Matte-Zytig September 1993
Eine Geschichte aus der Matte
Wülls so verdammt heiss gsi isch, ha ni a däm Mäntig scho am Morge am
zähni Durscht übercho und bi ids Fischerstübli ghocket. Won i bir Maja e
Halbe bschtellt ha, isch usser mir ke Mönsch ir Beiz gsi. Aber chum het mir
d`Wirtin dr Féchy bracht gha, isch e verschrtublete, ältere Männu inecho u
het usgrächnet a mi Tisch wölle cho.
«Isch hie no frei ?», het är imene urchige Bärndütsch gfragt. I ha nid dr
Muet gha nei ds'säge, obschon i gar kei Luun zum Schnurre ha gha.
«Chan i mi grad aschliesse, bim Wiisse ?» Und ohni mi Antwort abzwarte het
är bir Maja no nes Glas bschtellt. Es git immer wie meh Lüt, wo sech ohni
langi Dispute eifach sälber ilade.
Nach em Proscht het mi Mitdtrinker du plötzlech wölle wüsse: «Wie geit's
z'Bärn hüt so ? I bi sit 1921 , im Jahr wo n i dr Nobelpriis übercho ha
eigentlech nie meh da gsi. Höchschtens es paar Mal uf ene churze Bsuech.»
I ha nid schlächt gschtuunet, nid emal in erschter Linie wägem Nobelpriis,
sondern wüll dä Ma höchschtens füfzgi, aber sicher nid über siebezgi het
chönne si.
«Aha», het är mir erklärt, «du gloubsch mer ällwäg nid, dass i scho so alt
bi. Weisch, i bi ou nur no relativ am Läbe. Churz nachem Tod han i
wahrschinlech mi gröschti Entdeckig gmacht: Ruumzytrelativität. Gäge d'
Relativitätstheorie oder Quantehypothese, ou gäge ds Aequivalänzgsetz oder
die Brownschi Molekülarbewegig isch d'Ruumzytrelativität e totali
Revolution.»
«Wär zum Donner bisch de du ?», han i gwagt zfrage.
«Zwüsche 1879 und 1955 het me mir Albert Einschtein gseit.»
I han ihn e Momänt agschtieret u überrascht gmerkt, dass dä Ma vis-à-vis vo
mir würklech usgseh het wie dr Einschtein uf de Wärbeplakat vo de
Privatschuele.
Läck du mir, han i dänkt, wenn das alles würklech wahr wär: I chäm ja ir
Zytig.
«Maja, no ne Halbe», han i zum Büffet gmögget. U mi Nachbar han i gfragt:
«Wenn du dr Einschtein bisch, bin i z'Mattetram, u nes Mattetram git's ja
bekanntlech keis.» Är het nume verschmitzt glächlet. «Bewiise ch a dir's
nid. I ha zwar no ne Grossänkel z'Amerika, em Alfred si Suhn. Dä chönnt dir
alles beschtätige. Aber härebeame chan i ne o nid. Mir hei zwar ar Princeton
Universität seregi Versüech gmacht, aber leider ohni Erfolg. Hingäge mit der
Ruumzytrelativität cha es Molekül, sälbscht e Gedanke oder e
Bewusstsiinkompläx wie ne Mönsch i verschiedene Zyte e Würkigseinheit sii. U
drum isch es mir jetz müglech, hie i dere Beiz zhocke, won i mängisch gsi
bi, während i no uf em Patäntamt gschaffet ha.»
Nach eme grössere Schlückli Wy han i ihn gfragt: «We du dr Einschtein bisch,
de chasch mer viellech o säge, warum d'Matte Matte heisst. Schliesslich
hesch ja du zu de Gschiidschte ghört, wo je uf dere Wält umekraxlet si.»
D'Einschtein-Inkarnation mir gägenüber het sech i sim graue, länge und wilde
Haar krauet u wieder verschmitzt grinset. «Es git zwe Theorie dadrüber. Was
mer mal zallererscht müsse usschliesse, isch die dummi Meinig, d'Matte
heissi Matte, wüll da früecher e Matte gsi sig. Bevor hie die erschte Hüser
gschtande si, het's Eichewälder bis zum Flussgröll häre gha. Nüt vo Gras u
serigem Züüg.»
«Soo?», han i misstrouisch murmlet.«Vo was cheibs söll de dir Asicht na dä
Name cho, wenn nid vore Matte ?» U gäge z'Büffet hani rüeft: «Maja, bring no
e Halbe.» Nachebschtelle han i unbedingt müsse, wüll dr Einschtein so
flissig gsoffe het.
«Die erschti Theorie isch die: Im Jahr 1474, churz vor de Burgunderchriege,
het dr Adrian vo Buebebärg es Gschtürm gha mit sire Frou, dr Mathilde. Wüll
är het müesse i Chrieg zieh u e verruckt iifersüchtige Siech gsi isch, het
er d'Mathilde churzerhand über d'Plattform usgschtosse. Die schöni, schtolzi
Frou isch natürlech uf em Dach vomene Flösser zerschällt . Sit denn hei
d'Bärner ihrne Frou droht: Wennd nid folgisch, schick i di zur Mate abe.
Gmeint hei si natürlech zur Mathilde vo Buebebärg. Dr Geischt vor Mathilde,
oder säge mer besser vor Mate, huust no immer unter dr Plattform und het
immer wieder Lüt über Plattform use grüeft. Nach mir Ruumzyttheorie isch das
ou ohni witeres müglech. Natürlech het d'Matte wäge däm truurige Schturz vor
Mate sythär bi de Adelige e schlächte Ruef gha.»
Vor luter Schtuune han i bir Maja scho wieder e Halbe nachebschtellt. «U de
die zwöiti Theorie ?», han i vom Einschtein wölle wüsse.
«Die isch wie folgt: Ds Wachpersonal, wo dr Bärchtold der Füft vo Zähringe
ar Untertorbrügg gschazioniert het gha, het immer zwenig Zöll iigno, wüll
die Soldate nid guet hei chönne rächne. Sie hei gar nid chönne zämezelle u
du halt albe nur grad dr erscht Betrag iikassiert. Dr Zähringer isch e
gäldgierige Roubritter gsi u het dä Zueschtand sofort wölle ändere. Aber
leider het är zwüsche dr Reuss und dr Saane ke einzige Wachsoldat gfunde, wo
het chönne zämezelle. Du het är ir hütige Matte es Schuelhuus la boue u sini
Wachsoldate dert häre gschickt für ga zlehre rächne. Die arme Cheibe hei Tag
für Tag müesse ga Mathe büffle. We me se gfragt het: Wo göht dir häre ?, hei
si fasch immer gseit: I d'Mathe. U so het das Quartier si Name übercho, vor
Mathematik. I gloube sälber eher a die zwöiti Theorie, wüll i sälber ja
Mathematiker bi u mi hie unde immer so wohl gfüehlt ha. Da herrscht würklech
e mathematische Geischt.»
«Mir chöi ja mal luege», han i gseit u dr Maja grüeft. «Du Maja, chasch mal
usrächne, wie viel dä Wy choschtet, wo mer hei gha ?»
«Füüf Halbi à zwölf Franke, das macht ...Wart i muess es schnäll über
d'Kasse näh.»
I ha mini Achsle zuckt und dänkt: Mir isch's ja gliich. Dä Wy söll jetz dr
Einschtein zahle. Dä het sicher no chli Gäld vom Nobelpriis här. Aber won
i's ihm ha wölle säge, isch dä Cheib verschwunde gsy'»
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Der erfolgreiche Autor Fritz Kobi schockiert mit einem neuen "Schocker"
die Leser!
FRITZ KOBI
KRIEG DER SCHWESTERN
Bericht aus dem Ghetto
ENZO EXTREM
Fritz Kobi hat aus ihm erzählten Tatsachen und eigenen Erlebnissen einen
Krimi komponiert, der die Extreme im Schwulenmilieu spannender kaum
skizzieren könnte. Abhängigkeiten, Begierden und Intrigen, aber auch Liebe,
Freundschaften und Sex sind das Spielfeld für ein phasenweise schockierendes
Buch, in dem auch die untersuchenden Organe nicht ungeschoren davonkommen.
Wie in seinem ALPINA 2020 (Enzo 1991, 3-905536-03-X) hält Fritz Kobi den
Leser von Anfang bis Schluss in Atem und durchleuchtet schonungslos die
Lüste und Aengste der menschlichen Psyche.
FRITZ KOBI (1938), im Zeichen Skorpion geboren, gilt als einer der
Kreativen in der Schweizer Werbung.
KRIEG DER SCHWESTERN ist sein sexter Roman.
ISBN 3-905536-09-9 ENZO VERLAG
Ab 1. Oktober in jeder Buchhandlung erhältlich.
An der letzten Hauptversammlung wurde angeregt, dass Leistmitglieder den
Vorstand des MATTE-Leistes zu einer Sitzung bei sich zu Hause einladen.
Diese Möglichkeit wird rege benutzt, der Vorstand ist auf Tournee wie der
Zirkus Knie. Dieser Vergleich ist übrigens nicht einmal weit hergeholt,
traben doch an beiden Orten die Arbeitspferde im Kreis herum, brüllen die
Raubkatzen und machen Männchen oder Weibchen und am Trapez bastelt einer an
der Beleuchtung herum; ganz zu schweigen von Clowns und Elefanten.
Sigs wies wöll, bei der letzten Sitzung hielt der Vorstand bei Sonja Reber
Hof. Über den Zustand der einzelnen Mitglieder auf dem Heimweg kursieren nur
Gerüchte, es kann hier nur gesagt werden, dass diese in keiner Weise aus der
Luft gegriffen sind.
Neue Töne für die nächste Sitzung: Pfarrer Suter hat das trinkfeste
Fähnlein der mehr oder weniger Aufrechten zu sich eingeladen. Das ist
einerseits sehr tapfer und lässt andererseits auch die Hoffnung aufkommen,
dass es gesitteter zugeht. Wir wünschen dem Vorstand viele Erleuchtungen,
nützt's nüt so schadet's nüt, und wer weiss vielleicht gibt es noch ein paar
Gratiskerzli für die Weihnachtsbeleuchtung.
Aufmerksame Leser unserer Anschlagkästen sind bestens auf dem Laufenden..
in Anbetracht, dass wohl kaum alle Matte-Interessierten diese Publikationen
verfolgen können, schein es mir angebracht, in unserer Matte-Zytig Rückschau
zu halten.
Unser MATTE-FESCHT von 4. September haben wir abgesagt, zu Gunsten der
25-Jahr-Feierlichkeiten der MAHOGANY HALL, welche mit grossem Erfolg, trotz
unfreundlicher Witterung, vom 3. - 5. September durchgeführt wurden. Wir
gratulieren an dieser Stelle allen Verantwortlichen des Festes und der
MAHOG-Leitung herzlich zu ihren Erfolgen. Das "Klösterli" gehört zu unserem
Leistgebiet, ein weiterer Grund uns auch über das Wohlergehen und den
Fortbestand der MAHOGANY-HALL zu freuen.
Im ersten Halbjahr konnten sich verschiedene Betriebe und Institutionen in
den ehemaligen Stadtmühle-Räumlichkeiten einrichten. Besonders erwähnen
möchte ich die TRIVA-Werkstätten von CONTACT-BERN: geäusserte Bedenken an
unserer Hauptversammlung vom 22. Februar 1993 sind tatsächlich nicht
eingetroffen. Unsere Begleitgruppe besteht weiterhin, jedoch ohne
schwerwiegenden Reklamationen behandeln zu müssen.
Samstag, 19. Juni, fand bei schönstem Wetter und bei laufend zunehmender
Beliebtheit unser SUMMER-BRÄTLI-PLOUSCH statt.
Da der MATTE REISE- und BEIZENFÜHRER bereits vergriffen ist, schaffen wir
an einem Matteplänchen mit Angaben aller Sehenswürdigkeiten, Treffpunkte,
etc. Die Kosten tragen interessierte Unternehmen des Quartiers.
Im Vorstand sind noch viele andere Projekte auf dem Tisch. Weitere Details
verrate ich Ihnen erst wenn sie spruchreif sind! Momentan halten uns auch
die Verkehrsmassnahmen in Atem.
Unser Brief vom 13. Juni 1993 an die Planungs- und Baudirektion der Stadt
Bern
in der Matte hat es zuwenig Abfallkübel
Sehr geehrte Herren
Wir Schweizer produzieren viel Abfall. Das ist das eine Problem. Und wir
werfen ihn oft aus Bequemlichkeit auf die Strasse. Das ist das andere
Problem. Genügend Abfallkübel helfen erfahrungsgemäss wesentlich mit, dass
wir leere Packungen, Flugzettel, Speiseresten und so weiter nicht einfach
auf den Boden fallen und liegen lassen.
In der Ober- und Unterstadt funktioniert das auch gut. In unserem Quartier
aber hat es leider nur sehr wenig Abfallkübel. Besonders mit den Clubs
(Wasserwerk, Broncos, Anderland) wird die Matte an gewissen Tagen von vielen
jüngeren Leuten besucht.. was man danach auf der Strasse leicht feststellt.
Der Matte-Leist möchte darum mit der Bitte an Sie gelangen, bei uns
drunten, vermehrt Abfalleimer aufzustellen. Besonders auch rund um den
Mühlenplatz, wo regelmässig der Flohmarkt stattfindet.
Es würde uns sehr freuen, wenn Sie unserem Anliegen entgegenkommen
könnten. Wir danken Ihnen für Ihre Prüfung.
Mit freundlichen Grüssen der Matte-Leist
Antwort auf obiges Schreiben:
Abfallkübel in der Matte
sehr geehrte Damen und Herren
Durch die Kürzungen des Budgets sind wir in einen finanziellen Engpass
geraten, die Realisierung Ihres Wunsches kann daher nicht sofort erfolgen.
Wir sind jedoch überzeugt, dass trotz der misslichen Lage ein Ausweg
gefunden werden kann.
In dem wir Sie um etwas Geduld bitten müssen verbleiben wir mit
freundlichen Grüssen
Strasseninspektorat der Stadt Bern,
der Strasseninspektor, B. Grüebler
Man
kann sagen, was man will die MATTE-Zytig wird gelesen und nicht nur von der
Setzerin. In der letzten Nummer hatten wir es mit den fehlenden Abfallkübeln
im Quartier. Das veranlasste den Vorstand, die Stadtmütter und -väter
anzufragen, ob sie ein paar settige Kübel montieren würde.
Im Prinzip ja, lautet die Antwort, aber eben, man verstehe, die Kassen
seien leer. Aber eben im Prinzip doch eventuell ja.
Als Weltpremiere können wir veröffentlichen, dass der bernische
Kübelmeister bereits einen ersten Augenschein im betroffenen Gebiet vornahm.
Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass in der Kübelfrage zu unseren
Gunsten entschieden wird!
Ich finde, das ist ein schönes Beispiel für die Macht der Presse. Den
bösen Brief, den ich an die Stadt schicken wollte, habe ich zerrissen und in
den Kübel geworfen.
Für einmal ist die Redaktion der Matte-Zytig sogar besser informiert als
die Sacharin und nützt die Gunst der Stunde, um - in letzter Sekunde vor dem
"Gut zum Druck" - mitzuteilen, dass unser Präsi mit Herrn Grüebler am
Montag, 13 September, durch die Matte flanierte, um die Standorte der sechs
bis acht bewilligten "Küblä" festzulegen.
Ä grosses Merci as Strasseninspektorat!
Die Redaktion
Ein bekanntes Gesicht wird ab Ende 1994 in der Matte weniger oft zu sehen
sein. Bodo Ruf, der Immobilienkaufmann aus der Hotelgasse wendet sich neuen
Zielen zu. Der Liegenschaftenhandel wird weitgehend zurückgestellt:
«Aufhören, wenn es am schönsten ist», sagt Bodo Ruf, «nach so langer
Geschäftstätigkeit ist die Zeit für uns gekommen, etwas neues anzupacken».
Bodo Ruf und seine charmante Frau Christine werden am 15. Dezember 1994 in
Wengen, im Hotel Silberhorn, Bodos'Bar eröffnen. «Wir wollen zeigen, dass
man auch in unserem Alter gemeinsam noch etwas Neues und Originelles auf die
Beine stellen kann», so Bodo Ruf.
Neugierig wie es aussieht und wie es zu und her geht? Einfach
hineinschauen! MATTE-Zytig Leser sind besonders willkommen: Bodo spendiert
zwei Getränke (Bon im Inserat ausschneiden)!
Wie wir aus üblicherweise gut unterrichteter Quelle vernehmen wird Bodo
Ruf sein pied-à-terre in Bern aber nicht ganz aufgeben, das Büro an der
Hotelgasse wird weiter bestehen.
Und diejenigen, die behaupten, der Zähringer sei Bodos zweites Wohnzimmer,
werden ihn wahrscheinlich nicht allzulange vermissen müssen.
Wir von der Matte-Zytig wünschen Christine und Bodo einen Senkrecht-Start
und eine gute Zeit in der neuen Bar!
Wenn Sie Sojabrot und Vollkorngüetzi
eingekauft haben, kann mit einem Jungfrau-Gast nichts mehr schiefgehen.
Erdig, aber eben perfektionistisch veranlagt (Ich weiss ein Lied davon zu
singen) lässt sie/er sich gerne auf einen kulinarischen Abend entführen -
aber gesund muss er sein. Bei Kerzenlicht lässt es sich gemütlich ein Glas
Wein trinken - denn trotz allem eine Jungfrau weiss immer etwas zu
erzählen....
En Guete zäme
Gazpacho-Terrine mit Salaten
Terrine:
Pürieren Sie die Tomaten, Peperoni,
Essiggurken, Schalotten und Knoblauch so fein wie möglich. Ich gebe auch
noch frischen Basilikum dazu. Halbrahm und Ketchup beigeben und aufkochen,
nochmals pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Tabasco würzen. Schmelzen
Sie die ausgedrückte Gelatine auf kleinem Feuer und mischen Sie sie unter
die Gemüsemasse. Legen Sie eine Cake-Springform mit Klarsichtfolie aus und
giessen Sie die Masse hinein und decken die Form mit einer weiteren Folie
ab. Ich bereite die Terrine immer einen Tag vor dem Besuch vor, und stelle
sie in den Kühlschrank. Dies gibt ihnen die Garantie, dass sie am nächsten
Tag fest ist. Die Menge ist gut für 8 Personen gerechnet. Sie können
natürlich auch nur die Hälfte zubereiten. Als Tip: Ich gefriere manchmal
eine Hälfte ein für den nächsten Besuch. Die Terrine schmeckt auch aufgetaut
(langsam auftauen) hervorragend.
Salat
Schnittsalat, Frisée, Lollo auf Teller schön anrichten, wie ein Bouquet und
mit Vinaigrette beträufeln Cherrytomaten, Radieschen und Peterli zum
garnieren.
Vinaigrette: Vinaigrette: 2 dl Traubenkern - oder
Distelöl, 6 El Weissweinessig Salz und Pfeffer ev. frische Kräuter
Spezial: Spezial: Avocado in Scheiben schneiden und
ebenfalls als Beilage anrichten.
Die Terrine können Sie praktisch aus der Springform nehmen,
indem Sie die Folie hinaufheben. Die Terrine in gleichmässige Tranchen
schneiden und je eine Scheibe auf den vorbereiteten Salatteller legen.
Lamm-Piccata mit Gerstenrisotto
Tomaten- Currysauce:
Zwiebeln und Knoblauch im Öl andünsten. Tomaten und Bouillon beigeben, 20 Min. köcheln lassen. Zucker, Salz und Pfeffer beigeben, mit dem Mixer pürieren.
in der zweiten Pfanne Butter schmelzen und den Curry
beigeben, gut verrühren und mit Weisswein ablöschen. Gemüsebouillon
dazugeben und 2 Min. köcheln lassen.
Die Currysauce mit der Tomatensauce mischen.
Gerstenrisotto:
Die Zwiebeln im Butter andünsten und die Rüebli, Lauch und
Gerste beigeben. Mit Weisswein ablöschen und Gemüsebrühe dazugiessen. Auf
kleinem Feuer und unter öfterem Rühren 15 Min. knapp weichkochen. Margarine
und geschlagener Rahm darunterziehen und alles nochmals erhitzen. Mit Salz
und Pfeffer würzen.
Piccata:
Das Lamm würzen im Mehl wenden. Eier mit dem Käse vermischen
und das Lamm durchziehen. Im heissen Öl auf beiden Seiten anbraten, Butter
beigeben und fertig braten.
Den Gerstenrisotto auf dem Teller anrichten, Piccata schräg
dazulegen und mit Tomaten-Currysauce umgiessen. Mit Peterli garnieren.
Fruchtsalat
Zitronensaft mit Wermut, Weisswein und gehackten Pistazien
verrühren. Trauben halbieren und die Kiwis schälen und längs halbiert in
Schnitze schneiden. Die Melone halbieren, die Kerne entfernen und aus dem
Fruchtfleisch Kugeln stechen. Die Früchte gut 1 Stunde ziehen lassen.
Der Jungfraugast hat zum feinen Fruchtsalat bestimmt gerne
noch ein Güetzi. Bitte daran denke, dass es im Minimum ein "Vollkorngüetzi"
sei.
Wenn Sie Fragen zu den diversen Sternzeichenmenus haben,
stellen sie diese bitte an Matte-Leist, Kochen mit Jacqueline, Postfach 29,
3000 Bern 13.
Für spezielle Matterezepte oder Eigenkreationen stehen die
Zeitung und unser Mund immer weit offen! Wir freuen uns auf ihre
Zuschriften.
Wir suchen für die Spysi dringend Helfer und Helferinnen:
Service: ehrenamtliche Mithilfe beim Mittags-Service, in einem
Team von 4 - 6 Personen 1x die Woche (oder auch mehr), an vereinbarten
Wochentagen
Küche: ehrenamtliche Küchen-Gehilfen am Vormittag als "Delegierte"
des MATTE-LEIST
Festangestellte: als Koch/Köchin (50%) gegen Entlöhnung
Die Spysi ist geöffnet von Montag - Freitag, jeweils Mittag, ab anfangs
November bis Ostern (Palmsonntag).
Interessenten erhalten weitere Auskunft beim Leist Präsidenten René
Stirnemann, Tel. 311 28 78
Matte-Schulhaus sucht:
Aufräumer oder Aufräumerin für ca: 12 Stunden in der Woche im
Matte-Schulhaus.
Auskunft: Peter und Kathy Fuhrer, Abwart Schulhaus Matte, Tel. 312 15 64
Bericht von Walter Bregenzer, Präsident Verkehrskommission Matte
Unter diesem Motto stand die Versammlung vom 25. August im Berchtoldshaus,
zu der unser Leist-Vorstand eingeladen hatte. Ungefähr 40 MättelerInnen
vernahmen von den Herren Stadtmann, Chef der Verkehrspolizei, und
Salvisberg, Verkehrsinspektorat, was von Seiten der Stadt in Sachen
Verkehrsmassnahmen in der Matte geplant ist. Gestützt auf wissenschaftliche
Untersuchungen und praktischen Erfahrungen im Längassquartier sollen bei uns
die folgenden Massnahmen getroffen werden.
Die anschliessende Diskussion und Fragebeantwortung ergab, dass diese
Massnahmen grundsätzlich angenommen werden. Vorgebrachte Bedenken wurden
entgegengenommen, etliche konnten zerstreut werden (z.B. wegen einer
allfälligen Behinderung von Lastzügen).
Wie geht es nun weiter? Gestützt auf unsere Veranstaltung wird das Projekt
nun definitiv ausgearbeitet (der projektierende Ingenieur war deshalb auch
anwesend), welches vorerst vom kantonalen Strasseninspektorat zu genehmigen
ist. Anschliessend folgt die Krediterteilung durch den Gemeinderat
(Kostenschätzung ca: Fr. 80'000.), erst dann kann die öffentliche
Ausschreibung erfolgen. Sofern keine Einsprachen gegen die vorgesehen
Massnahmen eintreffen, kann mit deren Realisation im Frühling 1994 gerechnet
werden.
Auf die Einführung der blauen Zone mit Anwohner-Vignette wird im Hinblick
auf die Bedenken, die von einigen Gewerbetreibenden vorgebracht werden,
einstweilen verzichtet. Damit aber gegen die unberechtigten Parkierer, die
immer mehr zum Ärgernis werden, etwas unternommen kann, schlägt der Vorstand
Massnahmen vor, welche René Stirnemann anschliessend präsentierte, und noch
vor ende Jahr einführen will.
Kleber als Vignette mehr darüber auch in dieser Zeitung
Eine noch zu bildende "Parkplatz-Kommission", welche unberechtigt
parkierte Fahrzeuge feststellen soll, wird unter deren Scheibenwischer einen
freundlichen Brief klemmen, welcher höflich auf das gesetzeswidrige
Verhalten hinweist. Erst wenn die Freundlichkeit nichts nützt (im
Wiederholungsfall), wird Anzeige an die Polizei erfolgen. Wir hoffen auf
diese Weise, welcher auch die Polizei zustimmt, der Parkierungsmisere in der
Matte begegnen zu können. Auch dieser Vorschlag ist von den
Versammlungsteilnehmern positiv aufgenommen worden. Jemand befürchtete gar,
der Kleber sei so originell, dass er zu einem beliebten Handelsobjekt werden
könnte. Die BZ hat uns mit ihrer Berichterstattung über diese gelungene
Versammlung bereits den Slogan für diese Aktion geliefert:
Nur mit Ratte in die Matte!
Bestellen Sie Ihre Matte-Vignette
Wie Sie alle von der Versammlung vom 25. August 1993 betreffend der
Verkehrsfragen in unserem Quartier wissen, wird die "Blaue-Zone" bei uns -
zumindest vorläufig - nicht eingeführt. Wir Mätteler sind darum selber dazu
aufgerufen, die "Fremdparkierer" zu mahnen. Und damit wir dies können, hat
der Matte-Leist eine Auto-Vignette entwickelt, welche die Fahrzeuge der
Matte-Bewohner und der Mitarbeiter der Matte-Firmen in Zukunft kennzeichnen
sollen. Sie ist mit AARE-REPUBLIK-MATTE unterzeichnet, was ihr eine
sympathisch ironisch (und nicht so polizeiliche) Ausstrahlung verleiht. Dank
dem Sponsoring des ACS (Automobil-Club der Schweiz) und der Werbeagentur
Contexta kostet die Vignette für uns MättelerInnen nichts.
Für Anwohner und Gewerbetreibende und Arbeitnehmer der Matte als Ausweis
zum berechtigten Parkieren in der Matte. Die Vignette ist an einem gut
sichtbaren Ort zu kleben.
Pro Auto gibt es eine Vignette, welche nicht übertragbar ist.
Jede Vignette ist nummeriert, deshalb brauchen wir für jede abgegebene
Vignette Autonummer und genaue Adresse. Benützen Sie den untenstehenden
Talon.
Der ACS und die Contexta bringen die Ratten ins Quartier. Eine Vignette
soll die Mätteler auf ihr Auto kleben. So können alle kontrollieren wer in
der Matte parken darf und wer nicht. Diese Vignette ziert eine Ratte mit
einem Fischskelett in der Pfote. Wahrscheinlich kommt das Nagetier direkt
aus dem Fischerstübli.
Sacharin und Sachar finden die Idee mit der Ratte nicht schlecht, was für
ein anderes Tier könnte man denn sonst auf ein Auto kleben? Vielleicht
greifen andere Quartiere die Anregung auf: Blindschleichen im Kirchenfeld,
Regenwürmer in der Länggasse, Kröten aus Muri und Schnecken für die Autos
der Stadtverwaltung?
was allerdings nur wenige wissen: im nächsten Jahr wird den
Matte-Bewohnern ein Abzeichen mit dem gleichen Signet abgegeben. Dieses ist
immer zu tragen, so kann man jederzeit feststellen, wer in die Matte gehört
und wer nicht. Nicht Mätteler müssen ab Stichtag eine Kurtaxe bezahlen.
Komme es, wie es kommen muss, einen Vorteil hat der Rattenkleber auf jeden
Fall: in der Fremde sieht man auf der Strasse sofort, wenn einem ein
Mätteler entgegenkommt.
Tiefgreifende Recherchen der Redaktion ergaben folgende
hochwissenschaftliche Ergebnisse:
Ratte, in Asien häufig glückbringendes Symbol- Tier; in Japan
Begleiterin des Gottes des Reichtums; in China wie in Sibirien gilt das
fehlen von Ratten in Haus und Hof als beunruhigendes Zeichen. (Anm. Red. Da
können wir ja jetzt beruhigt sein.)
In Europa dagegen gilt die Ratte im Volksglauben als Personifikation von
Hexen, Dämonen und Kobolden. (Anm. Red. von denen kann man nicht genug
haben). wenn die Ratten das Haus oder das Schiff verlassen, wertet man dies
allerdings auch hier als unglückverheissend. (Anm. Red. Da die Ratte in die
Matte kommt kann das ja nur unser Glück sein!).
Die Ratte ist das erste Zeichen des chinesischen Tierkreises, sie
entspricht dem Widder.
Die Herkunft der germanischen Bezeichnungen des Nagetiers ist dunkel.
Vielleicht handelt es sich um ein altes Wanderwort das auch in den
romanischen Sprachen gebräuchlich ist.
NUR MIT RATTE IN DIE MATTE!
Bestellschein:
Der/die Unterzeichnete wünscht die Matte-Vignette:
Name:
Vorname:
Adresse:
Autonummer:
Datum und Unterschrift:
Bitte einsenden an: Matte - Leist, Postfach 29, 3000 Bern 13. Bitte
adressiertes und frankiertes Rückantwortcouvert beilegen.
Ich interessiere mich gleichzeitig, in der vorgesehenen
Parkplatz-Kommission mitzuwirken und erhalte weitere Informationen.
Diese Rubrik beleuchtet das aktuelle Kulturgeschehen und den
Galeriebetrieb in der Matte. Berichtet auch über die gute alte oder
aufregende neue Matte-Kultur. Schreibt mit, liebe Kulturtäter, Künstler und
Lebenskünstler In der Matte!
Galerienkalender
Galerie c/o Suti Gerberngasse 15
14. Okt. - 14. Nov. Roland Adalette, Peinture
25. Nov. - 19. Dez. Mensch-Körper-Figur, Eine Gruppenausstellung
Galerie Nydegg, Mattenenge 7
22.9. - 10.10. Michel Jenni, Oel, Aquarell, Zeichnungen
20.10. - 7.11. Erika Trees (ETS) Oel, Tempera
13.11. - 28.11. Alte Ikonen, 16. - 19. Jh.
Galerie Zähringer
Dienstag 19. Oktober 19.00 - 21.00 Vernissage mit Bildern, Cartoons und
Zeichnungen von Dominik Sulzer
Mittwoch 10. November 19.00 - 21.00 Vernissage mit Lotti Pulver und Roland
Arzner
Galerie- und Kleinkunsthalle Zähringer
Montag 11. Oktober
Galaabend zur Unterstützung der Berner Altsstadttheater im
Kursaal Bern unter dem Motto "to be or not to be"
Samstag 16. Oktober 9.00 - 24.00
"Schriftwechsel", Literarturtag zum 20. Todestag von Ingeborg
Bachmann
20./22./23. Oktober Mittwoch, Freitag, Samstag je 20.15
"Ex-Ziel" mit der Liedermacherin Barbara Thalheim, Berlin
27./29./30. Oktober
Mittwoch, Freitag, Samstag je 20.15
ein Stück Papier erzählt von Horta va Hoye "Geister-Geschichten"
Vorverkauf Tel. 311 08 82, Dienstag bis Samstag 15.00-18.00
4./5./6. November Berner Song Tage
Samstag 13. November 20.15
I Cantimbanchi mit dem neuen Programm "Tornado"
Letizia Fiorenza, Gesang und David Sautter, Gitarre
Mittwoch und Samstag 17.+20. November je 20.15
Max Huwyler und Fritz Widmer, Lieder - Gedichte - Geschichten
Mittwoch und Samstag 24.+27. November je 20.15
Chansonniers mit neuem Programm + CD Taufe
Samstag 27. November 18.00
Liederstunde mit Hans-Jürg Rickenbach, Tenor und Hansjürg Kuhn,
Klavier
Wasserwerk
Oktober
Donnerstag, 14. 10. Eröffnung: Mitternachtsbar, Business for lunch
Samstag, 16.10. Eröffnung: Les Ablettes/Captain Sensible/Disco
Dienstag, 19.10. Il Grant Teatro Amaro
Freitag, 22.10. Michel Keaton
Samstag, 23.10. Gods of noise/Zodiac Mindwarp and the love reachtion
Mittwoch + Donnerstag 27.+28. Cabaret: Mark Wetter
Samstag 30.10. SKAmpler Taufe
November
Mittwoch, 3.11. Savage World (Eurythmics from germany)
4./5./6. Nov. Donnerstag, Freitag, Samstag Berner Songtage
Donnerstag, 11.11. Cabaret Herzinfax
Freitag, 12.11. Midnight to six
Donnerstag 18.11. Bad Manners
Samstag, 20.11. Jazz: Rachel Gould
Dienstag, 23.11. Röschtigraben: Christoph contrabass
Mittwoch, 24.11. Röschtigraben: Les Thugs Easy
Donnerstag, 25.11. Röschtigraben: French Lovers
Freitag, 27.11. Röschtigraben: Maniacs/living/sons/Disco Couleur 3
Montag, 29. November MATTENABEND
Pilotprojekt am Altenberg Kunst Bildung Beruf
Abendveranstaltung 29. Oktober 20.15
"was heisst Denken?" Eine aktuelle Auseinandersetzung
Vortrag/Diskussion mit Lorenzo Ravagli, Schriftsteller/Redaktor, München
Sonderprogramm Detailprogramm auf Anfrage
10. - 12. November, Mittwoch - Freitag, Täglich 8.30 - 18.00, Vorträge 20.15
"Nördlich der Zukunft" Tagung zur Arbeitslosigkeit
Abendveranstaltung 13. November 1993
"Gastarbeitslos" Kabarett über Arbeitslosigkeit mit Sedat Pamuk,
Freiburg (D)
Mahagony-Hall, Klösterlistutz 18
Das aktuelle Veranstaltungsprogramm hängt wie immer im Info-Kästchen des
Matte-Leist.
NEUE KULTURMAETTELER SIND HERZLICH EINGELADEN, DIE RUBRIK KULTURMATTE
MITZUGESTALTEN.
Bitte meldet Eure Produktionen/ Daten direkt an: Matte-Leist, z.Hd..
Matte-Zytig, Postfach 29, 3000 Bern 13
Das "Wasserwerk hat die definitive Betriebsbewilligung erhalten. Am 14.
Oktober eröffnen wir nun unser Lokal. Wie Sie der Kulturmatte, in welcher
wir jeweils auch das Wasserwerkprogramm mitteilen werden, entnehmen können
haben wir am Montag 29. November einen Mattenabend geplant.
Unsere Idee ist, das Kulturleben der Matte mit den "MättelernInnen" in der
Matte einen abend lang zu geniessen. Alle Darbietungen auf der
Wasserwerkbühne werden von Künstlern und Künstlerinnen aus der Matte
bestritten.
Das Programm des Matteabends soll möglichst vielfältig gestaltet werden
können. Daher bitten wir alle interessierten Künstler und Künstlerinnen
welche an diesem Anlass einen Beitrag leisten wollen sich bei Alberto
Gomez Tel. 312 12 31 zu melden. Wir werden den Künstler und
Künstlerinnen eine kleine Gage zukommen lassen, der allfällige Gewinn dieses
Abends kommt dem Lüthy-Legat zugute.
Wir hoffen auf ein vielfältiges Interesse der Matte-Künstler und ein
zahlreiches Erscheinen der Mattebewohner.
Im Namen des Wasserwerks Markus Hürsch
29. November 1993 Wasserwerk stellt Künstler der Matte vor. Machen auch
Sie mit!
Die Rubrik Glücks-Egge: Die Rubrik, in welcher Sie etwas zum Kaufen, Tauschen oder Verschenken anbieten können. Vielleicht hat jemand Geburtstag dem Sie gratulieren möchten. Vielleicht hat jemand eine Prüfung bestanden. Vielleicht heiratet jemand. Vielleicht hat jefrau ein Kind erhalten! Sie haben viele Möglichkeiten ihre ganz persönliche Nachricht über die Matte-Zytig mitzuteilen. Schreiben Sie uns und wir drucken für Sie! Richten Sie Ihren Zeilen an: Matte-Leist, z.Hd.. Matte-Zytig, Postfach 29, 3000 Bern 13.
Wir freuen uns wenn vermehrt Beiträge für die Glücks-Egge bei uns eintreffen!
Für dieses Mal kein Bangen, kein Verschieben - kein besseres Wetter konnte
man sich zum Brätle wünschen! Dank dem tollen Einsatz der Mattefrauen wurde
nicht etwa der Salat zu knapp, nein, bald einmal hatte es keinen Platz! Doch
nicht verzagen, Sifferts fragen, mit vereinten Kräften wurden Stühle, Tische
und Sonnenschirme über die Strasse geschleppt und munter wurde
weitergelacht, - gegessen, - getrunken und - gesungen. Die Kinder hatten
natürlich ihre helle Freude am Brätle und am "umechlättere"! Zu späterer
Stunde konnten auch die Erwachsenen-Beine nicht mehr stillsitzen und weiter
über Mitternacht hinaus tanzten die MättelerInnen zu den Klängen der
Fledermäuse, welche die Nacht verzauberten.
Merci a alli für de schöni und dä tolli Abe, vorallem ar Evelyne für die
supergueti Organisation!
A propos Feschte!
Wie wir alle, spätestens am ruhigen 4. September, feststellen konnten,
fand unser traditionelles "Matte-Fescht" nicht statt. Unter dem Motto:
"lieber super statt mässig" entschied man sich für einen zweijahres
Rhythmus. Im 1994 wird die Matte Polo Hofer live erleben, so die Musikengel
wollen!
Villech schwirre no ä paar Aengeli me ume.......
Du suchst und suchst. Und kannst den Sinn nicht finden.
Gib's auf; den so wirst du ihn nicht ergründen.
Pfeif dir ein Liedchen, träume vor dich hin,
wie oft enthüllt im Un-Sinn sich der Sinn.
aus DTV Taschenbuch: in meinen Träumen läutet es Sturm von
Mascha Kaléko
Mehr über die Lyrikerin und ihr Werk erfahren Sie in der Weihnachtsausgabe.
Die Bäder an der Matte galten seit jeher als Stätten der Schwelgerei und
Ausschweifung. Reisebeschreibungen vor allem des 18. Jahrhunderts trugen
diesen Ruf - oft allerdings masslos übertrieben - in ganz Europa hinaus.
D Duchesse vo Chartres
Vor ne paar Jahr isch dr duc vo Orléans (wo dennzmal no Herzog vo Chartres
isch gsy) zäme mit em comte vo Genlis unem marquis de Fénlon uf Bärn cho.
Die gnädige Herre hei se mit allne Ehre empfange. Me het se dür d Stadt
gfüehrt un uf dr Plattform isch alles versammlet gsy, wo Rang und Name het
gha, für die vürnähme Herre z gschoue. Chuum isch dr Herzog uf der Plattform
gsy, het är lut u ohni sech z schiniere gfragt, wo de da d Matte sygi. Är
het de die verdutzti Gsellschaft la stah un isch hurtig d Mattestäge
dürab...
.. Däm Meitschi us dr Matte, wo mit ihm im Bad isch gsy, het me vo denn a
nume no "duchesse vo Chartres" gseit.
Us em: JOURNAL d'EMIGRATION du comte d'Espinchal, sous la date du 25 août
1789
Nichts ist uns nostalgisch genug ...
"besser spät als nie!" ein Bericht von Kaspar Woker
Als der grosse Regen kam - Matte-Leist Altersausflug 1992.
Kalt, windig und ein Platzregen - genau wie in diesem Sommer. Doch nein,
es ist bereits ein Jahr her, seit der traditionelle Altersausflug des
Matteleist stattgefunden hat. Anfangs September 1992 machte sich eine halbe
Hundertschaft aktiver Senioren und Seniorinnen auf die Walz.
Per
Car ging es ab Nydegghöfli und Mühlenplatz Richtung Emmental. Noch in
Grosshöchstetten und Oberdiessbach war uns das Wetter hold, doch wie der Bus
die Höhen von Linden (Vati-Land lässt grüssen) erklimmt und schlussendlich
sich wie von hinten dem Dorf Heimenschwand nähert, beginnt es wie aus Kübeln
zu giessen. Wer ein rechtes Modi oder ein währschafter Giel aus der Matte
ist, lässt sich nicht verdriessen und mit beinahe jugendlichem Elan werden
die bereitstehenden Fuhrwerke bestiegen. Geschützt vor Wind und Wetter,
dafür mit etwas wenig Aussicht, steuert Murer Chrischte und die andern
Kutscher unsere vier Planwagen Richtung Wachseldorn-Moos. Durch diese
einmalige Moor-Landschaft, wo früher auch Turben gestochen wurden, schaukeln
wir im gemütlichen Trott dem Rohrimoos-Bad entgegen. Inzwischen - Petrus sei
Dank-lässt die Himmelsdusche langsam nach und dafür verzieht sich unsere
reiselustige Schar in den grossen Saals des altehrwürdigen Bedlis. Es
Zwöierli oder ein Café erwärmen zusammen mit dem Zvieri gar rasch wieder die
steifen Glieder. Es fehlt eigentlich nur noch eine rassige Tanzmusik, und
die Chilbi wäre komplett. Nur allzuschnell bringt und der klimatisierte Car
wieder den Abhängen des Buchholterberges entlang nach Steffisburg hinunter.
Mittlerweilen revanchiert sich die Sonne mit einer herrlichen Aussicht auf
Thun, den untern Thunersee, die Gantrisch - und Stockhornkette und sogar der
Niesen trägt nur noch einen kleinen Hut- was besagt, das Wetter werde gut!
Und eins, zwei sind wir zurück in Bern, wo die Einfahrt in die Stadt via
Kirchenfeldbrücke und Kramgasse noch zu einer halben Stadtrundfahrt reicht,
bis uns die Matte wieder hatte. Bekannte Gesichter vom Altersheim, der
Badgass, Gerberngasse und Mattenenge waren mit dabei. S'isch zfride gsi -
mindestens der Stimmung nach zu schliessen, die auf unserem Rössli-Wagen
herrschte. Speziell zu verdanken war die treue Begleitung unserer
Matte-Schwester Greti und Christa, so dass auch die weniger beweglichen
unter den Reisegästen diesen Leistausflug voll geniessen konnten.
Ein grosser Dank ging bereits am Anlass selbst, aber auch heute noch in
der Erinnerung an die Sponsoren: Ramseyer AG, Krattinger & Meier, in
Vertretung der heutigen Betreiber der Räume in der Stadt-Mühle, an den ACS
selbstverständlich an die Stadt Bern, wo die Fürsorgedirektion uns für
diesen Anlass nach wie vor einen Beitrag spricht.
Zum Schluss sei es noch einmal gesagt: Die Daheimgebliebenen haben etwas
verpasst. Der Leist-Vorstand, sowie Teresa und Kaspar Woker als
Organisatoren, freuen sich bereits auf den nächstjährigen Ausflug, also
1994, wo wiederum alle SeniorenInnen aus Matte und Nydegg erwarten werden.
Der Herbst eilt uns entgegen, die Tage werden kürzer, die Ablenkungen
durch Sonne und des Sich-draussen-Begegnens kleiner. Es kehren ein: eine
gewisse Ruhe, möglicherweise ein sich besinnen, stille Momente in sich
selber. In diese Zeit hinein möchte ich Ihnen, liebe MättelerInnen, einige
Gedanken von Thorwald Dethlefsen aus "Schicksal als Chance" mitgeben.
".... die vielen offenen Fragen machen den Menschen zu Suchenden. Das
Suchen mag fast wichtiger sein als das Finden selbst. Denn Suchen heisst "in
Frage stellen", alle Positionen aufgeben, heisst beweglich werden. Das
Suchen öffnet die Menschen." Wir wissen, dass alles Neue unbewusst zuerst
einmal Angst und Abwehr mobilisiert. Niemandem fällt es leicht, lieb
gewordene Einstellungen und Ansichten neu zu überdenken und je nachdem
aufzugeben zugunsten neuer Einigten - und doch müssen wir gerade das ständig
tun, wollen wir uns und damit unsere Umgebung weiterentwickeln und den
Stillstand vermeiden. Der Beginn der Veränderung liegt in uns selbst.