Matte-Zytig Dezember 1995
Schuenisch ir Chelti u ir Fyschteri dür d Matte. Derby zieht's di fasch
yne i di häll erlüüchtete Stube. Da und dört gsehsch es Cherzli oder e
Chriesascht. Lue, dört obe si Lüt am baschtle! Die dört äne hei Bsuech u dä
dört luegt Fernseh. Gäll, es wienächtelet, u gäll, chasch säge was wosch, es
isch immer wider schön.
D'Läbchuechehüsli vor Matte si bsungers im Winter eis grosses Märliland wo
chasch düre loufe u i frömdi Stube yne glüssle. Die einte kennsch scho,
anderi si dr no frömd. Vilicht lersch öpper nöjis kenne bim
Advents-Fänschterle.
Eigetlich hani chly es gstörts Verhältnis zur Wienacht gha. Je elter das ig
aber wirde, u je sentimentaler, merkeni, das es eigetlich glych es schöns
Fescht isch. Em närvöse Drum und Draa versuecheni us em Wäg z gah. Mit de
Jährli wird my Wienacht immer lysliger u ig wirde immer nachdänklicher
derby. Überhoupt wärde di Tage gäge Änds Jahr immer meh zu einere vo dene
sältene Zyte zum Überlege und Erinnere. Di schönschte Wienachte, emel i mir
Erinnerig, si d Wienachte als Ching gsy. Sicher, ou wäg em Chrischtchind u
de Ängeli. Gseh hani se zwar nie, wäge de Päckli wo si bracht hei, bini gärn
bereit, a se z gloube.
Im Louf vo de Jahr si immer di glyche Gsichter um ds Böimli gsässe. Mängisch
het öpper gfählt, ds einte oder ds angere Mal hesch gwüsst, es isch für
geng. Aber ou: nöjis Läbe isch derzuecho. Wienachte äbe, ds Läbe äbe. Nid
das dihr jitz meinet, deheime heige mir üs dr ganz Advent düre würdig und
edel uf di heiligi Zyt vorbereitet. I däm Jahr, woni mi dra erinnere, si
viel Lüt z Bsuech cho. Es het gnue z tue gä für alli. Für en Abe, wo süsch i
Rueh härehocktisch u Fernseh luegtisch gits wäge dere Bschärig so öppis
vomene Affetanz, em Napoleon si Fäldzug isch nüt dergäge gsy. I ha scho geng
die Lüt benide, wo im Ougschte, i de Summerferie föi aafa Wienachtsgschänkli
vorbereite. Mir isch das nie glunge. Mi Termin isch dr vorletscht u dr
letscht Momänt vor em Heilige Abe.
Es Gala-Fescht-Menu Marke "Närvezäme-bruch bim Bachofe" mues o no planet u
vorbereitet wärde. D Zyt bis zur Wienacht wird immer chürzer, Fänschterli um
Fänschterli vom Adventskalender geit gnadelos uf, immer necher chunnt di
gnaderichi Zyt. Je necher das es rückt, je meh wärde alli bi üs deheime
närvös.
Zure rächte Wienachte ghört e rächte Boum. Bisch ds Jahr düre Bärner oder
süsch e Mürggel, zeigsch wenigstens ar Wienachte königlichi
Prachtsentfaltig. Boumschmuck us mänger Generation het sech im Eschtrig
aaghüft, Baschtlets vo Ching us allne Generatione hets derby. Jedes Jahr
isch vom Wienachtsmärit oder us chlyne Lädeli öppis nöjis derzuecho. Hüt
chönnte mer allwäg dr Boum uf em Münschterplatz problemlos vo zungerscht bis
zoberscht schmücke, mit all däm Glanz und Gloria.
Dihr gseht, ds wichtigschte isch eidütig ds Böimli gsy. U wenn ig Böimli
säge, de isch das nid ganz präzis. D Bäre im Bäregrabe hätte chönne nydisch
wärde ab der Tanne, wo dr Vatter aube vom Märit heigschleipft het. Süsch
ender sparsam, het ihm dr Boum nie chönne böimig gnue si. We scho Böim ir
Stube, de emel rächti.
I däm Jahr si mir id Matte züglet. Wi i de Matte-Hüser üblich, isch d Dili
tiefer ghanget, tiefer als ir alte Wonig. Oder für alli, wo's genau wöji
wüsse, di nöji Stube isch nid so höch gsy wi di alti. Nid so schwär z merke,
gället?
Aber dr vätterlich Inschtinkt i Sache Böim het sech dere neue Lag no nid
aapasst gha. U no eis müesst dr wüsse: damit dä tüür Wienachtsboum
möglichscht lang het gha, hei mer albe z Brätterchrütz unge am Boum abgmacht
u dr Boum ines äxtranigs Wassergfäss gschtellt.
So, u jitz si mer sowyt, dr Vatter isch ungerwägs heizue mit syre
Bäregrabetanne. Ir Stube isch alles grichtet, es grosses Tuech am Bode, das
patente Wassergfäss füre Boum yzchlemme isch ufgfüllt gsy u parat gstande.
Es het aafa d Schtäge ufpoltere. Dr Vatter het schints im Büro scho en Apero
gha, ds Jahr usglütet, wis haut so geit.
"Das Jahr hesch's de guet gmeint mit em Boum, bisch eigetlich verruckt?" het
ne d Muetter begrüesst.
Mir si alli süsch scho ufgregt gsy, einersits wil mir Goofe am Nami Seich
gmacht hei u angerersits wil süsch scho aues echly hindedry isch gsy u d Lüt
scho fasch vor dr Türe stienge, wi d Muetter gmeint het.
Dr Vatter het nüt gseit, är kennt di Momente, wo mit umegäh nid
wyterchunnsch. Chuum dür d Türe möge het dä Rieseboum.
Es het scho wider Bemerkige gä: "Pass doch uf, i ha früsch putzt!"
"La wenigschtens eis Bild ar Wand, bisseguet!"
"Eh tue nid so, wil i spät ufe Märit bi, isch er derfür billiger gsy!"
Ändlich isch das Monschtrum id Stube bugsiert gsy. I üsere nidere Stube isch
dä Hallelujabäse, wi mir Ching ungerenang gseit hei, schynbar immer grösser
worde. Ke Chance das Rieseding ufzstelle, viel z'gross! Chasch di
fründlichschte Lüt zäme tue, aber i settige Momänt bruchts nid vil u scho
isch Füür im Dach.
I weis nümme, wär di erschti spitzigi Bemerkig gmacht het, vo Grössewahn und
nie meh Wienachte und so. Wi dr gseht, mir si i üsem Feschtprogramm scho
rächt wyt cho, es si alli deheime gsy, e Boum isch da gsy u dr Familie-krach
isch so langsam uf Tuure cho. No es paar Stung u dr Bsuech chunnt derhär, u
ds Chrischtchindli u d Ängeli.
Me cha übere Vatter säge, was me wott - er isch e Maa mit vilne Qualitäte.
Aber eis müesse alli ygseh, und i gloube er gsehts sälber ou so: wes um ds
Praktische geit, de het är zwöi linggi Händ. A däre Wienachte hets ne packt,
är isch über sich use gwachse. Er het beschlosse dä Boum sälber echly zwäg z
stutze. D Muetter hei mer i d Chuchi gschickt. I ha müesse dr
Wärchzüügchaschte go hole. Tapfer het üse Oberförschter es Sageli usgsuecht.
Nach eme churze Ougemäss isch er zur Tat gschritte und het unger am Boum afa
säble wie wild. Dr Stamm isch - i has sofort gseh - schampar dick gsy.
Dergäge isch ds Sageli viel z chly gsy. Es het meh z'tue gä als erwartet.
Mit vo Tanneharz verchläbte Händ u mit zündrotem Chopf isch dr Boumchirurg
zwüschedüre uftoucht us dere grüene Pracht.
D'Muetter isch o mal cho yne luege, si het im verbigah nume gmeint: "Am
Jesus si Vatter isch ja schliesslich ou Zimmermaa gsy!" Si het äuä di gueti
Lune widergfunde oder es ischere scho alles glych gsy.
Ds Massaker isch em Ändi zuegange. Itz no di ungerschte Escht wägg u dr
Stamm zuespitze, das er i ds Patäntglas passt. Zyt für ne Pouse. Zyt zum
zrüggstah und das Kunstwärch aazluege.
A däm Tag isch ds Ougemäss äuä falsch ygschtellt gsy. Bim usprobiere isch dä
Tonnersboum immer no z läng gsy! Das isch juscht ou grad dr Moment gsy, wo d
Muetter mit ihrem sibete Sinn für heikli Situazione wider emal isch
verbycho. Si het gfragt: "Geit's, Schatz?".
Zersch het dr Schatz no derglyche ta, es gieng, aber es isch allene klar
gsy, das es nid ganz eso gange isch, wies hätt sölle.
E unwienachtlich heissi Diskussion het aagfange - üs Ching het me
usegschickt, wi geng. Wo blibt di ruejigi Bsinnig uf e schönscht Tag im
chrischtliche Jahr? "Ire Stund chäme d Lüüt, iz mach echly fürsi!", hei mer
no ghört. U ds Chrischtchindli mit syne Ängeli, hani für mi dänkt.
Mir si wider ynegschliche. No einisch dä dick Stamm versäble, no einisch
zuespitze, das isch du em Häuptling doch z kompliziert worde. Aber
schliesslich, was het e Boum und e Bratwurscht gemeinsam? Dir sägets, er het
ou zwöi Ändi! Im Gägesatz zur Wurscht isch bim Boum aber z einte dünner. U
genau uf das hets üse Förschter abgseh gha. Wider ei Sagete, das Mal obe am
Boum. Es isch weniger lang gange, ds Sagmähl hei mer ungerem Teppich
versorget, ke Zyt me für Detail.
Wo dä Boum ändlich i syre ganze Pracht uferschtande isch, hets ou ä
Schilipingg müesse gseh: Ab all dere Schnäflerei unge und obe hei d
Proporzione nümme so ganz gstumme. Us däre schöne, schlanke Tanne aus em
tiefe Wald isch en Art e Nadle-Zylinder worde. Vom Bode uf, bis a Dili ei
mordio Tanne, sozäge en Usschnitt usere Tanne, wo schinbar dür üsi Stube
düre gwachse isch.
Sigs eso, fertig Fäderläses, Boum isch Boum. Dr Stäg häre, iz wird
gschmückt. Vilicht das Mal nid mit so viel Liebi wi i anderne Jahr. Dr
Höhepunkt vo me aaständige Tanneboum isch dr Boumspitz. Das Jahr hei mer e
nöjie übercho, e bsungers schöne u allwäg ou rächt tüüre. Es het sölle en
Überraschig wärde, für d Muetter. Z' oberscht ufem Schtäg balanciere u dä
wunderschöni Spitz ufsetze isch e schwirigi Sach.
I däm Jahr isch alles wie verhäxet gsy: wägem Abschnide obe isch ds Stämmli
dicker gsy als süsch, dr Spitz het nümme drufpasst. Kes Problem. Mit de
nöjie Erfahrige ir Holzbearbeitig isches es ke Sach me gsy, nomal am Boum
umezschnitzle. Ä Chuchischnitzer het sofort häre müesse, u scho si d Spän
gfloge. Ändlich isch dr Spitz druffe gsy, chly schreg zwar, aber immerhin!
Üse Wienachtsboum het im volle Ornat glänzt.
"Gang, rüef dr Muetter, si söll rasch cho luege." Düre Gang - d Muetter het
d Häng am Schurz abtröchnet - hei mir us dr Stube "nei, nei, nei" und
drufabe es luuts Pole ghört. Nächhär isch e Moment lang unheimlich ruejig
gsy. Mit eim Satz simer bir Beschärig gsy. Vom Vatter hei mer meh ghört als
gseh. I bi no es Ching gsy, u ha nume d Helfti verschtande. Gället, di
wichtige Sache im Läbe verschteit me ersch viel speter. Aber blibe mer am
Bode, bim Vatter. Uf ihm obe isch dr Boum parkiert gsy.
Am Wassergfäss isch es eifach zviel worde, der Stamm het sich glockeret bir
Schnitzerei. Was mues umgheie, gheit um, so eifach isch d Natur. Zum
allgemeine Dürenang isch iz ou no e Überschwemmig uf em Stubeteppich cho.
Das wider het dr Muetter dr Boge gä. Dr Heiland isch a dere Wienacht bi üs
deheime nid nume i de Lieder vorcho. Aber ou di beschte Kräch göji emal
verby, oder wärde vertaget, bsungers we dr Bsuech vor der Tür steit und
lütet, u ds Chrischtchindli ou, u syni Ängeli. Dr Vatter isch sech angers go
alege. Sider het d Muetter dr Bode ufgno, es nöjis Tuech uftrybe.
Es het doch no klappet, wahrschinlich wäge dene vilne praktische Ratschleg
vom Bsuech. Es het viel Schnuer brucht, für e Boum ar Dili und ar Wand
aazbinde. Gwaggelet het är immer no, aber immerhin het er nümme chönne
umgheie. Dr Räschte vom Boumschmuck isch dranneghanget. Zoberscht dr Spitz,
dä vo letscht Jahr, dr blau, aber de het mir sowieso besser gfalle. U das
Jahr hei mer ungerem Schmuck sogar dr Boum gseh.
U süsch? Süsch ischs e ganz normali Wie-nacht gsy wi all Jahr. Wi all Jahr
isch dr Bsuech cho, und ds Chrischtchindli u syni Ängeli. Nach ere
Aastands-Wartezit hei mer d Päckli päcklet. Speter isch dr Bsuech wider
gange.
Wi all Jahr nach em Ufrume hei mir nomau Cherzli a Boum gsteckt, nume für
üs, u für ds Chrischtchindli u syner Ängeli. Mir si dagsässe u hei chly
gredt und dr Boum agluegt, i däm spezielle Jahr eifach echly ruejiger als
angeri Mal.
Konzert in der Nydeggkirche, Bern
Samstag, 16. Dezember 1995, 20.00 Uhr
Ruth Margot, Gesang
Hans Peter Graf, Kirchenorgel und E-Piano
Bänz Margot, Schlagzeug
Res Margot, Bluesharp, Kontrabass und Didgeridoo
Leitung: Pfarrer M. Suter
Eintritt frei, Kollekte
M-Gospel will auch dieses Jahr mit einem Weihnachtskonzert Freude
bereiten. Die Gruppe trat im vergangenen Jahr mehrmals in Kirchen auf, an
Hochzeiten und besonders ein wunderbares Konzert in der Kirche
Kleinhöchstetten war für die Musiker wie für die Zuhörer unvergesslich.
Hans Peter Graf ist Musiklehrer, Organist und Komponist und spielt in den
Gruppen Bitzi Blues Band und Four Heads. Ruth Margot singt im Duo, in Pas in
amur / O'Mari, Longstreet sen. Departement, als Gastsängerin im
Gosp'n'Pop-Chor. Bänz Margot will Musiker werden und hat die Hip-Hop-Gruppen
Die weisse Wüste und Dic gegründet. Der Informatiker und experimentierende
Volksmusiker Res Margot spielt Solo Büchel und Alphorn, bei Pas in amur /
O'Mari, in der Berner Volksmusik und versucht sich mit unzähligen
Instrumenten.
Das Programm in der Nydeggkirche wird auch neue Stücke enthalten, Gospel,
eigene Lieder und ein Stück mit einem australischen Instrument, einem
Didgeridoo.
Wo liegt da die Grenze des Zumutbaren? Da gehen die Meinungen stark
auseinander. So sammelte ein Initiativ-Komitee 160 Unterschriften bei
Gegnern des «Wasserwerks» - während vor einem halben Jahr 65% der
Matte-Bewohner unseren Fragebogen zur «Kultur» positiv beurteilten, obwohl
dadurch leider auch negative Nebenerscheinungen (Lärm, Parkplatzprobleme
usw.) erkannt werden.
Wir suchten deshalb Hilfe und Rat bei der Stadt. So kam das Gespräch mit dem
Stadt-Präsidenten, Dr. Baumgartner, am 16. Oktober zustande, im Beisein der
Polizei- und Kultur-Direktion, einiger Club- und Restaurant-Organisationen
und dem Leist. Zu dieser Diskussion liegt ein 5seitiges Protokoll der
Präsidialdirektion der Stadt Bern vor (und kann bei mir eingesehen/verlangt
werden).
Grundsätzlich deckt sich die Meinung der Stadt mit unseren Zielsetzungen.
Gleichzeitig sind ihr unsere Probleme bestens bekannt - es liegen hierzu
auch genügend Reklamationen und Eingaben vor, welche auch zeigen, dass dem
Problem unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen.
Kurz zusammengefasst wird Folgendes angestrebt:
Sollten keine wesentlichen Verbesserungen erreicht werden, sichert uns die
«Stadt» ihre Unterstützung zu.
Abschliessend erlaube ich mir zu erwähnen, dass es wenig sinnvoll ist,
unsere Polizei wegen falschen Parkierens nachts (oder auch am
«Flohmärittag») zu rufen (ausgenommen bei Ein/Ausfahrts-Behinderungen) - in
vielen solchen Fällen werden wir Mätteler notgedrungenerweise nämlich auch
gebüsst!
Schlussendlich rechne ich mit Ihrem grossen Verständnis für unsere Probleme
- und wünsche, dass wir uns gegenseitig «leben lassen». Vielen Dank im
voraus.
Wisst Ihr was Paradox ist?
...wenn ein Securitas am Läuferplatz wegen baulichen Behinderungen (G WB)
den Verkehr regelt und jedem Autofahrer freundlich zuwinkt, unberechtigt in
oder durch die Matte zu fahren!
Ich hab' geträumt ...
dass plötzlich mein Telefon unhaltsam läutet und sich Matte - Anwohner, -
Gewerbler und - Arbeitnehmer melden, im Leist aktiv mitzuwirken. Ich erhalte
fantastische Vorschläge, wie unsere Probleme zur Zufriedenheit aller gelöst
werden können. Die zwei letzten Gegner der «Blauen Zone» wünschen sich nun
auch die Realisierung! Plötzlich wollen sogar drei Anwohner die Matte-Zytig
vollverantwortlich - selbständig übernehmen. Einige melden bloss, dass sie
für die nächste Ausgabe etwas Lustiges schreiben wollen. Es interessieren
sich über 24 zur Gestaltung eines Advents - Fensters. Vier wollen unbedingt
im Leist-Vorstand mitwirken.
Ich komme ins Schwitzen und bin froh, dass dies nur mein Wecker ist, welcher
läutet und dass die Realität gottlob umgekehrt ist!
Liebe Kundschaft aus der Matte und Umgebung
Ich möchte Ihnen nach all den Jahren herzlich für Ihre Treue danken und
wünsche Ihnen schöne Weihnachten und ein glückliches neu es Jahr.
Res Margot traf den Mätteler Louis Schläppi im Mühlirad. Im
Mühlirad kann man miteinander sprechen, ohne durch laute Background-Musik
gestört zu werden. Louis erzählt, wie er aufgewachsen ist. Er spricht auch
fliessend das alte wie das neue Mattenenglisch. Res Margot hat das Gespräch
aufgezeichnet.
Louis Schläppi: Es geht jetzt ums neue Mattenenglisch (ME). Ich habe das
zur gleichen Zeit wie das alte gelernt.
Res Margot: Wie alt bist Du?
Louis: Ich bin in den Achtundfünfzigsten. Auf die Welt kam ich im Haus
Nydeggstalden 20, im 1. Stock. Dieses Haus wurde später neu gebaut. Das Haus
daneben, das 22, das ist noch gleich wie früher, dort wohnte die Familie
Möhri.
Als ich ungefähr 2jährig war, zügelten wir in den Nydegghof 49, in das Haus,
das jetzt das Altersheim ist. Unser Haus war das oberste, der Abschluss der
Häuserreihe. Auf der Seite gegen den Nydeggstalden war der Milchladen von
Looslis. Das unterste Haus auf dem Nydegghöfli war, glaub ich, die Nummer 3,
das über dem Feuerwehrmagazin. Alle Häuser hatten hier ungerade Nummern, so
waren früher viele, wahrscheinlich 22 bis 23 Häuser, im Hof. Unser Haus ging
auf den grossen Platz vor der Nydeggkirche, alle andern hatten jedes einen
Vorgarten. Ich glaube, diese Häuser waren früher die einzigen innerhalb der
Aareschleife, die einen Vorgarten hatten! Hier wuchsen Äpfel-, Kirsch-,
Birn- und Zwetschgenbäume, es hatte Gemüse, viele Blumen und Gras zum Heuen.
Res: Warum zum Heuen?
Louis: Eh, für die vielen Chüngel! War das eine herrliche Zeit - ich möchte
noch einmal von vorne anfangen.
Res: Hast Du im Kindergarten das ME gekannt, kannst Du Dich besinnen? Oder
ist das später gekommen?
Louis: Nein, das ist später gekommen. Eh. ..1945 bin ich in die erste Klasse
da in der Matte, bei Fräulein Krebs. Das war schon damals eine ältere Frau
gewesen. In der ersten Woche, ich kann mich noch gut besinnen, haben die
Glokken geläutet. In der ganzen Schweiz, überall. Sogar die Nydeggkirche und
das Münster oben, man hatte es gut gehört. Ich kann mich gut besinnen.
..Weil der Krieg zu Ende gegangen war.
Da war ich Sieben mit Jahrgang 38, siebenjährig.
Gelernt habe ich das ME auf der Strasse mit Gleichaltrigen 1948 in der
dritten Klasse bis in die sechste Klasse. Also 1948 bis 1951 habe ich beide
ME gelernt. Das richtige ME und zur gleichen Zeit das neue ME.
Res: Du bist dann neun Jahre hier in die Schule? Louis: Ja, bis 1954.
Res: Haben die Lehrer gewusst, dass Ihr ME gesprochen habt, oder hat es sie
gar nicht interessiert?
Louis: Das haben die schon gewusst, aber es hat sie nicht interessiert. Ich
bin nie etwas darüber gefragt worden von den Lehrern und den Lehrerinnen,
was wir da sprechen.
In unserer Klasse waren Kinder aus dem Altenberg, aus dem Marzili und alle
Kinder unterhalb des Zytglogge. Wir Mattegiele waren eine Minderheit in der
Klasse. Waren aber immer zusammen, und nur wir sprachen das ME.
Res: Und Eure Mädchen?
Louis: Komisch - nein, die sprachen auch nicht ME.
Res: Als Du weggekommen bist aus dem Quartier, ist. ..
Louis: Ich bin nie weggegangen. Ich bin ein paarmal innerhalb der Matte
gezügelt, wegen den Eltern. Ich habe dir schon gesagt, aufgewachsen bin ich
im Nydegghof, in den alten Häusern, bis 1960. Wir wohnten im 2. Stock. Über
unserer Wohnung war der Estrich, der vielleicht vorher auch noch eine
Wohnung war. Dieser Estrich war ganz ohne Fenster, du kannst Dir vorstellen,
Sommer und Winter ...Wir lebten in einer 1/2-Zimmer-Wohnung. Mein Zimmerchen
wurde im Winter kaum temperiert durch einen kurzen Winkel des Rohres vom
Holz- und Kohleofen des grossen Zimmers. So hatte es in kalten Wintern eine
zentimeterdicke Eisschicht an meiner Zimmerwand.
Die Häuserreihe, die um die Kirche herumgegangen ist, die ist durchgehend
gewesen in den Nydeggstalden und die Mattenenge hinunter. Die hatten auch
andere Nummern gehabt. Zum Beispiel von der Mattenenge 6 konnte man durch
das Haus über finstere Treppen hinaufsteigen in den Nydegghof - aber oben
war dann eine andere Nummer. Die waren einfach durchgehend. Man konnte von
unten herauf und von oben herab!
Zum Teil waren es Slums, zu dieser Zeit, wo ich dort aufgewachsen bin,
Häuser, in denen niemand mehr gewohnt hatte, Häuser ohne Fenster. ..
Zum Beispiel von der Mattenenge 6 konnte man durch das Haus hinauflaufen in
den Nydegghof - aber oben war dann eine andere Nummer. Da waren Leute, die
wohnten im Nydegghof, die hatten Adresse Nydegghof, und im gleichen Haus
hatte es Leute, die hatten die Adresse Mattenenge 6. Weisst Du, wie ich das
meine? Das war das Eigenartige. .. 1960 zügelten wir in die Schifflaube 44,
später in die Gerberngasse 9. Heute wohne ich am Nydeggstalden 1, beinahe
da, wo ich auf die Welt gekommen bin. Du siehst, der Kreis hat sich
geschlossen.
Res: Während der Lehre hast Du noch weiter ME gesprochen?
Louis: Nein, das ging verloren nach dem Schulaustritt. Weil viele
Schulkollegen weggezogen sind. Die Eltern sind fortgezügelt und sie sind
auch mit. Es ist verloren gegangen.
Es gibt noch einige, die können Zum Beispiel die Möhri- Giele ...einige, die
in meinem Alter sind ...ungefähr in meinem Alter ...
Res: Mit diesen hast Du nicht mehr Kontakt?
Louis: Weil sie auch weniger herkommen ins Quartier-
Res: Nun habe ich hier noch etwas im ME geschrieben! Louis: Vom alten ME
hast Du ja schon genug Informationen, Du kannst ja schon gut schreiben. Aber
heute geht es ja ums neue ME!
Res: Auf diesem Papier habe ich ein wenig probiert, an einem Neujahrswunsch:
«Matte,12.1995
im nöjie Jahr isch alles viu besser, Res Margot,>
Res: was sagst Du zu meiner Übersetzung ins neue ME? Louis: Oben heisst es
«Matte» ...«Madittu» ...gut
Eben das «adim» ...«im»
Res: «im» ...
Louis: da würde ich jetzt noch ein «h» hineintun!
Res: «hadim»?
Louis: weil ja auch ein «h» in «im» drin ist,
«im» ...«hadim»!
«nadiue» «nöije»
«Jadihr» «Jahr»
«hadist» «isch, ist» oder «hadisches»
«alles» hast Du da: «hadilles», «hadiues» auch wieder mit einem «h» ...nein
ohne «h»... «adiues»
«vadiu», «viu», ...ist auch gut ...
«badisser»...Tip- Top.
Ich möchte sagen, es ist gut -bis «hadim», dort ist ein «h» Das wäre «Res»
...«Radis» ...«Resu» ...«Radisu», «Resu» «Radisu» -das ist nicht schlecht!
Ich möchte sagen, das ist gut, das hast Du tiptop gemacht! Res: Danke,
Louis, für dieses Gespräch! wenn Du einverstanden bist, können wir diesen
Wunsch allen Mätteler weitergeben!
Seit Wochen werden in der Matte die Gas- und Wasserleitungen ausgegraben
und ersetzt. Dabei kam letzte Woche in der Gerberngasse vor dem Haus 16 eine
sehr alte Holzwasserleitung zum Vorschein.
m Graben in ein Lehmbett eingelegt. Die Lehmpackung konservierte das
Holz, so dass die Leitung weit über 100 Jahre ihren Zweck erfüllen konnte.
Das Aufkommen moderner, relativ billiger Materialien zur Herstellung von
Röhren brachte das Tüchlbohren zum Verschwinden. Wie man in der Matte sieht,
werden heute Plastic-Rohre verlegt. Wie lange werden diese wohl ihren Zweck
erfüllen? - Der Text wurde bearbeitet nach Unterlagen vom Freilichtmuseum
Ballenberg.
Mehrere
ungefähr 4 m lange und 25 cm dicke Holzrohre mit einer Bohrung von 10 cm,
sogenannte Tüchel oder Teuchel, wurden aus über 1 m Tiefe, aus dem Graben an
der Gerberngasse, gezogen. Die sehr gut erhaltenen zeugen aus früheren
Jahrhunderten wurden rasch mit dem Schutt abtransportiert. Die Bauarbeiter
haben auf Wunsch von Res Margot ein Stück sichergestellt.
Herr Walter Neuhaus, koordinierender Polier, zeigte in der nassen Grube auch
dicke Schichten aus zähem, guterhaltenem Holz und verschieden
Steinmaterialien. Er meinte, dass auf diese Art früher wahrscheinlich der
weiche Boden der Gerberngasse gefestigt wurde. Herr Neuhaus erzählte auch,
dass er beim Bau des Mattmark-Staudammes, weit über der Baumgrenze im
Geröll, Lärchenstämme gefunden hat. Er sendete damals Proben des Holzes zum
Bestimmen des Alters an verschiedene Universitäten. Er war höchst erstaunt,
dass das geschätzte Alter je nach Universität zwischen 5000 bis 50000 Jahre
varierte. Wahrscheinlich wäre es auch nicht einfach, das Alter der in der
Matte ausgegrabenen Tüchel zu bestimmen.
In einer Schrift aus dem Freilichtmuseum Ballenberg wird beschrieben, dass
in früheren Jahrhunderten die Wasserversorgung der Städte und Dörfer mit
Tüchel sichergestellt wurde. Zum Beispiel in Luzern wurden die Holzleitungen
1764 vermessen und in Pläne eingezeichnet. Das Leitungssystem bestand aus
7810 Tüchel mit einer Gesamtlänge von 30 km.
Ein Tüchel wurde aus einem 2,5 bis 5,5 m langen Stamm von Weisstanne,
Lärche, Föhre (weniger günstig Fichte) hergestellt. Das Holz wurde im Januar
bei schwindendem Mond, wenn es im Saft war, gefällt. Dann liess es sich am
besten bearbeiten. Der Stamm wurde von einem Handwerker mit einem grossen
Bohrer ausgehöhlt. Dieses Handwerk gehörte zu den «besseren» Berufen im
Wandergewerbe, im Gegensatz zum Kesselflicker oder Beckibüetzer. Der
Tüchelbohrer kam mit seinem schwerem Gerät oft mit einem Ochsenwagen
angefahren.
Die Arbeit erforderte früher sehr grosse Geschicklichkeit und viel Kraft.
Das Loch musste auf der ganzen Länge schön in der Mitte sein. Die Enden der
Röhre wurden besonders bearbeitet, damit die Tüchel miteinander verbunden
und abgedichtet werden konnten. Die Tüchel wurden
Ergänzend zum Bericht in der letzten «Matte-Zytig»
müssen wir festhalten, dass die vorgesehenen Etappen kurzfristig von
ursprünglich zwei Umbaujahren auf eins komprimiert wurde, wodurch uns mehr
Parkplätze verloren gingen und vermehrte Verkehrsbehinderungen resultierten.
Nun wird die Bau-Etappe Läuferplatz bis Gerberngasse (Höhe Matte-Lädeli) an
Weihnachten abgeschlossen sein. Während den letzten zwei November-Wochen
wird auch auf dem Mühlenplatz gegraben, so dass auch hier weitere Parkplätze
wegfallen. Ab Ende November wird die Quartierstrasse
Gerberngasse/Wasserwerkgasse für zirka ein Monat gesperrt, hingegen wird die
Wasserwerkgasse dann wieder befahrbar sein.
So werden wir folglich nach Weihnachten wieder unsere Ruhe, unsere
Parkplätze, unser Wasser und Gas, wieder voll geniessen können - es sei
denn, andere nehmen sie uns weg ...
Der Leist gratuliert ganz herzlich und wünscht
für die nächsten 100 Jahre viele Stimmen in die Zukunft.
Was uns eint als treue Brüder
Hier an trauter Aare Strand
Das sind unsrer Heimat Lieder
und die Lieb' zum Vaterland
Diese Worte stehen auf der Reversseite der prächtigen seidenen Fahne, die
vom Vorgängerchor (1865) dem Zähringerwirt zum Aufbewahren überreicht wurde.
Da eine Fahne das Symbol der Zusammengehörigkeit und Einigkeit sein soll,
wurde verfügt, dass die Fahne demjenigen Verein zukommen solle, der unter
dem gleichen Namen «Sängerbund Matte» wieder ins Leben trete und ein Jahr
lang im Quartier Bestand habe.
Schon schnell kam der Wunsch der Mattebevölkerung nach einem neuen Chor,
fehlte doch bei Anlässen und Ausflügen die gesellige Stimmung ohne
Sängertruppe. Am 28. Februar 1895 fand diesbezüglich im Zähringer die erste
Sitzung statt. Es wurde folgendes festgehalten: «Der Sängerbund will keinen
Kunstgesang pflegen, er will nicht Bummelfeste konkurrieren. Aber er will
edlen Gesang pflegen in patriotischen und Volksgesängen. Die seidene Fahne
unter dem Protektorat der stehenden Berna soll das Quartier an der Matte
einigen nach dem Sprichwort: Böse Menschen haben keine Lieder und, wo man
singt, da lass dich ruhig nieder. So wollen auch wir frei allen politischem
und konfessionellem Treiben einander die Bruderhand zum frohen Sange
reichen.»
Der Chor hat sich immer gegen politische Einflüsse gewehrt. So konnten nach
dem ersten Weltkrieg denn auch keine proletarisch gestimmten Sänger mit
fremden Liedern im Chor Fuss fassen. Der Chor blieb ein Gewerbechor, der
sich vorallem aus Metzger, Bäcker, Posthalter, Milchhändler und anderen
zusammensetzte. Im Laufe der Zeit haben sich die Reihen gelichtet, das
Interesse und der Nachwuchs fehlen. Mit viel Einsatz der Beteiligten konnte
man den Jubiläums-Unterhaltungsabend schön und festlich gestalten. Ganz
getreu dem Motto: Wir wollen die Kameradschaft pflegen und das gesellige
Singen.
Möge beides noch einen langen Bestand in die Zukunft wahren.
Dr läbig "Advänts-Kaländer" ir Matte u ä Zyt der Begägnig
Ab 3. Dezember erleuchten die weihnächtlich dekorierten Fenster. Am
jeweiligen Adventsdatum gehen die Törli für alle Mättelerlnnen auf, und Sie
sind herzlich auf einen Umtrunk eingeladen. Wann und wo entnehmen Sie
untenstehender Liste. In diesem Sinne: auf Wiedersehen im "Adventskalender-
Törli!"
Lieber Fritz
auch Du verlässt den Leist-Vorstand auf Ende Jahr. Hinter Dir liegen
Leistjahre voller persönlichem wie finanziellem Engagement. Keine Worte sind
stark genug, um Dir zu danken, was Du alles für die Matte angerissen,
organisiert und realisiert hast. Mit Deiner persönlichen Anwesenheit hast Du
alle Vorstandssitzungen zu einem Fest gemacht, an dem eben auch Platz für
ein Lachen und Gefühle war. Auch Du lässt hinter Dir und orientierst Dich
neu in die Zukunft. Für all Deine Pläne wünschen wir Dir viele positive
Energien und gute Geister, die Dich begleiten. Wir stehen immer neben Dir!
Lieber Heinz Inderbitzi
Wir danken Dir für Deinen unermüdlichen Gratiseinsatz. In einer Zeit wie
der unseren ist dies alles andere als selbstverständlich. Deine zahlreichen
Illustrationen haben unsere Zeitung bereichert und lebendig gemacht.
Lieber Peter, lieber Kees
Wir weben Euch ein Riesenherz, gespannt aus Fäden der Liebe, der
Dankbarkeit und Wärme. Es ist nicht selbstverständlich, wie Ihr zwei Euch
immer wieder, besonders während der Entstehungszeit einer Zeitung, bemüht
habt, uns aufzustellen und uns vor Abstürzen zu bewahren. Wir hoffen, dass
unsere neuen Projekte Euch nur Freude und Lust bereiten werden. Voller
positivem Bemühen.
Jacqueline und Kees heiraten!
wisst ihr, wieso Jacqueline mit der «Matte-Zytig» aufhört?
Sie hat jetzt nämlich keine Zeit mehr, weil sie heiratet nein, sie muss
nicht, sie darf und will!
Ich persönlich wünsche Kees und Jacqueline ganz viel Licht und Wärme auf
ihrem begonnen gemeinsamen Lebensweg. Ich danke Dir, liebe Jacqueline, für
unsere kreative Zusammenarbeit ganz herzlich ... und Tschüsssssssss.
Liebe Susanne
Beim Merci-Sagen darfst natürlich Du nicht fehlen. Dank Dir sind all die
Zeitungen kreativ verwirklicht worden. Wenn Du Deine Haare nicht so oft
färben würdest, hättest Du sicher eine Hand voll weisser Haare wegen uns.
Durch Deine Fachkenntnisse ermöglichtest Du uns die Realisation beinah jeden
Spleens!
Herzlichen Dank für alles, bis im Mai an der Walpurgisnacht.
Herzlichen Dank
Die Verdankungen nehmen kein Ende, da wir allen dankbar sind, die
uns immer unterstützt und getragen haben. Dies sind vorallem auch
Inserenten und Sponsoren
der «Matte-Zytig» und der Matte. Ihnen gebührt der herzlichste
Matte-Ratte-Dank.
Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben, dass unsere «Zytig» ein
Erfolg wurde. Allen Schreibern und Schreiberinnen, an Sachar und Sacharin
und allen Mannen und Frauen, welche die Zytig gelesen haben!
Merci viumau!
Die letzten. ..Ausgaben der «Matte-Zytig» (und das heisst eigentlich alle
bisher erschienen) fanden bei allen Matte- Bewohnerinnen ein positives Echo.
Erstens ist es toll, dass unser (kleines) Quartier ein eigenes und
unabhängiges Publikationsorgan hat. Und zweitens ist es noch toller, dass
die «Matte-Zytig» echt gut ist. Wir verdanken das beiden «Herausgeberinnen»,
Rosmarie Bernasconi und Jacqueline Vuillien. Sie haben die ganze Arbeit
gänzlich gratis für uns gemacht. Und es war eine grosse Arbeit. Denn die
Mättelerlnnen immer wieder zum Schreiben von Beiträgen zu motivieren und
selber Texte zu schaffen und zu sammeln, die vorallem die Matte angehen und
die BewohnerInnen interessieren, ist das eine. Das Akquirieren von Inseraten
(die ja letztlich die Zeitung bezahlen) und das produzieren ist das andere.
Beide Aufgaben wurden - da sind sich sicher alle Leserinnen einig - von
Rosmarie und Jacqueline mit Bravour gelöst. Merci viumau ...kann man da nur
sagen. Und hoffen, dass es mit unserer "Zytig» so weitergeht!
Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Matte
Für Ihre Mithilfe an unseren Papiersammlungen vom Juli, August und Oktober
1995 möchten wir Schülerinnen und Lehrerinnen Ihnen sehr herzlich danken.
Der Erlös aus 13 460 kg Altpapier, dies das Sammelergebnis der ersten beiden
Sammlungen, ergab für unsere Schulen einen Zustupf von Fr. 1 076.80. Damit
erhalten unsere Klassen einen guten "Batzen» für ihre Kassen.
Eine kleine und doch grosse Bitte:
Unsere Schülerinnen sind zwischen 8- und 13jährig. Besonders die
jüngeren unter ihnen sind froh, wenn die Zeitungsbündel leicht sind. Vielen
Dank.
Wir wünschen
allen Mätteler und Mättelerinnen
und der ganzen Welt ein frohes und
besinnliches Weihnachtsfest
und ein schönes, stressfreies 1996.
Der Matte-Leist
Dieses Menu widme ich Rosmarie als «Zytigs»-Abschiedsgeschenk, verbunden
mit einem sooo riesigen Dankeschön für die warme, kreative Zusammenarbeit,
dass die ganze «Zytig» zu klein wäre.
In der üppigen Weihnachtszeit liegt Rosmarie das Ferne näher als das
Einheimische, daher wähle ich ein fernöstliches, chinesisches Mahl aus, zu
dem vor allem Weisswein und Rose passen, Weinfarben, die Rosmarie besonders
mag. Dieses Menu musst/darfst Du, liebe Rosmarie, bei uns einlösen, Kees und
ich freuen uns auf Dich und Peter! Zu einem Festmenu gehören chinesische
Glückskuchen, dies auch eine originelle Idee auf Weihnachten und/oder
Neujahr:
Glückskuchen (4 bis 6 Personen)
Teig
250 g Mehl
Y2 TL gemahlener Anis
1 Msp. Kardamom
1 Msp. Nelkenpulver
1 Msp. Salz
75 g brauner Zucker
3 frische Eier
2 EL ÖI
Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, den Anis, den Kardamom, das
Nelkenpulver und das Salz darüberstreuen. Den braunen Zucker dazumischen und
eine Mulde eindrücken. Die Eier und das Öl in diese Mulde geben. Alles von
aussen nach innen zu einem kompakten Teig verarbeiten; mit bemehlten Händen
klebt der Teig weniger.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und Quadrate
ausschneiden.
Jedes Quadrat belegen Sie mit einem Glücksfigürchen oder einem kleinen
Briefchen (evtl. auf Backpapier geschrieben mit wasserfestem Filzstift) und
schlagen dann die Ecken in der Mitte übereinander.
Fett/Öl in einem Topf (Friteuse) erhitzen, und die Glückskuchen darin
goldgelb ausbacken, herausnehmen und gut abtropfen lassen.
In China finden Sie in diesen Glückskuchen kleine Briefchen mit
Sinnessprüchen. Sie können Ihre Wünsche auf diese Art weitergeben oder
kleine Glücksfigürchen kaufen, um Ihre Gäste zu erfreuen.
Eierblumensuppe mit Pouletfleisch (4 Personen)
10 g Glasnudeln
60 g Pouletfleisch
2 frische Eier
2 Handvoll Spinat
1 I Hühnerbouillon
31 Salz
4 TL Zucker
grössere Prise Glutomat
Pfeffer aus der Mühle
2 Frühlingszwiebeln grob gehackt
1 TL Sesamöl
Frischer Koriander
Die Glasnudeln 10 Minuten in heissem Wasser einweichen.
Das Pouletfleisch in Streifen schneiden. Das Ei zerquirlen. Den Spinat
verlesen. Die Bouillon aufkochen und die Pouletstreifen hineingeben, die
Hitze reduzieren. Die Suppe mit Salz, Zucker, Glutomat und Pfeffer würzen.
Das Ei einrühren, den Spinat beigeben und die Flamme wieder hochstellen. Die
Zwiebelstücke und das Sesamöl hineingeben. Die Suppe vor dem Servieren
nochmals aufkochen und mit Koriander bestreuen.
Fischfilet mit Crevetten (4 Personen)
Marinade
4 Knoblauchzehen
5 bis 6 Löffel Tamarindensaft (Tamarinden finden Sie im Thaishop, legen Sie
diese in heisses Wasser und nehmen den Saft daraus)
1/2 TL Gelbwurzpulver
1 TL Zitronengraspulver oder frisches Zitronengras fein gehackt (Thaishop)
Salz
Zutaten
600 g Fischfilet (Kabeljau, Steinbutt)
etwas Mehl
Öl zum Braten (Erdnussöl riecht nicht so stark)
2 grosse Zwiebeln
30 g frischen Ingwer
2 grüne Paprikaschoten
4 bis 6 frische grüne Chilischoten
100 g ausgelöste Krabben oder Crevetten
1 TL Krabbenpaste (Thaishop)
Saft von 1 Limone
4 bis 5 EL Sojasauce
etwas Zucker, besser Palmzucker
Salz
Für die Marinade die Knoblauchzehen auspressen und mit allen Zutaten
verrühren.
Die Fischfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in der Marinade
mindestens 3 Stunden ziehen lassen. Die Stücke abtrocknen und im Mehl
wenden. Bewahren Sie die Marinade auf .
Die Zwiebeln und den Ingwer schälen und fein hacken, die Chilischoten
waschen und entkernen und in feine Streifen schneiden. (Achtung nicht mit
den Chilifingern in die Nähe der Augen kommen.) Paprikaschoten halbieren,
entkernen, waschen und würfeln.
Das Öl in einer Pfanne oder im Wok erhitzen und die Fischstücke darin
knusprig braten, herausnehmen und warm stellen. In die Pfanne evtl. noch
etwas Öl nachgeben und die Zwiebeln mit dem Ingwer hellgelb braten, die
diversen Schoten kurz mitbraten. Dann die Krabben und die Krabbenpaste
hinzufügen und kurz mitbraten. Mit der Marinade ablöschen, den Zitronensaft
sowie die Sojasauce dazugeben. Mit Salz und Zucker abschrecken. Die
Fischfilet auf einer warmen Platte anrichten und die Sauce darübergiessen.
Rindfleisch, Poulet- oder Truthahnfleisch mit Ananas und Peperoni
400 bis 500 g Fleisch in Stückchen geschnitten
5 Scheiben Ananas
1!2 Peperoni, grün oder rot
2 Knoblauchzehen fein gehackt
Marinade
1 EL Öl
1 TL Maizena
1 TL helle Sojasauce
1/4 TL Salz
1/4 TL Zucker
Prise Pfeffer
2 Knoblauchzehen
Schuss trockener Sherry oder Reiswein
Sauce
1h Tasse Hühnerbouillon
Ananassaft aus der Dose
1 EL Maizena
2 TL helle Sojasauce
Schuss Oestersauce
Schuss süss-saure Chilisauce
Die Marinade anrühren, die Knoblauchzehen pressen, und das Fleisch
mindestens 20 Minuten marinieren.
Die Ananas und die Peperoni in gleich grosse Stücke schneiden.
Den Wok oder die Bratpfanne erhitzen und 2 EL Öl hineingiessen, den fein
gehackten Knoblauch braten, und das Fleisch beigeben und bei starker Hitze
unter ständigem Rühren braten. Peperonistücke beigeben und 1 Minute
anbraten. Die Ananasstücke beigeben, und den Wok vom Feuer ziehen.
Die Zutaten der Sauce in einer Schüssel mischen und nach Belieben
abschmecken (Sojasauce, Oestersauce, süsssaure Chilisauce finden Sie in
Thaishops oder in der Migros).
Den Wok wieder aufs Feuer stellen und die Sauce dazugiessen. Gut umrühren
bis die Sauce eindickt.
Varianten:
- Man kann noch Champignons beigeben.
- Zusätzlich zu den Ananasstücken Litschis und Mandarinen mit ihrem Saft
verwenden
Gemüsereis (4 Personen)
3 Mu-Err-Pilze (Thaishop, Migros)
350 g Reis (Parfumreis)
3 getrocknete Shiitakepilze (siehe oben)
2 Zwiebeln
5 bis 6 Knoblauchzehen .
1 rote Paprikaschote
1 grüne Paprikaschote
200 g Stangensellerie
160 g Bambussprossen aus der Dose (siehe oben)
4 bis 5 EL Öl
150 g Sojasprossen (wässern)
3 EL Sojasauce
2 EL Fischsauce (Thaishop. Achtung: sehr stark im Geschmack, lieber weniger
als mehr verwenden)
frischer Koriander
Die Pilze in lauwarmem Wasser etwa 1 Stunde quellen lassen. Der Reis in
der eineinhalbfachen Menge Wasser ungefähr 20 Minuten kochen.
Inzwischen die Zwiebeln fein würfeln und die Knoblauchzehen dazupressen. Der
Ingwer schälen und fein hacken. Die Paprikaschoten putzen und fein hacken,
den Sellerie in feine Scheibchen und die Bambussprossen in schmale Streifen
schneiden. Die Pilze abspülen und in Streifen schneiden.
Das Öl erhitzen und die Zwiebeln anziehen, Knoblauch und Ingwer hinzufügen
und 1 Minute unter Rühren braten.
Nun die Pilze, Sellerie, Soja und Bambussprossen beifügen. Alles 5 Minuten
braten.
Den Reis beifügen und mit Soja- und Fischsauce abschrecken. Mit
Korianderblättchen bestreuen.
Zum Trinken servieren Sie am besten Weisswein oder Rose, wer's mag. Bier
oder Mineralwasser passt gut dazu!
zum Dessert
würde ich frische Mangos und andere exotische Früchte auftragen.
Früchte haben in China ihre Symbolik, ich möchte Ihnen einige nennen:
Liebe Kochfreunde und -experimentiererinnen
Mein letztes Menu mutet sehr exotisch an; ich hoffe, dass es Sie
trotzdem gluschtet, das eine oder andere nachzukochen. Das einzig Wichtige
beim Kochen ist aber nicht das "was" sondern das "Wie man kocht"
Es gehört eine Riesenprise Liebe und Freude dazu.
Ich wünsche Ihnen von Herzen beide Lebensgewürze und verabschiede mich
Jacqueline
Daylesford ist wirklich ein selten illustres Dorf , und es ist
schön, mit Menschen zusammenzuleben, die hilfsbereit und lebensbejahend
sind. Es ist erstaunlich, wieviele Schwule, Neu-Alternative und Lesben hier
leben. Was wirklich toll ist, dass sich alle gut verstehen und sich mit der
bestehenden Bevölkerung mischen. Dieser Ort hat etwas Magisches, etwas
Undefinierbares. Je länger man hier lebt, um so weniger hat man das
Bedürfnis irgendwo anders zu sein. Nach Melbourne fahren wir nur noch, wenn
es wirklich sein muss. Und so geht es allen, die hier leben. Ist es nicht
verwunderlich, dass irgendein kleines Dorf, irgendwo am Ende der Welt so
eine Kraft hat?
Im Haus haben wir alle Hände voll zu tun, und manchmal wissen wir nicht, wo
wir anfangen sollen. Doch jeden Tag geht es wieder ein Stück vorwärts, und
wir hoffen, dass wir am 1. September 1995 eröffnen können. ( Anm. Red.:
MittIerweile mit grossem Erfolg geschehen.)
Alles ist neu, frisch ...Es ist ein neues Leben und ganz sicher näher an
unseren Träumen, als ich es mir in der Schweiz hätte vorstellen können.
Sicher vermisse ich die Schweiz, vorallem die Freunde und Familie. Oft
diskutieren wir, wie es war und wie toll wir es hatten in der
«Marzilibrücke». Mit all den Gästen, die zu Freunden wurden, und mit allen
Mitarbeitern, die unsere Familie waren und die wir in unsere Herzen
geschlossen haben. Es war eine harte Zeit. Doch voll mit Gefühlen,
Verständnis und Achtung gegenüber jedem einzelnen. Es ist ein schönes
Geschenk, das ihr alle uns gemacht habt, und wir werden es nie vergessen.
Vielen Dank. Wir grüssen Euch alle ganz herzlich- alles Liebe
Dies sind Auszüge aus dem Brief vom 13. August 1995. Wir vermissen sie auch sehr, doch fühlen wir uns ihnen auch nahe, da sie in unseren Herzen leben. Darum geniessen wir jetzt ab und zu ein oder zwei Glas australischen Rotwein!
Physiotherapie. Trainingstherapie
Christina Vollenwyder-Riedler, dipl. Physiotherapeutin
Diana Vogt-Novoselac, dipl. Physiotherapeutin
Wasserwerkgasse 4, 3011 Bern
Telefon 031 3110611, Fax 031 3116069
was entsteht, wenn zwei sportliche, aufgestellte Physiotherapeutinnen mit
jahrelanger Berufserfahrung und allen möglichen Weiterbildungen zusammen mit
einem modernen Architekten Pläne schmieden? Ganz bestimmt nichts
Gewöhnliches!
und so ist es: Das Resultat ihrer Zusammenarbeit und die Verwirklichung
ihrer Ideen ist in der Wasserwerkgasse 4 in der ehemaligen Schreinerei als
Physiotherapie Dinamo zu bewundern! Wie ein echter Dynamo beim Velo wollen
die beiden Physiotherapeutinnen Christina Vollenwyder-Riedler und Diana
Vogt-Novoselac ihre Kunden wieder in Schwung bringen.
Der Architekt und Bauleiter Manfred Vollenwyder hat neben den in sich
abgeschlossenen Behandlungsräumen für Thermo- und Elektrotherapie,
urologische Rehabilitationen, physikalische Entstauungstherapie, Massage
usw. einen offenen, einladenden Raum mit grosser Fensterfront und modernsten
medizinischen Trainingsgeräten zum «Fitten« kreiert. «Die Leute sollen gerne
hierher kommen und sich wohlfühlen», sagt er.
Sei es auf Verordnung des Arztes zur Behandlung eines spezifischen,
körperlichen Problems oder ganz einfach für den Aufbau der allgemeinen
Fitness - die Dinamo-Praxis ist für alles bestens ausgerüstet!
Soviel zu den materiellen Facts. Das «seelische Innenleben» der
Physiotherapie besteht aus einem vierköpfigen Frauenteam. Für eine fröhliche
und positive Atmosphäre sorgen nebst den beiden Physiotherapeutinnen auch
Edith Binggeli als Putzfee und Andreina Hopf als Sekretärin. Ein Schwatz
beim Blumengiessen draussen? Edith Binggeli ist bestimmt dafür zu haben und
kann auch bereits von ihren eigenen Erfahrungen an den Fitnessgeräten
berichten. Neben der Terminplanung ist die ausgebildete Tänzerin Andreina
Hopf für ein kleines Gespräch gerne zu haben. Seit dem 1. September wird
gemeinsam am Dinamo-Strick gezogen. Die beiden Physiotherapeutinnen legen
Wert auf gute und freundschaftliche Teamarbeit. Das seriöse Arbeiten kommt
bestimmt nicht zu kurz, wenn es aber etwas zu lachen gibt, sind immer alle
dafür zu haben, am liebsten mit den Kunden!
Als Neulinge im Mattenquartier sollte die Physiotherapie natürlich nicht
gerade negativ ins Gerede kommen. So wurde dem Nachtlärm nicht nur mit gut
geölten Geräten entgegengewirkt, sondern ganz aus dem Weg gegangen: Mit der
Schliessung der Praxis über Nacht! Aber Spass beiseite, ernst gilt's in der
geöffneten Physio von 7.30 Uhr in der früh bis 19.00 Uhr des Abends spät -
Montag bis Freitag.
Sei es für ein unverbindliches Hereinschauen oder, um weitere Informationen
einzuholen; das Team freut sich, den «Dinamo-Schwung» an die Kundschaft
weitergeben zu dürfen.
In der Matte am Läuferplatz befindet sich der Hauptsitz der Oprandi & Partner AG.
Um den Eingang zu finden, muss man schon genau hinsehen: Bei der Treppe, die
zum Garten des Restaurants Kam Yu führt, weist ein Pfeil den Weg; der fast
versteckte Eingang hat jedoch Symbolcharakter: auf protzige Äusserlichkeiten
ist die Personalund Unternehmensberater- Firma nicht angewiesen.
1988 gründete Roberto Oprandi die Einzelfirma. Heute ist die Firma zu einer
60-Personen-Gruppe gewachsen mit Niederlassungen in Basel, Biel, Zürich,
Frauenfeld, Luzern, Lausanne und Genf. Im Bereich der Kaderrekrutierung,
-beratung und -vermittlung sind wir eine der grössten Firmen der Schweiz.
Das Erfolgsgeheimnis liegt nach Darstellung von Herrn Roberto Oprandi bei
Partnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über einen hohen
Ausbildungsstand verfügen, mit Freude arbeiten und sich voll engagieren. So wird ein grosser Teil der
Kandidaten und Kunden durch Mund-zu- Mund-Werbung auf uns aufmerksam.
Auf folgenden Branchen sind wir spezialisiert:
- Informatik
- Telekommunikation
- Marketing / Verkauf
- Finanz- / Rechnungswesen
- Betriebswirtschaft
Als Ansprechpartner für die Kundschaft stehen kompetente Informatiker,
Marketingfachleute, Ingenieure, Betriebswirtschafter und Psychologen zur
Verfügung.
Eine weitere qualitative wie auch örtliche Expansion ins Ausland ist zum
Teil erfolgt und wird weiter geplant.
Mit herzlichen Grüssen an die Mätteler und Mättelerinnen!
Seit drei Jahren gehen Freiwillige nach Kroatien, Bosnien
und Herzegowina, um in Flüchtlingslagern Kinder zu betreuen und
Freizeitprogramme zu gestalten. Im stark zerstörten Pakrac finden
Wiederaufbaueinsätze zur Unterstützung der einheimischen Bevölkerung statt.
Wir suchen dringend Freiwillige für beide Einsätze. Voraussetzungen für
diese mindestens dreiwöchigen Einsätze sind Englischkenntnisse, ein
Mindestalter von 21 Jahren und Flexibilität.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Service Civil lnternational
Gerberngasse 21 a, 3000 Bern 13, Telefon 031 311 77 27
Koordination: Jeanette Guem
Galerie Fritz Tanner, Junkerngasse 12 + 14
Ausstellung vom 30. November 1995 bis zum 6. Januar 1996
Alex Milani
Acryl-Bilder auf Jute und Skulpturen aus Olivenholz
Galerie & Edition, Gerberngasse 15
Ausstellung vom 16. November bis zum 17. Dezember 1995
Giro Annen, Zeichnung und Figur
Claude Gaçon, Installation
Hans-Jürg Gilgen, Objekt und Installation
Durch den Einbau neuer Wasser- und Gasleitungen im Bereich Gerberngasse
und Wasserwerkgasse und zusätzliche Materialabstellflächen auf dem
Mühlenplatz gehen an die 50 Parkplätze verloren. Dies jedoch nur bis Ende
Jahr.
Gibt es Alternativen?
An ein Ausweichen auf die Aarestrasse ist nicht zu denken, da wegen
Einsprachen der Badgass-Bewohner keine provisorische Parkmöglichkeit
besteht.
Nun wird Ende November die blaue Zone in unserem Quartier verfügt und
publiziert. Zwischen Badgasse und Untertorbrücke wird alles «blau»!
Die Matte inkl. Nydeggstalden wird mit Parkkartenzone 3000 bezeichnet.
Berechtigte können mit dem Antragsformular, welches an der Zeughausgasse 16
oder im Matte-Lädeli erhältlich ist, die Parkkarte Zone 3000/3011
beantragen. Mit dieser Parkkarte ist ein unbeschränktes Parkieren in der
Matte als auch am Nydeggstalden sowie am Muri- und Aargauerstalden möglich.
Dadurch besteht für Mättelerlnnen die Möglichkeit, ihr Auto doch noch
irgendwo abstellen zu können. Die erste Bau-Etappe ist Ende Dezember
abgeschlossen. Die endgültige Matte-Parkraumbewirtschaftung wird
voraussichtlich im Frühjahr '96 realisiert werden können, sofern keine
Einsprachen erhoben werden.
Altstadt-Bewohner erhalten nur die Parkkarte "Zone 3011 » und werden im
Matte-Gebiet nicht parkieren können!
Wir kennen aus den Märchen ein Bild der Hexe, das sehr einseitig ist: Als
Kinderschreck ist sie alt, hässlich und böse. Dabei ist diese Vorstellung
ein Relikt aus der spätmittelalterlichen Hexenverfolgung, die ja beinahe bis
Anfang des 20. Jahrhunderts gedauert hatte.
Der Glaube an Hexen reich! bis in die vorchristliche Zeit zurück, in die
Antike. Ursprünglich war die Hexe eine Priesterin der grossen
Muttergottheit. Sie war beides: sowohl helfend und heilend wie auch
bedrohend und verpflichtend.
In der Mythologie der verschiedensten Völker spielt die Hexe als grosse
Magierin eine wichtige Rolle. Sie war gefürchtet, genoss aber auf Grund
ihres Wissens als Ratgeberin grosses Ansehen.
Zu den wichtigsten Hexenattributen gehört die Heilkunde. Dies wurzelt bei
den Priesterinnen und den geheimnisvollen Seherinnen der Germanen. Sie
wussten nicht nur in Lebensund Zukunftsfragen Rat, sondern waren auch in
medizinischen Dingen bewandert. Die Priesterin war gleichzeitig Ärztin. Sie
begleitete die Männer in den Kampf und pflegte und heilte die Verwundeten.
Das Wissen um die Kräfte und das Wirken der Natur sind zutiefst weibliche
Eigenschaften. Wachstums- und Fruchtbarkeitsrituale lagen in den Händen von
Frauen. Erst später wurden sie zu Kräuterhexen degradiert. Auch noch
Paracelsus hatte sich als Arzt auf das Wissen der heilkundigen weisen Frauen
gestützt.
Es fällt auch auf, dass der Beginn der Hexenverfolgung mit der allmählichen
Verdrängung der Frau aus der Heilkunst zusammenfällt.
Warum die Medizin aus den Händen der Frau genommen wurde, basiert auf
mehreren Gründen. Einer war sicherlich politischer Natur. In dieser Zeit
wurden durch Seuchen und Kriege ganze Landstriche entvölkert.
Bei den weisen Frauen fand man/frau aber in der medizinischen Praxis nicht
nur fruchtbarmachende Behandlungen
und Liebeszauber, sondern eben auch die Empfängnisverhütung und der
Schwangerschaftsabbruch. Dies führte zum Konflikt mit den Herrschenden, die
Nachwuchs brauchten, um ihre Macht zu erhalten.
Die Hexenverfolgung war eine gezielte Kampagne der von den Männern
beherrschten Kirche gegen das weibliche Geschlecht, gegen jegliche sexuelle
Regung, die als Sünde galt. Das Zurückdrängen des Weiblich-Intuitiven führte
schliesslich dazu, dass von den Ärzten nur noch Symptome kuriert, der Mensch
als Ganzheit von Körper und Seele nicht mehr erkannt wurde, und der
Intellekt begann die Gefühlswelt und -kräfte zu verdrängen.
Rosmarie und ich setzen ganz auf das Zusammenspiel von Körper und Seele. Die
Gefühlskräfte betrachten wir wichtiger als den Intellekt, der vor allem
unterstützend wirken soll. Vielleicht deshalb nennen wir uns manchmal Hexen.
Mit der Zeitung wollten wir Sie als Ganzes ansprechen. Wir hoffen, es ist
uns zeitweise bei einzelnen gelungen.
Doch nun ist es Zeit, dass wir Hexen uns auf unsere Besen schwingen und
neue Horizonte in der Gefühls- und Sinneswelt anfliegen.
Weiterhin verschreiben wir uns der Ganzheit von Körper und Seele. Rosmarie,
indem sie ihre Kräfte mit Kinder und Theater verbinden möchte neben ihrer
astrologischen Arbeit. Auch in der astrologischen Arbeit wird das
Astrotheater eine wichtige Rolle spielen.
Und ich, Jacqueline, werde mit meinem Lebenspartner Kees eine Galerie in
Murten übernehmen: Galerie Multiarts -Begegnung der Sinne. Wir möchten eine
Verbindung von darstellender Kunst, Musik, Literatur und natürlich von
kulinarischen Genüssen schaffen.
Im Kopf und im Bauch von Rosmarie und mir geistern viele Ideen und ein paar
gemeinsame Projekte herum - hui, wie die Zukunft lockt.
Wir beide freuen uns auf die Begegnung mit bekannten Gesichtern aus der
Matte und verabschieden uns mit einem warmen Hexenlachen.
Unser Hexentrunk - Blutorangenpunch
10 Gläser
200 g Zucker
Saft von 5 Blutorangen
Saft von 1 Zitrone
0/4 I heissen schwarzen Tee
1/2 I Rum
zum Garnieren: Orangenscheiben
Den Zucker in Orangen- und Zitronensaft unter ständigem Rühren auflösen.
Das Fruchtsaftgemisch zum heissen Tee geben. Den Rum beifügen, und den Punch
nochmals erhitzen, aber nicht kochen.
Den Punch in hitzebeständige Gläser füllen und garnieren.
Rituale
Jeder Mensch braucht Rituale. Jeder Mensch hat seine Rituale. Auch
wenn wir immer wieder glauben, keine mehr zu haben, haben wir sie eben doch.
Früher waren Rituale damit verbunden, die Gemeinschaft zu fördern. Frauen
kamen zusammen und wuschen gemeinsam Wäsche.
Wenn ich an meine Pfadfinderzeit denke, kommt mir immer wieder die Zeit am
Lagerfeuer in den Sinn. Wenn ich mir am Morgen zuschaue, sehe ich mein
morgendliches Dusch- und Zähneputz-Ritual.
Ein Ritual war es auch immer mit Jacqueline, die «Matte- Zytig» zu machen.
Wir haben viel gelacht und viel geweint. Wir haben uns manchmal genervt und
auch gestresst. Jedesmal, wenn die Matte-Zytig fertig gesetzt war, stürzten
wir uns in unser Ritual, indem wir ein Glas oder eine ganze Flasche
Champagner zusammen getrunken haben. Jetzt feiern wir mit dieser
«Matte-Zytig» unser Abschiedsritual. Wir finden es für uns ganz wichtig,
eine Arbeit oder ein Abschnitt des Lebens mit einem Ritual zu beenden, um
frei zu sein für das Neue!
Vielleicht wäre jetzt noch Zeit Ungesagtes zu sagen, Unerledigtes zu
erledigen, schlechte Töne in einem Ritual zu verbrennen oder ins Wasser zu
werfen. Feiern Sie nicht aus Gewohnheit, sondern suchen Sie in Ihrem Innern
die Kraft der Freude. Verzeihen Sie aus Innen heraus sich und andern, um
leicht und lachend mit vielen Visionen ins neue Jahr zu schweben!
ASTROLOGIEKURSE
Grundkurse in psychologischer Astrologie
Psychologische Astrologin
Schifflaube 26, 3011 Bern, Tel./Fax 031 311 0108
Astrologie-Kurse
Grundkurse in psychologischer Astrologie
Kinderhoroskop
Beziehungen im Horoskop
Lilith - die dunkle Göttin
Neues aus der Astroküche
Kochen mit Verena Suter im Kochstudio
ab Januar 1996
Astrotheater mit Pia Cassina
Ferienpass: Astrologie mit Kindern
im Frühling 1996
Astrologische Beratung
persönlich individuelle Beratung
Jahrestrend
Die Zeitung lebt bestimmt weiter. Da das neue Redaktionsteam noch nicht
mit festen Zusagen bestimmt ist, werden Sie alle weiteren Informationen aus
unseren beliebten Informationskästen entnehmen können.
Die Zeitung ist tot,
es lebe hoch die neue!