfel sind mittlerweile so
teuer, dass ich bald auf Affegnagi umstelle." Der Liftführer schmunzelt und
ruft ihr nach: "Wissen Sie eigentlich, wie die richtig heissen? -
Schlauchäpfel!" Ich lache bereits. Im Lift fragt er mich: "Warum sind die
Bananen krumm? - Damit Sie in die Schale passen." Ich pruste wieder los. Er
hat diesen alten Witz mit einer Trockenheit erzählt, die die Sahara als
feucht-tropisches Gebiet erscheinen lässt. Oben auf der Münsterplattform
wünschen wir uns noch einen schönen Tag. Ich lächle weiter.
Und die SBB bauen immer mehr Kondukteure ab, auch Bahnhofvorstand ist eine
aussterbende Rasse, und das Marzilibähnchen hat seit Jahren keine Chauffeure
mehr. Selbstverständlich alles aus Kostengründen, denn die Weichen und
Signale kann auch ein Computer umstellen, und der Automat kann genausogut
Billette ausspucken, und in den Zügen finden zwischendurch ja immer noch
Kontrollen statt, und die Bähnchen fahren auch alleine rauf und runter.
Toll, doch das könnte der Mattenlift auch. Nur erzählt Dir dann keiner
mehr einen Witz, flucht mit Dir übers Wetter, lächelt Dich an oder wünscht
Dir einen schönen Tag.
Weg, alles weg - aus Kostengründen. Damit mit dem gesparten Geld etwas
anderes gekauft werden kann.
Doch zum Glück gibt es ihn, den Mattenlift, mit seinen zufriedenen,
freundlichen und lustigen Liftboys über sechzig. Alleine wegen ihnen fahre
ich da immer gerne rauf und runter, ist das gemütliche Senkeltram mein
allerliebstes Verkehrsmittel. Diese Männer sind unbezahlbar, und deshalb
pfeife ich auf jeden technischen Fortschritt, auf jede noch so moderne und
schnelle Bahn, wenn an ihr all das wegrationalisiert wird, was nur Leute
geben können: Menschlichkeit, Freundlichkeit, Lebensqualität.
Und wenn ich das nächste Mal ins Senkeltram einsteige, werde ich sagen:
"Bitte rasen Sie nicht wieder so." Dann wird der Mattenliftmann listig die
Augen zusammenkneifen und antworten: "Warten Sie nur, bis ich erst den
zweiten Gang eingeschaltet habe." Wir werden beide lachen und einander einen
schönen Tag wünschen.
Die Fortsetzungsgeschichte aus dem Berner Matte-Quartier
Das MICROP-Projekt nahm jetzt Formen an: Immobilien-Hai Gilgen hat seine
Beziehungen ebenso spielen lassen wie die obersten MICROP-Bosse. Kein Wunder
also, wurde die Bewilligung für den Umbau der Grossverteiler-Filiale an der
Wasserwerkgasse erteilt. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass trotz
strengster Geheimhaltung die just im zum Umbau geplanten Sandsteinhaus
wohnhafte Journalistin Nora Hürlimann als erste Aussenstehende Wind von der
ganzen Sache bekam...
Nora musste sich zuerst einmal setzen, als sie nach Hause kam. Es war
schon spät und ihre Zwillings-Schwester Tamara war bester Laune, merkte aber
rasch, dass mit Nora etwas nicht in Ordnung war. "Was um Gottes Willen ist
Dir über die Leber gekrochen, dass Du so ein Gesicht machst", fragte sie
deshalb wenig später. Nora war noch immer sprachlos und musste erstmals
etwas trinken. Nach einem tiefen Schluck begann sie zu erzählen: "Tama, ich
bin heute auf eine unglaubliche Geschichte gestossen." Sie machte eine kurze
Pause, bevor sie weiterfuhr. "Ich habe deutliche Anzeichen dafür, dass der
MICROP-Grossverteiler hier in der Matte eine Filiale eröffnen will. Und
weist Du wo: genau dort wir im Moment sitzen!" Dieser Schock sass tief.
Tamara sass stumm und fassungslos auf ihrem Sofa und Nora schwieg wie ein
Grab.
Zur gleichen Zeit stieg in Wabern eine kleine Garten-Party im engen Kreis.
Alfred X. Gilgen hatte spontan einige illustre Gäste eingeladen, um ein
Ereignis zu feiern, das dank der heutigen Herausgabe der Bewilligung
definitiv zu sein schien; die Stadt hatte dem Umbaugesuch der MICROP
stattgegeben, und das musste gebührend gefeiert werden. Und sogar die ach so
beschäftigten Politiker, Manager und Geschäftsleute fanden ad hoc Zeit, um
sich im grosszügigen Garten des übergewichtigen Immobilien-Heinis
einzufinden. Und so stopften sich lächelnde Party-Tiger in grauen Anzügen
inkl. Begleitung reihenweise Lachs- und Kaviar-Brötchen in den Schlund.
MICROP-Manager Georg Lang sah man die Strapazen der letzten Tage an. Dennoch
prostete er mit seiner Frau Ursina immer wieder lächelnd der restlichen
Belegschaft zu, wohlwissend, dass diese Leute für seine weitere Laufbahn
nochmals wichtig sein könnten. Schliesslich waren fast alle gekommen:
Mächtige Stadträte, hohe Beamte, die wichtigsten MICROP-Leute, nach
Grossaufträgen lechzende Architekten, dicke Zigarren rauchende Bauherren
usw. Und so stiess man gemeinsam auf dieses wunderbare Ereignis an, dachte
nichts Schlimmes dabei , schmunzelte süffisant und leerte den teuren
Champagner ab und zu in die hohen Büsche, die die Gartenanlage für
Spaziergänger nahezu unsichtbar machten, um kurz darauf das leere Glas
wiederum hinzuhalten und die Frage, ob nochmals aufgefüllt werden soll,
lauthals mit "Ja, danke" zu beantworten.
Einzig die junge Architektin Madeleine Loosli stand diesem Anlass je
länger je skeptischer gegenüber. Sie konnte diesen überwiegend blasierten
und arroganten Möchtegern-Aristokraten nicht mehr zuhören. Aber sie war
zuvor von Gilgen offiziell als Architektin des MICROP-Umbaus begrüsst und
vorgestellt worden. Und so musste sie jetzt wohl oder übel gute Miene zum
bösen Spiel machen. Schliesslich hatte sie einmal ja und amen gesagt, mit
allem was dazugehört. Und so musste sie es halt ganz einfach ertragen, wenn
Stadtrat Aloys von Hunzenschwylen mit Architekt Benedikt Straubhaar von
"Untertanen" sprach. Oder wenn sich Kunsthändler Hubert Kräyenbühl und
Hotel-Direktor Sebastian Aarburger darüber aufregten, dass in Muri (wo sie
beide wohnten) eventuell der Steuersatz um einen Zehntel erhöht würde.
In besagtem Haus an der Wasserwerkgasse hatte sich inzwischen ein
Krisen-Rat eingefunden. Nora Hürlimann hatte sich von ihrer
Zwillings-Schwester überzeugen lassen, diese Schockmeldung nicht länger für
sich zu behalten. Und so traf man sich eine Stunde später in der einfach,
aber mit viel Geschmack eingerichteten Wohnung des Geschwister-Paares. Nach
kurzem Zögern begann Nora zu erzählen: "Ich habe vor ein paar Tagen den Tip
bekommen, dass der MICROP-Grossverteiler in der Matte eine Filiale eröffnen
will. Darauf war ich natürlich scharf und ich begann zu recherchieren, aber
es wollte sich vorerst keine undichte Stelle entdecken lassen. Ich musste
also einen anderen Weg finden und fühlte irgendwie, dass an der ganzen Sache
etwas faul sein musste. Da mir unser Hausbesitzer schon immer einen relativ
luschen und unseriösen Eindruck machte, begann ich an dieser Stelle zu
forschen und wurde prompt fündig." Und Nora fuhr fort: "Statt dass unser
schönes Haus wie angekündigt sanft renoviert wird, müssen wir uns nun, so
wie es aussieht, per Anfang November eine neue Bleibe suchen. Die
Baubewilligung wurde heute erteilt und ich habe beim besten Willen keine
Ahnung, wie wir jetzt vorgehen wollen." Betretene Stille machte sich breit.
Hürlimann-Nachbar Al Ballister begann nervös mit seinem omnipräsenten
Schlagzeugstock zu spielen, Gärtner Roland brummte etwas, dass er immer der
Bock sei, Bildhauer Johann war noch immer in seine eigene Welt versunken und
bekam wahrscheinlich gar nicht richtig mit, was sich hier genau abspielte,
und Hertha sagte etwas Unverständliches in ihrem Ostschweizer-Dialekt. Der
Rest schwieg, die Versammlung war ratlos und traurig. "Jetzt gibt es nur
noch eine Lösung", sagte plötzlich Yvonne wie aus dem Nichts, "wir müssen in
die Offensive." "Und was heisst das", fragte Tamara. Yvonne fuhr fort: "Wir
müssen an die Oeffentlichkeit und zwar so rasch als möglich. Nora, wie
sieht's bei Dir aus, wann kannst Du die Geschichte bringen?" "Ich kläre es
morgen ab, wenn ihr einverstanden seid." Alle nickten. "Und was passiert,
wenn sie dir sagen, dass Du noch warten sollst", warf plötzlich Marc ein.
Alle überlegten und Marc's Freundin, die Neuseeländerin Kim, sagte in ihrem
lustigen Deutsch: "Dann wir werden es alle Leute in Matte erzählen..."
Und so war es denn auch: Nora Hürlimann wurde vom Chefredaktor
zurückgepfiffen und bekam in der "Affäre MICROP" vorderhand einen Maulkorb
verpasst. Das heisst, sie durfte niemandem vom geplanten Umbau erzählen,
obwohl sie dies ja bereits getan hatte. So musste man halt anderweitig
"herausfinden", dass an der Wasserwerkgasse eine MICROP-Filiale entstehen
soll. Nach einem weiteren Treffen der Hausbewohner hatte man einen Plan
ausgeheckt: Die junge Kim Mc Sullivan sollte sich mit Alfred X. Gilgen in
Verbindung setzen, ihn mit ihrem Charme betören und mit ihren sprachlichen
"Problemen" Naivität und Unwissen vortäuschen, um so diesen Falsch-Spieler
aus den Reserven zu locken. Am nächsten Tag war es soweit. Kurz vor 9.00 Uhr
stellte Kim die Nummer der Gilgen Invest & Consulting AG ein und verlangte
mit ihrer freundlichen Stimme den Boss persönlich. Am anderen Telefon hörte
ihr Freund Marc das Gespräch mit. Er konnte zwar logischerweise nicht
eingreifen, aber zumindest mithören, was seine Freundin aus dem
"Fettbrocken", wie sie ihn von nun an nannten, herausholte.
Alfred X. Gilgen litt einmal mehr unter einen Kater. Nach der Haus-Party
von vorgestern hatte er gestern schon wieder viel zu viel getrunken und
fühlte sich dementsprechend. Seine Sekretärin Therese Nietlisbach sah ihm
schon von weitem an, was geschehen war; wo er sich doch gestern geschworen
hatte, "den ganzen Tag keinen Schluck anzurühren"... Und sie hasste nichts
mehr als wenn dieser 120 kg-Klotz morgens um halb acht mit reichlich
alkoholischer Ausdünstung in ihre Nähe kam. Leider geschah dies in letzter
Zeit allzu oft. Gilgen lächelte, bestellte einen doppelten Espresso und
verschwand hinter der stabilen Eichentüre seines grosszügig eingerichteten
Büros. Als Kim anderthalb Stunden später anrief, ging es dem "Boss" zwar ein
wenig besser, doch litt er nach wie vor und war logischerweise noch nicht
ganz klar im Kopf. "Kim Mc Sullivan", raunte Therese Nietlisbach durch ihren
Hörer. "Wer um Gottes Willen ist denn das", fragte Gilgen erstaunt. "Keine
Ahnung", antwortete seine rechte Hand. "Stellen Sie ihn durch", befahl er in
der Annahme, es handle sich um einen wichtigen Handelspartner aus dem
Ausland. Umso überraschter war er, als die sanft-seidige Stimme einer Frau
erklang: "Guten Tag Mr. Gilgen, hier ist Kim Mc Sullivan. Ich wohne an der
Wasserwerkgasse und habe eine Frage an Sie." "Na dann schiessen Sie los",
murmelte er skeptisch und erstaunt zugleich. "Sie sind doch der Besitzer des
alten Hauses an der Wasserwerkgasse, wo ich und mein Freund Marc seit kurzem
drinwohnen. Nun, so wie ich informiert bin, wird ja unser Haus in Kürze
sanft renoviert. Ich möchte deshalb die Gelegenheit nutzen, um Sie zu
fragen, ob wir auf eigene Kosten ein Cheminée einbauen könnten. Ein Freund
von uns ist Kaminbauer und könnte uns dies zu billigen Konditionen..."
Gilgen hatte genug gehört und mischte sich nun ein: "Liebe Frau Mc Sullivan,
ich bin grundsätzlich nicht gegen den Einbau eines Cheminées, kann Ihrem
Wunsch aber trotzdem nicht entsprechen." Ohne nähere Erklärung liess sich
Kim aber keinesfalls abspeisen. "Und mit welcher Begründung", fragte sie.
"Schauen Sie, ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig, aber unsere Pläne
mit dem MICROP-Umbau lassen...". Er begann zu stocken, weil ihm schlagartig
bewusst wurde, dass er einen kapitalen Fehler begangen hatte. Für einen
kurzen Augenblick herrschte Funkstille in der Leitung, bis sich Kim wieder
meldete. "Was für ein Umbau, Mr. Gilgen? Ich dachte, das Haus würde sanft
renoviert." "Natürlich wird das Haus sanft renoviert, aber leider kommt ein
eigenhändiger Kamineinbau aus baulichen Gründen nicht in Frage. Uebrigens
muss ich jetzt dringend in eine Sitzung. Ich danke Ihnen für Ihren Anruf,
auf Wiederhören!" Er legt auf bevor die gute Kim auch nur etwas hatte sagen
können. Und er hätte sich für seinen Versprecher ohrfeigen können.
Marc und Kim waren zwar etwas geschockt, dass der "Fettbrocken" sie so
rasch abgeklemmt hatte, aber sie wussten, was jetzt zu tun war. Im
Einverständnis mit den anderen Hausbewohnern konnten sie ruhigen Gewissens
die Nachricht vom geplanten MICROP-Umbau publik machen und im Matte-Quartier
verbreiten. Die 5 WG-Bewohner aus dem Erdgeschoss gingen gleichen Abends auf
eine Beizen-Tour durch das Matte-Quartier. Im "Mühlirad" diskutierten sie
lauthals darüber, wann sie jetzt wohl wegen des MICROP-Umbaus aus dem alten
Sandsteinhaus an der Wasserwerkgasse ausziehen müssten, im "Fischerstübli"
erzählten sie nicht minder hörbar von der neusten Einkaufsmöglichkeit und
auf der Zähringer-Terrasse spekulierten sie bereits über die Integration
eines Bau- und Hobby-Zentrums an gleicher Stätte. Tamara Hürlimann ging am
selben Abend zu ihrem Coiffeur an der Gerberngasse und erzählte die
Neuigkeit sogleich allen im Salon anwesenden Kunden und Mitarbeitern.
Geologie-Studentin Yvonne Sprzlfyzck sorgte beim Einkaufen in einem
Quartierladen mit den Plänen des Alfred X. Gilgen für Aufruhr, während Marc
und Kim sich in der Cinématte deutlich hörbar über den Umbau ausliessen.
Die Reaktionen waren absehbar, die Nachricht verbreitete sich wie ein
Lauffeuer und führte sofort zu hitzigen Diskussionen und Spekulationen.
Keiner wusste, ob, wann, wie, warum und was an der Sache dran war. Am
nächsten Tag stürzte sich die Presse auf die Neuigkeit und bombardierte alle
zuständigen Stellen wie die Gilgen Invest & Consulting AG, die
MICROP-Konzernleitung und die zuständigen Stadtbehörden mit Anrufen. Da
niemand auf solche Anfragen vorbereitet war, entstand ein heilloses Chaos.
Logischerweise hatten sich die verschiedenen Partner nicht miteinander
abgesprochen, was die Gefahr von unterschiedlichen Statements nicht gerade
verminderte. In der ganzen Stadt gab es plötzlich nur noch ein Thema: der
geplante MICROP-Umbau an der Wasserwerkgasse. In den lokalen Zeitungen
schaffte es das Ereignis auf die Titelseiten und wurde als Tagesthema Nummer
1 behandelt.
Eine Welle der Empörung und Enttäuschung löste die Nachricht im
betroffenen Mattequartier aus. Der Matte-Leist traf sich zu einer
Krisen-Sitzung, und forderte die Bewohner auf, sich tags darauf zu einer
Versammlung auf dem Mühleplatz einzufinden. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten
fühlten sich die Mätteler von den "Obrigen" verschaukelt und benachteiligt.
Alt und jung waren gleichermassen entrüstet und verärgert. Nicht nur, dass
man in ihrem Quartier eine Lebensmittel-Grossverteiler-Filiale eröffnen
wollte, nein, das Vorgehen war das Schlimmste. Man setzte sich ganz einfach
über sie hinweg und sie wurden weder befragt noch informiert. Das konnte und
wollte unten an der Aare keiner einfach so hinnehmen. Das Wichtigste war
jetzt aber, da war man sich einig, kühlen Kopf zu bewahren und gemeinsam die
Zügel in die Hand zu nehmen. Denn nur wenn alle am gleichen Strick zogen,
hatte man überhaupt eine Chance, diesen unheimlichen Plänen
entgegenzuwirken. In einem waren sich die Bewohnerinnen und Bewohner des
Matte-Quartiers einig: So etwas liessen sie sich nicht bieten und sie
beschlossen, den Umbau des schönen und schützenswerten Sandsteinhauses in
eine MICROP-Filiale zu verhindern.
In den nächsten Tagen organisierte man sich unter der Leitung des
Matte-Leistes, verteilte Aufgabe, gründete Aktions-Komitees und organisierte
kurzfristig Kurse zum Erlernen des Matte-Englisch. Gerade mit dem Aufleben
dieser traditionellen und eigenartigen Sprache wollte man ein Zeichen setzen
und deutlich machen, dass man bereit war, gegen diesen Umbau zu kämpfen. Es
war erstaunlich, dass nicht nur ein Grossteil, sondern praktisch die gesamte
Quartierbevölkerung geschlossen hinter den Aktionen der Aktivisten stand. Es
gab nur wenige Bewohner, denen das geplante Unterfangen entweder
gleichgültig war, oder die es sogar befürworteten. Und diese wagten es
nicht, ihre Meinung an die Oeffentlichkeit zu tragen.
Eine der Befürworterinnen hiess Gudrun Nöthigenfels, ihres Zeichens
Direktorin und Verwaltungsrats-Delegierte der erst vor wenigen Jahren ins
Leben gerufene Wagenpark GmbH Schweiz. Diese in Deutschland gegründete Firma
hatte sich zum Ziel gesetzt, Autofahrer in allen ihren Belangen und Wünschen
zu unterstützen. Dass sie ihr Domizil ausgerechnet in der Matte ausgesucht
hatten, werteten einige als "Akt der Provokation". Gudrun Nöthigenfels
kümmerte dies allerdings herzlich wenig. Die konservative und extrem
dynamische End-Dreissigerin hatte ihre eigenen Pläne und Vorstellungen.
Unter ihrer Leitung erhöhte sich der Mitarbeiterstab Innerhalb von nur 3
Jahren von anfänglich 7 auf heute 28 MitarbeiterInnen. Anscheinend kannten
die geschäftstüchtigen "Wagenpark"-Leute die Anliegen der Schweizer
Autofahrer. Anders liess sich die stetig wachsende Zahl auf mittlerweile
über 10´000 "benachteiligte Mitglieder" (gemäss Prospekt der Wagenparkt
GmbH) nicht erklären.
Den Aufruhr im Matte-Quartier wollten die Verantwortlichen der Wagenpark
GmbH nun nutzen, um ihre eigenen Anliegen unauffälliger anzubringen und
durchzusetzen. Aus diesem Grund berief das süddeutsche Energiebündel ihre 4
Direktionsmitglieder (Herbert Pfeiffer - Finanz, Ulrich T. Hempelmann -
Verkauf, Ronald Schweigmund - Personal und Albert F. Gygax - Marketing)
gleichentags zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Hatte man die Akte
"Matte-Parkhaus und Durchgangs-Verkehr" bis auf weiteres auf Eis gelegt,
wurde sie jetzt urplötzlich aus dem Tresor mit den streng vertraulichen
Unterlagen hervorgeholt. Gudrun Nöthigenfels eröffnete die Sitzung und
brachte ihr Anliegen sec und gezielt auf den Punkt: "Meine Herren, machen
wir es kurz. Wie sie wissen, plant die MICROP die Eröffnung einer Filiale an
der Wasserwerkgasse, was hier in der Matte zu enormen Protesten geführt hat.
Die Quartierbevölkerung redet von nichts anderem mehr als von diesem
dämlichen Umbau. Und genau das ist unsere Chance. Gygax, haben sie die
nötigen Unterschriften beisammen?" Gygax nickte stumm und die Direktorin
fuhr fort: "Reichen Sie morgen den Antrag ein, übergeben Sie die
Unterschriften und stehen Sie für Fragen seitens der Presse zur Verfügung.
Geben Sie jedem Journalisten 2 Minuten Zeit. Persönliche Konsultationen
kommen nicht in Frage. Schweigmund, Sie informieren das Personal, Hempelmann
sie übernehmen die Aussenstellen. Alles klar, meine Herren?" Die Runde
nickte stumm und brachte kein Wort hervor.
Lesen Sie in der nächsten Matte-Zytig, ob und wie es mit dem Umbau der
MICROP-Filiale weitergeht. Und wie die Wagenpark GmbH ihr geplantes
Matte-Parkhaus und die Realisierung des Durchgang-Verkehrs in die Wege
leitet.
Nach langen glücklichen Jahren in der Matte haben Wali Bregenzer und seine
Frau Rösli unserem Quartier nun - und so wie es den Anschein macht endgültig
- Adieu gesagt. In Insider-Kreisen wird allerdings gemunkelt, dass der Umzug
für die beiden schlussendlich doch mit einer gehörigen Portion Bedauern und
Wehmut gewürzt war. Wir werden die beiden vermissen! Unvergesslich wird uns
Wali nicht zuletzt auch wegen seiner Reimkünste bleiben. Einige "Müschterli"
davon sind erhalten geblieben und sollen an dieser Stelle für die Nachwelt
verewigt werden:
Anlässlich des Ehrenmitglieder Spysi-Essen März 95:
Wenn Du viel Glück im Leben hast,
so bist Du in der Sysi Gast,
kriegst gratis ein Gericht mit Fleisch
das erst noch gut ist. - Und dänn weisch,
vielleicht spendiert der Peter Oehrli
am Schluss Dir gar noch ein Likörli!
Auf jeden Fall: Wir danken sehr
und kommen wieder gern hierher.
Dank dem René Stirnemann
kommt man etwa dann und wann
zu einem echten Matte-Plausch,
manchmal mit, oft ohne Rausch.
So wie zum Beispiel gerade heute
wo so viele nette Leute
an diesem Tisch zusammensitzen.
Und Rösli bringt mich glatt zum Schwitzen
weil sie Hans viel weiser nennt als mich,
potz Sapperment!
O Du liebi Spysi
De René macht es Bisi!!
Oder am Samichlous-Feschtli im Dezember 1995:
Samichlaus, Du liebe glatte
gäll, chunsch gärn zu Eus i'd Matte
Du zu Euserem Präsidänt
wo sich d'Finger fasch verbrännt
mit sin'r Matte-Rock-Kultur
und em Lärme (z'nacht zwar nur)
Samichlaus bring Du eus d'Rueh,
dänn heb ich d'Schnöre wieder zue.
Oder schliesslich zur Feier der GWB-Baustelle in der Matte vom
28.3.1996
Wänn öppis seisch vom Losingär
hebt eine scho de Drohfingär,
doch was er i de Matte macht,
das isch dänn würkli scho e Pracht!
's louft alles wie-n-es Örgeli,
und für die chline Sörgeli
git's jede Mittwuch e Besprächig,
drum louft die Boustell da so prächtig.
Doch nüd vergässe müend Si:
's isch villicht wägem Küenzi!
Die beide da: Schlecht-Ravioli
als Bouleiter ganzliebi - Manne
sind sicher mitg'schuld dass's guet gaht
(abgseh vom Verchehrssalat).
'S git aber da na ander Manne
wo würked wie-n-e Wättertanne:
Ich tänke da an Füerer Zahnd
wo luegt, dass d'Lüt nid umestand,
oder am Neuhus mit em Helm.
Ich chumm mer grad vor wie-n-en Schelm,
will ich a däre Grossboustell
nu säge was de Leischt jetzt will.
Grad so wie die vom GWB
oder vo de PTT,
oder die vo'r Dänkmalpfläg,
wo nu befehled uf alli Wäg,
oder 's Street-Inspectorate
wo-n-am Schluss Belag iegheit,
oder au na's Tüfbouamt,
wo schlussäntli insgesamt,
nüd nu d'Strass, nei au de Bach,
villicht dänn mit Ach und Krach
i'r Matte möchti go saniere
und hüt scho afaht gross plagiere,
dass d'Matte, o wär das e Troum,
s'nächscht Jahr zwe Kaschtanieböim
meh heig als hüt! Schön tönt's in de Ohre.
Es fähled jetz nu na d'Sponsore.
So sind mir da i'r Matte nide
mit eusne Boulüt würkli zfride.
Mir tanked für da gueti Geischt.
Unterschrift: De Matte-Leischt.
Wir wünschen Waly und Rösli Bregenzer in ihrer "Altersresidenz" vorerst
ein gutes Einleben und hoffen, sie finden den Weg in die Matte bald schon
wieder.
Samstag, 24. August 1996
Go Chärne habere nach Habkeren am Samschtig am 24. Ougschte, am
Nachmittag uf em Leischtusflug
Hoch über dem Gürbetal ins Stockental und dann über Aeschi an den
Thunersee und hinauf geht's nach Habkern zum Zvieri. Zurück bringt uns der
Car über Merligen, dem rechten Thunerseeufer entlang via Thun zurück nach
Bern.
Am Samstagnachmittag, 24 August 1996, um 13.00 Uhr ist es wieder soweit:
alle "Meitschi u Giele" aus der Matte (mit ihren Freunden/Freundinnen) ab
dem 60. Altersjahr unternehmen nachmittags einen Car-Ausflug. Natürlich
gibt's auch etwas z'habere, aber ob's dann wirklich "Chärne" sein werden,
das verraten wir Ihnen noch nicht. Teresa und Kaspar Woker organisieren wie
alle zwei Jahre diesen traditionellen Anlass.
Den Grossteil der Kosten übernehmen neben dem Matte-Leist weitere
Sponsoren, sodass der Unkosten-Beitrag pro Person bloss Fr. 15.- beträgt.
Die Anmeldezettel werden rechtzeitig verteilt. Merken Sie sich bereits
heute das Datum vor!
Kontaktadresse:
T. und K. Woker
Wasserwerkgasse 35
Telefon: 311 68 49
Dort wo noch bis vor kurzem gestandene Mannsbilder mit Schweissglänzenden
Oberarmen und russverschmierten Gesichtern ihr Handwerk verrichteten, dort
wo durch Hitze und Energie flüssiges Metal in Form gegossen worde, dort wo
der Blick aus dem Fenster unweigerlich auf die Aare fällt, gehen wir fortan
unserer Tätigkeit nach .... Jede Firma für sich. Aber alle unter einem Dach.
In den Wirtschaftsgazetten schreiben es in grossen Lettern: Die Schweizer
Binnenwirtschaft kommt einfach nicht aus der Talsohle heraus, und erst recht
nicht die Bernische... Alteingesessene Berner Firmen werden verkauft, das
Management nach Zürich oder ins Ausland abgesogen, alle sparen statt zu
kaufen, der nächste Crash in der Bau- und Immobilienbranche steht kurz
bevor.
All der Hiobsbotschaften zum Trotz gibt es aber auch Lichtblicke, welche
uns wohltuend zeigen, dass der (vielleicht typisch bernische) Hang zu
Vorsicht, unternehmerischer Passivität und wirtschaftlicher Depressivität
nicht zuletzt auch ein Problem der Mentalität sein könnte. Das Mattequartier
gehört ganz sicher in die Kategorie der Lichtblicke. In den letzten Jahren
sind rund um die Wasserwerkgasse - Mühleplatz eine Vielzahl neuer Betriebe
entstanden. Dass sich so viele UnternehmerInnen entschieden haben, die Matte
als ihren neuen Standort zu wählen, liegt - neben der Tatsache, dass mit dem
Umbau des Mühle-Komplexes neue (Frei-)Räume entstanden sind - nicht zuletzt
vielleicht auch am speziellen Matte-Geist.
Die neueste unternehmerische Innovation in der Matte nennt sich
Schmelztiegel. Der Name kommt nicht von ungefähr, teilen sich die fünf
Firmen des Schmelztiegel doch in die renovierten Räumlichkeiten der alten
Giesserei an der Wasserwerkgasse 3.1. Unter einem Dach, jedoch ohne nähere
geschäftlichen "Bindungen" bieten sie die unterschiedlichsten
Dienstleistungen an:
"Aus Alt mach Kitsch" - dies ist das Motto von Sandra Bosshard's Sandyland, dem neuen Kitsch- und Dekoatelier in der Matte.
Eröffnungsfeier!
Am 28. Juno stieg dann das Event: Die Feuertaufe. Als Vertretung des
"wichtigen" Lokalblatt Matte-Zytig waren auch wir zum Fest geladen. Und was
das für ein Fest war! Eine Riesensache, die Menschenmenge staute sich in der
eigens zum Eröffnungsfest teilweise gesperrten Wasserwerkgasse. Zwischen
Bier, Wein und Käse und bekannten Gesichtern fand sich zum Glück doch noch
die Gelegenheit, die äusserst modernen, sprich hellen, geräumigen und
geschmackvoll eingerichteten Räume zu besichtigen, mit diesem oder jenem
Geschäftsinhaber oder -partner ein paar Worte zu wechseln und Einzelheiten
zu den jeweiligen Firmen zu erfahren. Ab 22 Uhr gings dann per Shuttle-Bus
weiter ins Bierhübeli, wo bis in die frühen Morgenstunden weitergefestet
wurde.......
Besten Dank und viel Glück in der "Aare-Republik Matte"
Die Redaktion
Matte-Leist-Beiz zum Anlass des Altstadtfestivals vom Samstag, 31. August
96 an der Talstation des Senkeltrams
Zwischen 10.00 und 00.30 Uhr bieten wir Ihnen untermalt mit
matte-typischen Konzerteinlagen verschiedenste Konsumationen an.
Weitere Details ersehen Sie in unseren Anschlagkästen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!