Matte-Zytig Mai 1995
Es wird Früelig, me cha säge was me wott. D Froue wärde wider urueig u
eini um die angeri wird vo däm jährliche Fieber packt wo me wyt ume u nid
nur i Medizinerkreise als akuti Früeligsputzwuet kennt
Chuum isch dr letscht Rühme vo dere Saison düre, ungfähr ir Mitti zwüsche
de zwöi Usverchöif, drü Tag vorem Coifför, eine nach em Vollmond, chunnt dä
bestimmtig Tag wos wider emal heisst: ufrume was es Jahr lang isch blibe
lige.
Wi jedes Jahr bini als guetmüetige Ehemaa tapfer a die Usmischterei gange.
Wie sechs ghört und wie immer hani gmacht, was d Frou gseit het, u wie immer
bini ar erschte Trucke woni id Finger gno ha blibe bhange. I ha ir Schachtle
aafa nusche und studiere was es da so heig u tüeg. Fotocouverts si drin gsi;
es isch nid lang gange u scho bini ire angere Wäut u ire früechere Zyt gsi.
"Chumm lue, die auti Wonig, im 44zgi vorne. Weisch, dört wo mer dr Bernard
gschore hei u wo mer d Chuchi grüen aagmalt hei." Aber äbe, e
Früeligsputzfrou uf em Chriegspfad chame nid brämse, i ha nume so öppis wie
"typisch" u "ha ke Zyt" ghöre wäffele. He nu, so gani haut elei - oder
chämet am Änd Dir mit?
Die auti Wonig, im aute Huus. Nid komfortabel, aber heimelig und vorallem
günschtig. Üsi Clique vo feschte Fründe u abwächslichsriche Fründinne het i
däm schrege Huus gwohnt. Wen is so vo hüt us aluege, hei mer eigetlich e
gueti Zyt gha. Mir si aui so zwüsche zwänzgi u drissgi gsi u hei grad
aagfange üs dr Wäg iz Läbe use z pfade. Das isch nid immer liecht und
luschtig gsi aber ou nid immer nume schwäär und tragisch.
Foto um Foto gsehni di Zyt nonemau. Üsi auti Wonig: Möbu us dr haube
Verwandtschaft u vom Flohmärit. Ds Houzöfeli im Stubeegge; d Vorfänschter
für im Winter. D Toilette im Stägehuus u nume ir Chuchi chauts Wasser. Lue,
ds Badzimmer, mir heis choleschwartz aagmaut, auä damit me dr Dräck nid so
guet gseht.
Jä haut, das Badzimmer hei mer nid immer gha! Ganz am Afang isch das nume
es Abstellchämmerli gsi. Nächhär hei Lüthi u Boumgartner es Badzimmer
inebout, mit eme Occasion-Gasofe wo geng isch uusgange, umene grasgrüene
Teppich. Chaut ischs dört inne z ganze Jahr gsi. We der öpper kennet, wo i
Rekordzyt cha dusche, de wüsset er iz, dass er bi üs im schwarze Badzimmer
glehrt het - i gloube, we mer hätte chönne, de wäre mer ir Schijagge go
düschele.
Aber vorhär, ohni Bad, ohni Warmwasser, wie hei mer das aube nume gmacht?
Mit em Dusche isch es aube so ne spezielli Sach gsi. Im Summer isch das
nie es Problem gsi, da simer au Tag im Marzili verbicho. Chaut Dusche isch
gratis gsi. für ds Warmwasser het me müesse e Franke abelaa. Scho schwiriger
isches im Winter worde. Dr Bahnhof isch i Frag cho, oder d Eltere. Oder mir
si bi Fründe go bsuechbade. Das het sini Hägge gha: dr Bahnhof isch tüür
gsi, deheime hesch müesse zum Znacht bliibe u Uskunft gä, bi de Fründe bisch
mit dr Zyt geng echli im Wäg gsi. Ungereinisch het sech aber öppis ganz
gäbigs ergä:
Dr Dänu het imene Theater vo Bärn als Belüchter afa schaffe. Nid im
gröschte u nid im chliinschte, meh sägeni nid. Nach dr Vorschtellig hei mir
ghulfe ufrume, ds Klavier vom einte Egge i anger schleipfe u settigs. We de
d Schouspiler hei gange si us grueiget het, de isch üse gross Uftritt cho.
Eini ume anger isch ir Theatherduschi verschwunde.
Die wo nid dran si gsi, si im Pouse-Eggeli ghocket u hei brichtet. I weiss
nid ob dr Theaterdiräkter vo sire indirekte Mithilf für e suberi Altstadt
gwüsst het. Wenn ärs gwüsst het, de het er nüt dr gliiche taa. Merci viumau,
Kultur isch e suuberi Sach.
Einisch het e Transvestite-Show i üsem Theater gastiert. Für die wo da nid
so düre si: e Transvestit isch e Ma wo sech aleit u dergliche tuet wie ne
Frou.
I dr Show hei d Künschtler berüemti Sängerinne nachegmacht. Ja präzis, Dir
sägets rächt, so ne Art Mini-Playbackshow, wie das hüt uf dütsch heisst.
Manne wo sech so verchleide uf d Büni z bringe isch sinerzyt z Bärn no rächt
e gwagti Sach gsi. Dr Dänu het üs aui amene Dusch-Abe id Vorstellig ineglaa.
Vorhär het er üs no gchüschelet: "Passet de uf, eini isch de e ächti Frou."
Wele äch, oder muess ig hie säge weli? E Frou wo dergliche tuet si sig e Ma
wone Frou spielt, gsesch dr Pögg no? Mir wöi mau luege. D Show isch guet gsi
comme une more, mir alli heis zum schiesse luschtig gfunde.
Nach der Vorschtellig si mer natürlich gspannt gsi, unger welem Rock e
Rock fürechunt. Tatsächlich, wo alli abgschminkt si gsi u wider wie
gwönlichi Lüt usgseh hei, isch e Frou fürecho, e ächti u rächti, u was für
eini.
Es luschtigs, läbigis Modi isch si gsi, miteme Lache, wo niemer dran het
chönne verbigaa. Si isch scho gli i üsere Clique u ir grüne Chuchi i und uus
gange. U hie chunnt ändlich der Früelig i die Gschicht. Dr Dänu, dr
hällschti Belüchter vo Bärn, het sich bald emal i di Chlini verliebt u si
sich i ihn, wies haut so geit im Läbe u vor allem im Früelig.
Heiter scho emau so zwöi früsch Verliebte zugluegt? Wies si e eigete
Rhytmus hei u um sich u um die eigeti Achse dräie? Mi hets dünkt, rund um
die zwöi wärdi alles fröhlich u heiter. Sie hei zwar no es Zytli dergliiche
ta es sigi nüt. Aber mir si ja nid blöd. Liebi macht schön. Das hei
natürlich ou d Mitglider vom däm Ensemble gmerkt. Das isch e Fuer gsi, wos
uscho isch! Je nach däm het me ihm oder ihre gratuliert. Alli hei si bi däm
Päärli Unggle- oder je nach däm Tante-Stell igno. Die Sach isch mir de bald
emal z unübersichtlich worde, i bi angerwitig go dusche. I ha alli echli us
de Ouge verlore. Foto hani ou keni me vo dere Zyt. Später hani vernoh, die
zwöi heige ghüratet und i hoffe es sig so guet witergange wies aagfange het.
I gibe ja zue es isch scho chli e konfusi Sach woni hie verzelle, aber me
fingt ja schliesslich nid alli Tag sini Frou ire Transvestite-Gruppe.
Und wo isch da d Pointe, fraget Dir mi? Es chunnt e keni, höchschtens e
Moral oder sogar es paare dervo: Ir Liebi geits mängisch kurlig hin und här;
nid alli si so wie si usgsheh. U sit mer e Wonig mit eme Badzimmer hei,
lehre ni bim Dusche nümme so viu Lüt kenne.
Und vor allem: es isch Früelig, Zyt sech wider inenang z verliebe. Und d
Wonig uufzrume.
140 Fragebögen sind eingegangen, dies entspricht einem Rücklauf von 16%. Aus der Umfrage resultieren folgende Feststellungen:
Es wurden diverse Anregungen gegeben und Wünsche geäussert, die wir im
Vorstand gerne entgegennehmen und versuchen werden zu realisieren; so wie
wir die geäusserte Kritik annehmen und konstruktiv zu lösen suchen. Es ist
klar, dass wir es nicht allen recht machen können, doch wir versuchen es und
danken allen, die uns auch durch die Beantwortung des Fragebogens mithelfen
unser Quartier, auch mit den gesellschaftlichen Problemen so angenehm und
lebendig wie möglich zu gestalten. Unsere laufenden Bemühungen und
Aktivitäten entnehmen Sie aus der Matte-Zytig oder in den Matte-Leistkästen
(beim Matte-Lift und beim Mülirad).
Durch den Fragebogen erwarben wir 17 Neueintritte und überhaupt
verzeichnen wir einen Rekordzuwachs von 60 Neumitglieder im Jahre 94/95,
super! dies gibt uns Mut für unsere Arbeit. Wir freuen uns alle
Neumitglieder an unseren Anlässen (siehe Veranstaltungskalender) persönlich
begrüssen zu können sowie natürlich alle unseren lieben Mätteler und
Mättelerinnen.
Der ausführliche Jahresbericht des Präsidenten unter Einbezug der
Antworten zum Fragebogen sowie das Protokoll der Hauptversammlung vom 6.3.95
kann beim Matte-Leist, Postfach 29, 3000 Bern 13, jederzeit kostenlos
angefordert werden.
Es grüsst Sie herzlich
Wir stellen vor: Wally Bregenzer
Wali
Bregenzer, gebürtiger Säuliämtler, lebt seit 1978 aktiv in der Matte. Schon
1979 trat er in den Matte-Vorstand ein und amtete anfangs der 80-er als
Präsident des Leistes. Wegen Unstimmigkeiten im Vorstand trat er aber
zurück. Es entspricht nicht Wali nichts mehr für seine liebe Matte zu tun,
und er blieb der Verkehrskommission treu. Mit seinen Kommissionskollegen
leistet er ein enormes Mass an Kleinarbeit durch alle Ämter der Stadt
hindurch.
Er schildert sich als einen Mann des Ausgleichs und des Kompromisses.
Verträgt Spannungen schlecht und versucht diese mit Engagement und Freude
auszugleichen. (Dies sind typische Fischemerkmale mit vermutlich einem
Waageaszendenten gemischt, lieber Wali. Deine Astrologin Rosmarie).
Wali Bregenzer ist ein Landkind und ist es immer geblieben, gerade deshalb
fühlte er sich von Beginn an heimelig und wohl in der Matte. Er empfindet
die Matte geografisch wie städtebauerisch als eine geschlossene Einheit, als
ein Dorf, in dem man/frau sich kennt und grüsst.
Etwas Sorge bereitet Wali die soziologische Umstrukturierung in der Matte.
Durch die teuren Renovationen der Wohnungen kommen zwangsläufig immer mehr
"gstopftere" Leute in die Matte und leider futieren sich die meisten um die
Belange und um den eigenen Charakter der Matte.
Wali liebt das Herz der MättelerInnen und fürchtet um den Fortbestand.
Wali erweckt einen seriösen, gradlinigen Eindruck. Das stimmt. Aber beim
genauen Betrachten entdeckt man einen Schimmer Schalk in seinen Augen und
ein schelmisches Zucken um die Mundwinkel. In diesem Charmeur steckt eine
geballte Ladung Humor. Wir vom Vorstand fühlen uns schon etwas
gebauchpinselt, dass Wali als Vertreter der Verkehrskommission den Weg
zurückfindet; es muss daran liegen, dass wir im Vorstand alle so "Nette"
sind!
Marianne Kaufmann
Mein
erster Kontakt nach meinem Zuzug in die Matte vor etwa zwei Jahren? Soweit
ich mich erinnern kann war dies ein Matte-Leist-Beitrittsformular. Ich
sandte den Zettel zurück. Die Frage, ob ich wohl aktiv im Matte-Leist
mitarbeiten würde, beantwortete ich mit einem entschiedenen "eventuell".
Erdenken wie "Mitarbeiten im Service an einem Matte-Fest" oder "Vertragen
der Matte-Zeitung" gingen mir durch den Kopf. Dass ich aber bereits einen
Monat nach dem Abschicken des Formulars in den Matte-Leist Vorstand
"befördert" würde, hätte ich mir jedoch nicht gedacht.
Kurz und gut; die Arbeit als Protokollführerin im Leist-Vorstand macht mir
Spass und verschafft mir die nötige Abwechslung zu meiner sonstigen
Tätigkeit. Ich arbeite als Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin am
Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Rütti in Zollikofen. Ab
Beginn des nächsten Monats werde ich die Matte jedoch für eine längere Zeit
verlassen und in den Süden ziehen. Florenz heisst mein Ziel.
A propos Matte und Italien: ich wohne in einer ehemaligen Arbeiterwohnung
der Stadtmühle. Die übrigen Wohnungen des Hauses sind bis auf wenige
Ausnahmen an Italiener vermietet. Nicht selten glaube ich mich da bei
offenem Fenster auf einem italienischen Markt: die "parlierenden" Nachbarn,
der feine Pasta-Duft oder das Stimmengewirr vom Mühlenplatz Diese Stimmungen
führten mich letztlich zum Entschluss, diesen Frühling/Sommer in Italien zu
verbringen.
Dies ist "meine" Matte. Solche Eindrücke und das wird mir jeder Mätteler
bestätigen können, machen unser Quartier aus. Dem Trödler seine
Antiquitäten, dem Musiker sein "Mättu", dem Nachtschwärmer sein "Bröncu" und
sein Wasserwerk. Eine Vielfältigkeit der Eindrücke. Und jeder/jede kann in
"seine" Welt eintauchen.
Jörg Leuenberger
Seit
gut drei Jahren Mattenbewohner. Liebt das bunte Treiben in der Matte.
Schätzt die Ruhe im hintern Teil der Wohnung. Freut sich auf den Sommer mit
Garten an der Sonnhalde unter den Patrizierhäusern der Altstadt. Geniesst
die Gastrokultur im Quartier. Schätzt die gute Zusammenarbeit im Schosse des
Matte-Leist Vorstandes. Fragt sich jeden Tag beim Aufstehen, mit welch neuen
Überraschungen das "Berner Soho" heute aufwartet. Ärgert sich nur über
untolerante Mitbewohner. Ist ein begeisteter Fan guter Weine und feiner
Kost.
Übt sich manchmal selber im Kochen (nicht immer zur Freude von Jeannette).
Kann immer noch nicht Hemden selber glätten. Weiss dafür den Geschirrspüler
bestens zu bedienen. Liest gerne Zeitungen und Teletext. Für gute Bücher
reichts nur in den Ferien. Bevorzugt die Toscana gegenüber dem Ruhrgebiet
als Ferienort. Übt sich vor allem in anstrengenden Sportarten wie Skiabfahrt
und Curling. Und liebt über alles seine Jeannette.
Wir Redaktionshexen lieben Jörg wegen seinen klaren und präzisen Aussagen!
(Jörg ist Krebs mit Aszendent Jungfrau)
Nämlich der Dänu Brüggemann mit seiner neuen Platte "E Tag vo dene Tage".
Die MATTE-Zytig berichtete bereits von seiner ersten, "Bogarts" und riet
Dänu, so weiter zu machen. Und so ist es auch gekommen, die neue Platte ist
da und getauft.
Für die MATTE-Zytig an der Plattentaufe in der Mühle Hunziken dabei waren
die weitherum bekannte Gräfin Tipo und ihr General. Sie kamen begeistert von
der Plattentaufe zurück, es sei wieder einmal eine DB-Fuhr der besseren Art
gewesen. Man müsse halt einfach wissen, dass es Losi-Musig sei und nicht
Gumpi-Musig. Und was wäre ein Dänu-Brüggemann-Abend ohne seine
hinterlistigen Randbemerkungen. Besonders Furore machte der herzige
Kinderchor zum "Bäbistubeland", offenbar eine Überraschung für alle.
Also los: Platte rein, Ohren raus, schon beginnt die Reise in die schräge
Brüggewelt. Wie bei der ersten Platte muss man ein paar Anläufe nehmen um
den Einstieg zu finden. Musikalisch wird die Platte vom fein abgestimmten
Sound von Bruder Hape getragen. Das Kernstück sind aber die kompakten Texte.
Musik zum zuhören und Texte zum aufpassen; was anfangs lieb daher kommt wird
plötzlich zum ätzenden Schabernack.
Es hat durchaus auch leichter verdauliche Texte dabei, die einfahren.
Liebhaber von skurilem und absurdem kommen auf die Rechnung. Besonders den
Titelsong der Platte muss man sich auf der Zunge vergehen lassen. Loslassen
um den Ausweg zu finden und die Nuancen zu ahnen wird auch für den Zuhörer
notwendig. Einzelne Songs herauszupicken und zu beurteilen ist Unsinn, man
muss sie alle erleben, am besten in Ruhe.
Doch erwähnen wollen wir noch "Herrn K.". Der Song ist schön frech - aber
die witzige Selbstironie hat wohl bei einigen Musikkritikern der Berner
Zeitungen etliche Verwirrung angestiftet. Dänu Brüggemann hat der
MATTE-Zytig versprochen, bei seinem nächsten Auftritt eine Witzhupe
mitzunehmen. Droht ein Witz wird der Künstler einmal hupen. Unmittelbar nach
der Pointe wird zweimal gehupt.
Ohne Hupe kommt die Platte aus - sie ist schliesslich für Menschen
gedacht, also für Leute wie Du und ich. Eine Dreiviertel-Stunde intelligente
Unterhaltung - die MATTE-Zytig kann es nur anraten.
Erschienen im Zytglogge Verlag Bern, Zyt 4072
Im Juni 1992 holten Edi Stirnimann und Marcel Winkelmann das vergessene
Restaurant zwischen Gas- und Brückenstrasse im Marzili aus der Eiszeit. Nach
dem rauschenden Fest zur Eröffnung folgten drei Wochen Super-Sommer-Wetter
und die beiden damals 28-jährigen Beizen-Profis kamen ins Schwimmen. Hier
und dort gab es Stimmen, die daran zweifelten, ob die beiden Jungs den Job
gewachsen seien. Diese Stimmen vergassen natürlich, dass Küche und
Infrastruktur am Anfang für ein kleines Restaurant geplant worden waren, und
es echte Kochkünste brauchte, um mittags und abends über 200 Leute
individuell zu verköstigen und den ganzen Tag über eine volle Beiz und einen
vollen Garten zu bedienen. Edi und Marcel schafften es und schenkten Bern
eine der schönsten und lebendigsten Gartenwirtschaften. Dabei hielten sie
sich auch nicht zurück eine Vielzahl ihrer Gäste zum Empfang und zum
Abschied zu küssen, oder doch zumindest herzlich zu betreuen. Das wird ihnen
Bern nicht so schnell vergessen, auch wenn sie am 10. April "für immer" nach
Australien abreisen.
In Daylesford, einem Künstlerdorf mit 60 000 Einwohner etwa eine Stunde
nordwestlich der Dreimillionenstadt Melbourne haben sie ein Guesthouse (nur
4 Gästezimmer) mit einem kleinen, gemütlichen Restaurant gekauft. Bis im
September wollen sie es so in Schuss haben, dass es auch für verwöhnte
Berner ein Vergnügen sein wird, einmal im australischen Hinterland Ferien zu
machen. Von Daylesford an die schönsten Strände der Great Ocean Road ist
ebenfalls nur eine Stunde. Einzigartig ist auch die Landschaft der Gold
Fields um Daylesford: Riesige Eukalyptuswälder mit turmhohen Bäumen und
natürlich Kualabären, erloschene Vulkane mit chinesichen Gärten, Golfplätze
a gogo und australische Lockerheit. Edi Marcel freuen sich auf möglichst
viele Berner Besucher. Das ist übrigens ihre neue Adresse: DOUBLE NUT
Guesthouse, 5 Howe Street, Daylesfort 3460 Victoria. Telefon/Fax (053) 483
981
Natürlich fragt sich jetzt jeder: Wer kommt denn als Nachfolger aufs
Brüggli? Das Glück war den Marzilianern hold. Ein neues Wirtepaar mit
ähnlichem Format startete bereis am 15. März. Björn Knuchel kennen viele
schon; er war ja schliesslich bis heute der Maître d'hôtel im Hotel Bern.
Wer aber ist sein Kollege Markus Meier? Wir können Ihnen auch das verraten:
ein vielseitig ausgebildeter Koch (Hotel Bären Bern, Hotel Metropol Bern,
Hotel Monopol Luzern.) Björn und Markus sind jung, sympathisch und
aufgestellt genug, um eine neue Brüggli-Aera einzuläuten. Sie haben bereits
einige zündende Ideen ausgekocht. Lassen wir sie doch erst einmal anfangen!
Wir werden sie in diesem Blatt natürlich später noch genauer vorstellen. Die
Redaktion wünscht jedenfalls Björn und Markus ebenso grossen Erfolg wie
ihren Vorgängern. Und weil die Nachfolge in einem solchen Fall schwieriger
ist als ein Neustart: auch guten Mut beim Gäste-Küssen. Wir von der
Redaktion stellen uns gerne zur Verfügung!
Nach einer längeren Reise durch Indien bin ich gerne wieder in die Matte
zurückgekommen. Ich habe viel gesehen und auch erlebt. Die Menschen in
Indien sind freundlich und hilfsbereit. Die Menschen in der Matte sind
freundlich und hilfsbereit. Ich fühle mich in der Matte wohl. Manchmal ist
es laut und zeitweise findet man/frau auch leise Töne. Was ist der
Unterschied zwischen der Matte und Indien? Kein grosser, das Leben in Indien
ist gar nicht so anders als in der Matte! Wieso ich mir erlaube, dies zu
schreiben? In Indien sind Kamele, Ochsen und Autos, Velos und Fussgänger auf
der Strasse, alles ist auf der Strasse ebenso in der Matte. Natürlich findet
auch in der Matte alles auf der Strasse statt - oder etwa nicht? Was ist nun
die Wirklichkeit? Ist die Wirklichkeit der Matte das Auto auf der Strasse
und der Ochse in der Garage? ist die Wirklichkeit von Indien der Ochse auf
der Strasse und das Auto in der Garage?
Manchmal denke ich, dass Wirklichkeit und Traum eine Einheit bilden.
Deshalb ist es gar nicht nötig Wirklichkeit und Traum zu trennen, oder?
Wirklichkeit existiert nicht ohne Traum, Traum existiert nicht ohne
Wirklichkeit.
Lange träumte ich von einer Reise nach Indien und setzte sie in die
Wirklichkeit um. Meine Reise nach Indien ist zu Ende und ich träume von der
nächsten Reise- eine Reise nach Australien. Vielleicht zu Edi und Marcel!
Wenn ich einen Traum verwirkliche, wo ist dann Wirklichkeit?
Haben Sie das Gefühl zu träumen? - nur zu, der Text ist real oder etwa
doch nicht?
Zwei MättelerInnen stellen freundlicherweise ihren "Briefwechsel der Extremen" der Matte-Zytig zur Verfügung: Zum Nachdenken, Anregen und Schmunzeln!
Eigentlich schreibe ich ja keine Leserliebesbriefe, aber es geht ums
Prinzip und die Sache ist ernst.
Hatte ich mich in den letzten Briefen eher etwas abschätzig über allzu
lebenslustige Witwen im allgemeinen geäussert, sehe ich mich gezwungen meine
Meinung zu ändern. Ich stehe dazu. Letzthin hatte ich die Gelegenheit die
besagte lustige Witwe flüchtig kennen zu lernen. Ich muss sagen, ich war
angenehm überrascht so eine nette, sympathische, rüstige und intelligente
Dame hinter der etwas kratzbürstigen Fassade vorzufinden. Eine Fassade, wenn
ich mir erlauben darf, die hervorragend in dieses unser schönes Quartier
passt. Verständlich, dass da auch der Präsident des MATTE-Leistes
(neu)gierig wird.
Liebe lustige Witwe, bitte melde Dich! Ich finde, wir sollten einmal in
aller Gemütlichkeit zusammen einen Kaffee trinken.
P. D. S. aus 3011 (Name der Redaktion bekannt)
Das Leben welkt wie Gras, wie Blumen auf der Flur! Ich weiss nicht mehr, welcher deutsche Poet dieses Lied geschrieben hat. Aber ich weiss, dass die Zeit in Windeseile verfliegt. Und darum sollte man sie - solange man kann und mag - in vollen Zügen geniessen. Leider hindert uns das Ego meistens dabei. Man kommt sich besser vor als der Nachbar, nur weil dieser nicht das genau gleiche Leben hinter sich hat. Und man fühlt sich von allen Mitmenschen laufend gestört, nur weil wir uns auf diesem Planeten wie die Ratten vermehrt haben. Je länger ich über diese Tatsachen nachdenke, desto mehr nehme ich mir vor tolerant allen andern gegenüber zu sein. Auch diesem P.D.S. aus 3011. Er ist ein Mätteler und ich eine Mättelerin. Warum sollten wir nicht versuchen. miteinander auszukommen - oder sogar miteinander auszugehen. Er hat zwar gerne seine Ruhe - und ich habe ganz gerne meine Lebendigkeit. Doch eigentlich sind wir beide nichts anderes als Menschen; Mitmenschen im gleichen Quartier. Liebe Grüsse P.! Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Kaffee!
Sebastian Burckhardt (Bilder) 1950 geboren in Bern, im Sternzeichen
Steinbock."Wanderjugend" quer durch Europa. Ausbildung an der Münchner
Akademie für bildende Künste. Sebastian Burckhardt lebte mehrere Jahre in
Venezuela und ist 1986 wieder in die Schweiz zurückgekehrt. Seine Bilder
sind u.a. im Museum für Zeitgenössische Kunst in Caracas und im Kunsthaus
Zürich zu finden. Der Künstler hat zwei Töchter. Sebastian zusammen mit
Gillat hat ein Kinderbuch geschrieben mit dem wohlklingenden Titel "Hermine
das Schwein" (Verlag Pro Juventute ISBN 3-7152-0282-1).
Sebastian Burckhardts Bilder sind zu sehen
vom 5. - 26. Mai in der Stadtmühle Galerie
Weitere Ausstellung in der Stadtmühle Galerie:
Luigina Inauen/Kurt Krebs
vom 9. - 30. Juni
Ausstellung in der Galerie Nydegg
aquarelles - dessins - pastels
Pierre Bataillard
Ausstellung vom 3. bis zum 21. Mai 1995
Öffungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr
Eine wichtige Lücke in der Grundversorgung der Mätteler mit
lebensnotwendigen Gütern konnte endlich geschlossen werden. Nachdem wir
bereits bis in die frühen Morgenstunden auswärts verkehren können, hat uns
eigentlich nur noch das eine gefehlt: Fleisch! Vorbei die mageren Jahre, nun
kann wieder im Quartier eingekauft werden!
an günstiger Passantenlage, im Einzugsgebiet der Kirchenfeld-Polizeiwache,
vorteilhaft gelegen am Schulweg von vielen Kindern, vis-à-vis vom
Präsidentenpalast gibt es Fleisch, teils in Hülle, teils in Fülle. Es ist
eine wahre Wonne, das gluschtig präsentierte Angebot auf sich wirken zu
lassen.
Da muss ja Freude aufkommen im Matte-Dörfli. So eine wertvolle
Bereicherung des Angebotes in unserem Quartier sieht man nicht alle Tage.
Was viele vermuteten ist jetzt eine Tatsache geworden: dies ist die neue
Lösung unseres Verkehrsproblemes!
Samstag, 6. Mai:
der Grand Prix von Bern führt bekanntlich auch durch die Matte...
Samstag, 13. Mai:
VeloFERIEN 1995 (2. Schweiz. Treffen der Veloreisenden) auf dem Mühlenplatz
ab 10.00 h mit Infomarkt/Ausstellung zur Schweiz und Europa, mit
Liegevelo-Probefahren an der Wasserwerkgasse, mit Festwirtschaft und -
Konzert - ab 24.00 h Fortsetzung im Wasserwerk -
ausserhalb Matte: Samstag 13. Mai
findet zum Jubiläum der Zunft zu Schmieden von 08.00 - 17.00 ein
mittelalterlicher Märit in Bereich Kornhaus statt.
Sonntag,14. Mai
Velo-Matte-z'Morge von 08.00 - 11.00 h auf dem Mühlenplatz - serviert durch
MATTE-LEIST, mit Matte-Platz-Konzert. Hiezu suchen wir HelferInnen.
Natürlich werden auch (morgens) lebens/hungrige Mätteler erwartet.
Freitag, 19. Mai
Einladung des Matte-Leistes an alle Mätteler und Mättelerinnen um gemeinsam
den Mai und das gemütlich Zusammensein zu feiern! (im Kochstudio)
Samstag, 20. Mai:
Flohmärit auf dem Mühlenplatz und "Tag der offenen Tür" in der ehemaligen
Stadtmühle - benützen Sie die Gelegenheit, die vielfältigen, neu
entstandenen, Klein- und Kleinst-Unternehmen (Schulen, Clubs, Ateliers,
Werkstätten etc.) zu besuchen.
Mitte Juni
Datum entnehmen Sie aus den Matte-Leistkästen
Schulschluss-Fest, u. a. mit Stand zur Werbung neuer Mitglieder zu Gunsten
des Hilfsvereins der Matte-Schulen (unterstützt durch Matte-Leist).
Freitag, 23. Juni
öffnet Ciné Matte seine Tore und lädt zum Leinwandabenteuer ein!
Samstag, 24. Juni
Summernachtsplousch - Brätle zwischen den Schulhäusern. Gemütliches
"zämehöckle" bei Schmaus und Trank!
Mittwoch, 5. Juli
Altpapiersammlung der Matteschulen
Flohmärit jeweils Samstag
20. Mai, 17. Juni, 15. Juli, 19. August, 16. September, 21. Oktober 1995
Voranzeige: Samstag 2. September
"Tag der offenen Tür"
Entdeckungsreise durch die Matte! Lassen Sie sich überraschen. Nähere
Informationen erhalten Sie in der nächsten MATTE-Zytig.
in einem Inserat vom Mattelädeli in einer grösseren Berner Tageszeitung,
wurde das erste Mal Berchtolt Brecht ins Mattenenglisch übersetzt. Aram vom
Lädeli meldet eine erfreuliche Steigerung des Umsatzes. Der alteingesessene
Mätteler Hannes empfahl, bei der Übersetzung ins Matteänglisch nach
Möglichkeit vom Mattedialekt auszugehen, z.B. Irue von Äru nicht Iree von
Aare. Dies wurde bei der Brecht-Übersetzung versucht, jedoch wie kann man
"Moral" übersetzten? so entstand folgender, sehr schwieriger,
anspruchsvoller Text (wer kann es zurückbuchstabieren?): Irschze inntche
irde Iberhe, ide irde Ischerme (Irtbeilte Ichtbre)
Neue Strassenschilder für die Matte
Radio Extra BE zeigte vor einiger Zeit grosses Interesse am
Matteänglisch-Beitrag in der Matte-Zytig. Der Anruf belegt, dass auch
grösseren Medien die Matte-Zytig beachten. In einem Interview für ihre
Nachrichtensendung wollte die Redaktorin wissen, wer allenfalls neue
Strassenschilder bezahlen würde, heutzutage, wo das Geld sehr rar sei.
Immerhin konnte Res Margot mit geringem Aufwand auf seinem PC ein Entwurf
herstellen, der sich sehen lassen kann. Solche Schilder könnten sich
wahrlich mit den Schildern auf dem Schulhausplatz messen. Einzelne Schilder
könnte man sogar für die vielen Besucher aus dem Ausland zusätzlich
übersetzen.
Ergänzt mit Japanisch hätte man vielleicht Probleme mit dem städtischen
Verkehrsdirektor. Dieser hat vielleicht Angst, dass die Touristen ihr Geld
nur noch in der Matte ausgeben. Immerhin waren auch früher viele Besucher in
der Matte, sie war ja mit ihrem Hafen das Tor zu Europa.
Turm zu Babel in der Matte?
Die Babilonier hatten grosse Probleme mit ihrer Bauerei, da sie, wie
gesagt wird, durch ein Sprach-Wirrwarr nicht mehr miteinander reden konnten.
Es ist erstaunlich, dass trotz mehrerer Matte-Sprachen die Anwohner in der
Matte sich sehr gut miteinander verständigen können. Und dies trotz der oft
lauten Lautsprechermusik im Fischerstübli oder wegen den zu schnell
durchfahrenden Autos. Neben dem Berndeutsch dem Mattedialekt oder
Matte-Bärndütsch ("Tunz mer e Ligu Lehm"), dem alten Matteänglisch ("Idufre
insche i d'Ittume?") kennt man in der Matte auch das Neue Matteänglisch
("Fradiu, gadimer e Ladigu Ladim").
Neues Matteänglisch
Das neue Matteänglisch wurde 1920 in der Matte gesprochen, ist also weit
weniger alt als die bekannte und in den letzten Mattenzeitungen benutzte
IE-Geheimsprache. "Kadiru, chadinsch madit em Kaditteli i d'Ladingere ga
radissmadischtele?" /Karl, chunnsch mit em Kätteli (kleiner Karren) i d
Längere ga rossmischte?). Bei aufmerksamem Durchlesen des letzten Satzes
fällt auf, dass in die ursprünglichen Worte ein - adi - eingebaut wird. So
wird der Spengler Hunziker zu Spadingler Hadinziker oder Res Margot zu Radis
Madirgot.
(Literatur: e Ligu Lehm, Otto von Greyerz, Lukianos-Verlag Hans Erpf und
Mattenänglisch, Bargezzi)
Der Frühling ist gekommen. Ich kann wieder die Fenster öffnen uns den
Wintermief herauslassen. Die einen kaufen sich neue Kleider und Klamotten
die andern verlieben sich und ich habe ganz einfach das Bedürfnis zu danken.
Mein Dank geht an alle Besucher des Wasserwerks, des Bronco-Clubs, der
Matte-Rock-Beiz, des Anderlands und und.... Wie trostlos grau war doch
früher unser Quartier. Jetzt wird gesprayt und geklebt. Zur Freude von uns
Allen wird es immer farbiger und bunter! Wie still war doch früher unser
Quartier. Jetzt wird bis in die frühen Morgenstunden gejohlt und gekreischt.
Auch das Spiel "wer ergattert einen der zwei freien Parkplätze in der
Matte?" ist lustig, denn es beteiligen sich Hunderte von AutomobilistInnen
an der Suche. Endlich kommt Leben auf, mit der Langeweile ist es vorbei. Wie
roch es doch früher in der Matte nach Aarewasser und Sonntagsbraten. Heute
liegt nach einem Wochenende immer ein unvergleichlicher würziger Duft nach
Urin über der Matte. Und die Matte-BewohnerInnen haben volles Verständnis
für den Drang, dem Drang unter freiem Himmel nachzugeben. Das gibt ein
Gefühl von Freiheit- oder haben Sie schon einmal das Gefühl von Freiheit
gespürt mit einer vollen Blase? was wird wohl aus unserem schönen
Kultur-Quartier, wenn nicht alle BewohnerInnen so positiv denken wie ich!
Am 15. März haben unsere Schüler mit ihren kleinen Wägeli 12'920 kg Altpapier zum grossen Sammelcontainer beim Matteschulhaus geführt. Eine grosse Leistung! Wir danken der Matte-Bevölkerung für das sorgfältige Bündeln und Hinausstellen des Papiers. Am 5. Juli wird unser nächster Sammeltag sein. Wir freuen uns, wenn Sie wiederum einen Teil Ihres Altpapiers für uns aufsparen.
Nach über 10-jähriger Praxistätigkeit in der Matte spürt Peter Weibel den
Frühling! Er zieht von der Matte weg und geht neue, alte Wege. Seine neue
Herausforderung ist eine HMO-Gruppenpaxis am Bubenbergplatz.
Im Januar schreibt Peter Weibel: "Ich wünsche mir, dass die Patientinnen
und Patienten aus dem Mattequartier meinem bisherigen Praxispartner, Herrn
Dr. Arnold Durrer, der die Praxis an der Schifflaube ab 1. Mai 1995 allein
weiterführen wird, dieselbe Treue halten werden, wie ich sie in meinen
Matte-Jahren erfahren durfte."
Die Matte-Zytig wünscht beiden Ärzten alles Gute und ein erfülltes
Berufsleben.
Fischsuppe au pernod
Das geschnittene Gemüse in wenig Salzwasser knapp
weichkochen, absieben und beiseite stellen.
Für den Pernodjus Fischfonds, Pernod und
Weisswein aufkochen. Die Butter darunterschlagen. Mit Salz und Pfeffer
würzen. Mit ein paar Tropfen Zitronensaft abschmecken. Das Gemüse beigeben
und nochmals aufkochen. Dann die Fischstücke und die Scampi dazugeben und
vorsichtig, nicht zu lange ziehen lassen. Nochmals den Jus probieren,
eventuell verträgt er noch etwas Pernod und dann sofort servieren.
Dazu passt Parisette mit Knoblibutter!!
Kreation aus grünen Spargeln, Kohlrabi und
Seezungenfilet an einer Morchelsauce
Schneiden Sie zuerst die Enden der grünen
Spargeln grosszügig ab und dritteln Sie die Spargeln. Die Kohlrabi schälen
und auch in längliche Stücke schneiden. Die Spargel- und Kohlrabistücke in
kaltes Wasser legen.
In der Zwischenzeit bereiten Sie die
Morchelsauce zu: Die gehackten Zwiebeln und Knoblauchzehen in Butter
andünsten und die eingelegten Morchelstücke dazugeben (grosse Morcheln
vorher verkleinern) und kurz mitdünsten. Mit trockenem Weisswein ablöschen
und etwas einkochen lassen. Geben Sie etwas abgesiebtes Morchelwasser bei
und einen Schuss Dry Martini (Nouilly prat) und auch etwas Fischfonds. Alles
gut köcheln lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In den Saucenrahm
einen Kaffeelöffel Maizena unterrühren und in die reduzierte Sauce geben.
Nochmals abschmecken.
Wenn die Sauce fertig ist, erhitzen Sie Ihre
Wokpfanne oder eine grosse Bratpfanne und geben ein Stück Butter hinein. Die
Spargel- und Kohlrabistücke in der Butter schwenken. Eine Prise Zucker und
Salz darüber und ungefähr 2 - 3 Tassen Wasser. Die Pfanne gut verschliessen
und unter seltenem Rühren ca. 15 Min köcheln lassen.
In dieser Kochzeit wenden Sie die gesalzenen,
gepfefferten Seezungenfilets leicht in Mehl und braten Sie in Butter an.
Warm stellen.
Erhitzen Sie die Morchelsauce und geben Sie
den gehackten Schnittlauch bei.
Auf einen Teller richten Sie das
Spargel-Kohlrabigemüse an, legen den Fisch bei und überziehen alles mit
Morchelsauce!
Eine spezielle, aber gelungene Kombination! ä
Guetä
Apfelschnitze mit Zimt-Sabayon
Die Apfelschnitze in eine Gratinform legen und
mit dem Zucker-Zimt überstreuen; Weisswein und Apfelsaft dazugiessen. Je
nach Apfelsorte ungefähr 10 Min. in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen
stellen.
Die Flüssigkeit sorgfältig abgiessen und die
Schnitze im Ofen warm stellen.
Sabayon
Eigelb, Eier, Vanillezucker, Zimt und Zucker
in eine grosse Schüssel geben. Die Schmorflüssigkeit mit Apfelsaft auf 3 dl
ergänzen und zur Eimasse geben.
Alles über einem heissen Wasserbad so lange
aufschlagen, bis die Masse durch und durch schaumig ist und cremig bindet.
Die Apfelschnitze auf Teller anrichten und mit
Sabayon übergiessen. Sofort servieren.

Ein Rückblick auf die gelungene Adventkalender
Fenster-Aktion 1994 in der Matte
Irgendwie war es ja so. Im letzten Dezember schmückten nicht
wenige Mättelerinnen und Mätteler ihre Fenster, verbunden mit der Einladung
zu einem Umtrunk, dessen Datum im Fensterschmuck in Form des Tagesdatums
integriert war. Es war das erste Mal, dass ein solches Unternehmen in der
Matte gestartet wurde. Jacqueline Vuillien vom Leist zeichnete dafür
verantwortlich. Mit ein kleinwenig Überredungskunst und Überzeugungskraft
gelang es Jacqueline, fast den ganzen Dezember, bis hin zum 23., zuteilen zu
können. Und als die Aktion begann, folgte eine Überraschung der andern. Die
Leute besuchten einander in nicht kleiner Zahl, die Gastgeberinnen und
Gastgeber verwöhnten die Besucherinnen und Besucher mit viel Liebe und
Herzlichkeit (...Rotem, Weissem, Käse, Gebäck, etc.). Ich selber durfte
zusammen mit meinen Hausbewohnerinnen und Hausbewohnern in der Schifflaube
den 23. Dezember bestreiten. Da wir hier eher "klein» wohnen, haben wir
unseren "Empfang» auf unserem Läubli arrangiert. Und trotz Kälte besuchten
uns an die zehn Mättelerinnen und Mätteler. Wir haben uns gefreut, sie haben
sich gefreut, und ich hoffe, dass dies zu einem richtigen Brauch in der
Matte wird. Ich freue mich immer wieder, wenn ich Rosmarie, Maria,
Georgette, Res, Rene, Marianne, Heinz, Jakob und wie sie alle heissen in der
Matte treffe, wenn ich unterwegs bin. Es gibt einem irgendwie das gute
Gefühl am rechten Ort "zuhause» zu sein.
Der Weg von der Matte über die Untertorbrücke, aareabwärts den Gärten des
Altenbergs entlang, vorbei am Restaurant mit Terrasse und Botanischem
Garten, der alten Gasser-Brauerei, dem Lorraine-Bad bis zum
Felsenau-Stauwehr gehört sicher zu den beliebtesten Spaziergängen der
Altstadt-Berner und somit auch der wanderfreudigen Mätteler.
Wer sich nun noch weiter wagt, erreicht nach ca. 1 Stunde zu Fuss oder 15
Minuten mit dem Velo schliesslich das Schloss Reichenbach mit Restaurant und
grosser Terrasse, wo wohlverdient der Hunger gestillt und der Durst gelöscht
werden kann.
Dem Wissensdurstigen sei nun mitgeteilt, dass das im hochbarocken Stil
erbaute Schloss Reichenbach als die Wiege des Schweizerischen Postwesens
gilt. Beat Fischer von Reichenbach richtete nämlich 1675 hier die erste
Postlinie von Bern nach Lyon ein.
Zudem wurde im Jahre 1743, als ein neuer englischer Gesandter namens
Johannes Burnaby das Schloss Reichenbach als Sommerresidenz mietete, zu
dessen Bequemlichkeit eine Fähre von der Berner Regierung eingerichtet.
Just mit dieser Fähre bringt der Mätteler Horst Niedhammer seine Fahrgäste
seit 2. März 1994 über die Aare, unter anderem auf die Engehalbinsel zum
"Aeltesten Bern".
Hier wurde eine keltische Siedlung im 2. Jh. v. Chr. von den Helvetiern
zum Oppidum ausgebaut und 58 v. Chr. von den Römern übernommen und mit
verkleinerter Siedlungsfläche wieder aufgebaut. Die bisher bekannten
Siedlungselemente sind durch einen archäologischen Rundgang mit
Hinweistafeln erschlossen. Herausragend sind der Tempelbezirk, das
Amphitheater, die kleinste bekannte Anlage der gesamten Antike, das Römische
Bad und ausgedehnte Waldanlagen.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist diese Gegend vom Bahnhof aus mit
der Buslinie 21 bis Haltestelle Rossfeld oder Schloss oder mit dem
Unterzollikofen-Bähnli bis Haltestelle Tiefenau oder Unterzollikofen
erreichbar.
Der Mätteler Horst Niedhammer betreibt die Fähre auf eigene Rechnung. Die
Einwohnergemeinden Bern und Zollikofen sorgen für den Unterhalt des
sechszehnplätzigen Bootes und der Anlagen und leisten ein Betriebsbeitrag.
Fähretelefon: 031/911 39 34
- Fährbetrieb: 1. März bis 26. November 1995
- Mittwoch bis Sonntag
- Fahrpreise:
- Erwachsene Fr. 2.--,
- Kinder, Hunde und Velos
Fr. 1.--
- Öffnungszeiten: 10.00 bis ca: 19.00
Beispiel: Das Wettrudern
Vor einiger Zeit verabredete die Republik Matte ein jährliches Wettrudern
gegen eine japanische Provinz, das mit einem Achter auf der Aare ausgetragen
wurde.
Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchsten
Leistungsstufen zu erreichen. Als der grosse Tag kam, waren beide
Mannschaften topfit, doch die Japaner gewannen das Rennen mit einem
Vorsprung von einem Kilometer.
Nach dieser Niederlage war das Matteteam sehr betroffen und die Moral war
auf dem Tiefpunkt. Das obere Management entschied, dass der Grund für diese
vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden musste. Ein
Projektteam wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete
Abhilfemassnahmen zu empfehlen. Nach langen Untersuchungen fand man heraus,
dass bei den Japanern sieben Leute ruderten und ein Mann steuerte während im
Matteteam ein Mann ruderte und sieben steuerten.
Das obere Management engagierte sofort eine Beraterfirma, die eine Studie
über die Struktur der Mätteler anfertigen sollte. Nach einigen Monaten und
beträchtlichen Kosten, wir können es uns schliesslich leisten, kamen die
Berater zu dem Schluss, dass zu viele Leute steuerten und zuwenig ruderten.
Um einer weiteren Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen wurde die
Teamstruktur geändert. Es gab jetzt vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute,
einen Steuerdirektor und einen Ruderer. Ausserdem wurde für den Ruderer ein
Leistungsbewertungssystem eingeführt, um ihm mehr Ansporn zu geben. `Wir
müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben'.
Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei
Kilometern.
Das Management entliess den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte
die Ruder und stoppte alle Investitionen für ein neues Boot. Der
Beratungsfirma wurde ein Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld wurde
dem oberen Management ausbezahlt.
So geschehen im Traum, in der Matte wäre das nie und nimmer möglich...
Schreiben Sie uns über Ihr Lieblingsspiel wir stellen es gerne in der
Matte-Zytig vor.
OH! Ein Spiel mit Phantasie und Herz
OH besteht aus zwei verschiedenen Kartenstössen; 88 farbige Bildkarten
zeigen Ausschnitte des täglichen Lebens, weitere 88 Wortkarten stellen den
wechselnden Hintergrund für diese Bilder dar. Zusammen ergeben sich so
unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Und am nächsten Tag fällt uns zu jeder
Karte etwas Neues ein.
Dieses Spiel soll Bild und Wort verbinden. Es ist nicht ein Spiel für
"Gewinner und Verlierer" sondern für Menschen die Spass am kombinieren
haben. Dieses Spiel ist für die ganze Familie gedacht, kann aber auch
einzeln gespielt werden. Ein Kartenspiel für Phantasie und Kreativität!
Das Spiel kostet Fr. 59.- und kann bei Rosmarie Bernasconi, Schifflaube
26, 3011 Bern, Tel. 031/311 01 08 bezogen werden.
Peter von Gunten
"Bei mir heisst Frühling mehr Arbeit. Ich kann die Sonne leider kaum
geniessen!"
Sherine Khalil:
"Ich bin verliebt, alles wächst und spriesst!"
Maria Paganotta:
"Es ist einfach ein gutes Gefühl!"
Eva Banlaki:
"Ein angenehmes Gefühl!"
Roger Gfeller:
"Der Frühling muntert mich einfach auf!"
Ernst Hofer:
"Bei mir schiesst wieder Kraft ein!"
Nelly Freund:
"Ich bin eher der Herbst-Typ."
Liebe Mattebewohner und Mattebewohnerinnen
Sie haben sich gewiss auch schon (oder dauernd) darüber geärgert, dass in
der Matte
und und und und........
Die Verkehrskommission unseres Leists hat sich in den letzten Monaten mit
der Behebung dieser Missstände intensiv befasst und nach Lösungen gesucht.
Vorerst wurde einmal festgestellt, dass die von der Stadt getroffenen
Massnahmen (Tempo 30, neue Parkierungsordnung vom Zähringer bis Läuferplatz,
Trottoir vis-à-vis Mühlirad) in die richtige Richtung gehen. Sie verdienen
unseren Dank, sollten aber noch ausgeweitet werden. Um die zum Parkieren in
der Matte Unberechtigten zu eruieren, wurde eine spezielle
Parkplatzkommission ins Leben gerufen und die Matte-Ratte Vignette
eingeführt. Leider zeigte
n die Meldungen an die Stadtpolizei über durchgeführte Kontrollen kein
Resultat. Angeblich muss der entsprechende Tatbestand kontrollierbar und
beweisbar sein, was leider so einfach nicht möglich ist. Eine Klage beim
Polizeirichter hätte durch zwei Mitglieder der Parkplatzkommission
persönlich erfolgen müssen, was etwas über den gezeigten Idealismus
hinausgeht. So wurde leider diese mit viel persönlichem Einsatz begonnene
Übung wieder abgebrochen. Immerhin stellten sich dieselben Leute auch für
eine sehr aufwendige Kontrolle der durchfahrenden Motorfahrzeuge zur
Verfügung. Was dann zum erschreckenden Resultat führte, dass während einer
bestimmten Stunde 79% der aareabwärts fahrenden Fahrzeuge gar nicht in die
Matte wollten......!
Zur Behebung aller Unzulänglichkeiten und zur weiteren Hebung der
Wohnqualität wurden deshalb folgende Anregungen gemacht.
Die Verkehrskommission setzt sich weiterhin für eine wohnliche Matte ein. Sie widersetzt sich den sich entwickelnden "Kulturbetrieben" in der Matte nicht. Sie versucht aber, den damit verbunden nächtlichen Zusatzverkehr einzudämmen, was nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Leist (als Vertreter der Matte-Bewohner), den Kulturbetrieben und der Stadtpolizei, sowie mit gutem Willen von allen Seiten, möglich ist.
Wally Bregenzer hat Träume für die Matte, solche, die verwirklicht werden können oder könnten sowie Ideen, die einfach schön zum Träumen sind.
Bitte schicken Sie uns bis zum 14. August ihre Träume und
Visionen, Vorstellungen und Verrücktheiten für die Matte, und begleiten Sie
uns und Wally in eine andere Wirklichkeit.
Für uns Redaktionshexen steht das Jahr 1995 unter dem Motto "Begegnung,
Austausch, Kommunikation. Ganz einfach mit offenem Herzen andern Menschen
begegnen!»
Mit fröhlichem Lachen
Redaktionsschluss für die Spätsommerausgabe: 14. August 1995