Matte-Zytig Juni 1992
Es bedeutet mir ein grosses Vergnügen, Sie als Leser
begrüssen zu dürfen - über die MATTE-ZYTIG,
welche dank viel Engagement einzelner Leist-Mitglieder (ihre Namen
ersehen Sie aus dem IMPRESSUM
auf S.12) wieder zum Leben erweckt werden konnte. Meinen Dank richtet
sich auch an die Inserenten: Denken Sie doch bitte bei Ihren
nächsten Einkäufen (oder Bedürfnissen)
daran, dass sie die Herausgabe der Zytig finanziell überhaupt
ermöglichen!
1991 meldeten wir uns vom MATTE-LEIST über die BRUNNE-ZYTIG,
eine Zeitung der "Vereinigten Altstadt-Leiste". Leider entsprach die
Zusammenarbeit nicht unseren Erwartungen.
Obwohl wir natürlich nach wie vor den Altstadt-Leisten
angeschlossen sind (wie übrigens allen Quartier-Leisten
Bern's), erachten wir unsere Quartier-Situation ganz speziell. Die
Mätteler waren schon immer eine "Klasse" für sich
(seiner Zeit waren sie sogar gefürchtet!), einige (wenige!)
sprechen noch das Matte-Engisch (ob hier ein Druckfehler vorliegt,
fragen Sie am besten im "Matte-änglisch-Club"nach!), und
schlussendlich gibt es wohl kein zweites Quartier, welches so eindeutig
"abgegrenzt" ist. Wenn man von der Matte spricht, ist eigentlich
meistens klar, wo und wie und was ...
Was wollen wir vom Leist mit der MATTE-ZYTIG? Sie merken dies
vielleicht beim Weiterlesen und - Blättern: wir suchen
Kontakte, wir versuchen Kontakte zu schaffen, wir wollen uns einsetzen
für die Belange der Matte-Bewohner und sein Gewerbe. Wir
wollen das Quartier wohnlich, freundlich, lebendig unterhalten.
Lebensfreude!
Freilich geht das nicht ohne gewisse Kompromisse. Wir müssen
aufeinander zugehen, miteinander sprechen und verstehen wollen - es
kann nicht Jedes auf seinem Standpunkt verharren. Darum: "Sit
nätt mitenand!"
Der Leist versucht das Seinige dazu beizutragen. Als Mitglied
können Sie uns übrigens direkt unterstützen
und werden laufend über unsere Absichten informiert, auch
über unsere Anschlagkästen beim Restaurant
Mülirad und beim Plattform-Lift. Ich wünsche Ihnen
vergnügliches Lesen unserer MATTE-ZYTIG und viel Freude im
aktiven Matte-Leben und - Erleben.
Das SOMMERNACHTSFEST steht vor der Tür!!! H
U R R A
Datum: 13. Juni 1992
Zeit: ab 17.00
Ort: zwischen den Matte-Schulhäusern
Mitbringen: Fleisch zum Grillieren, Teller, Besteck, Gläser
und natürlich G U T E L A U N E
Für das Salatbuffet sind die Leistmitglieder besorgt.
Rest. Fischerstübli offenen! der Matte ein feines
RISOTTO
Getränke: Wein, Bier, Mineral kann man kaufen.
Spiele: sind für jung und alt in verschiedenster Form
vorhanden.
Lifemusik: lädt zum Tanzen unter freiem Himmel ein.
Wir lassen eine SUPERFETE steigen!!!!!
Der Leist freut sich auf den 13. Juni, Sie auch?
AUFRUF: Wer einen Salat fürs Buffet
beisteuern möchte oder sonst eine Idee hat, sich bitte bei
Jacqueline Vuillien Tel. 24'39'41 ab 17.00 melden. Herzlichen Dank.
PS: Tel. 181 wird Ihnen Auskunft geben, ob das Fest stattfindet oder
nicht.
ist vorgesehen in der Zeit vom 29.7. -6.8.,
unter Mithilfe unseres Feuerwehrkorps.
Hiezu noch 2 Hinweise: Wir bestelIten 3 Zunft-Fahnen 2x2m,
2 davon sind noch nicht definitiv plaziert und wir suchen für
diese noch einen Standort (Gerberngasse und Mühlenplatz).
FalIs Sie für Ihr Haus eine Flagge bestellen
möchten, erhalten Sie diese noch zu Vorzugskonditionen (bis
ende Juni). Weitere Informationen erhalten Sie über den Leist-
Präsidenten Rene Stirnemann.
Haben Sie Lust, 70 Etagen ohne Lift (sehr umweltschonend!) zu
überwinden? Wir laden Sie ein, am Sonntag 21. Juni nachmittags
unsere Altstadt als "Treppenstadt" kennen zu lernen. Unter der Leitung
von Peter Probst, Münsterturmwart und
Leist-Mitglied, benützen wir viele unterschiedliche
Treppenarten, mit fast 2500 Tritten- die Hälfte davon leider
nur aufwärts!
Der Start beginnt um 14.00 in der Grabenpromenande beim Denkmal
(vis-a-vis Stadttheater) und endet auf dem Münsterturm bei
einem Apero- mit einer freiwilligen Kollekte für unsere
Unkosten. Ende der Veranstaltung ca: 17.00 Uhr. Wir freuen uns auf eine
zahlreiche Teilnahme- am längsten Tag des Jahres,
über die längsten Treppen von Bern. RS
dass ich meiner Lebtage noch eine Turnhalle von innen sehen
würde, damit habe ich kaum mehr gerechnet. Aber wie es so
geht, hier stehe ich und studiere die seltsamen, farbigen Linien am
Hallenboden.
Erinnerungen an verlegte Turnsäckli werden wach, an die endlos
langen Kletterstangen, die hinterlistige Hochsprunganlage, glatte,
harte Bälle, die wie aus dem Nichts kamen. Turnen war nie mein
Lieblingsfach.
Ich bin rückfällig geworden! Und es macht Spass! und
es ist in der Matte, vor der Haustür! und ich habe so einen
Muskelkater!
Sollte man nicht etwas Bewegung ins Leben bringen? Das schlechte
Gewissen und allerhand schadenfreudige Geister trieben mich in die
Hallen der Beweglichen: Turnen für alle und Fitnesstraining
war angesagt.
Veranstaltet werden die Turnabende vom Satus Bern Matte.
Früher sei das der Arbeiter-Turnverein Matte gewesen,
versicherte mir einer, der wahrscheinlich bereits bei der
Gründung dabei gewesen ist.
Jörg Pulver vom Satus hält seine Turngenies mit
seiner guten Laune und einem abgerundeten Programm auf Trab, die Zeit
geht vorbei, man weiss nicht wie! Wenn es so weitergeht, enden wir alle
noch beim Fernsehballet! Das "Berner Sport ABC" vom Sportamt beschreibt
den aufgestellten Turnbetrieb:
"Die Turnprogramme sind so zusammengestellt, dass jedermann, jung oder
älter, trainiert oder untrainiert, Damen und Herren,
entsprechend der körperlichen Verfassung mitmachen kann. Die
Bewegungs-, Lockerungs-, Partner-, Kraft- und
Konditionsübungen werden mit Musikbegleitung
durchgeführt. Dazu ergänzen Stafetten und Spiele den
Turnbetrieb.
Bei der grossen Auswahl der Uebungen ist es im Laufe des Abends jedem
einzelnen überlassen, wann es mitturnen will oder wann es
allenfalls eine Pause einlegen möchte."
Nicht im ABC erwähnt ist, dass das Turnen jeweils am Donnerstag
von 20.00 bis 21.30 stattfindet, in der alten Turnhalle in
der Matte. Tenue: ein bequemer Trainer und Turnschuhe, bitte nicht mit
schwarzen Sohlen; moderne Garderoben und Duschen stehen zur
Verfügung.
Hand aufs Herz, wollten Sie schon immer etwas mehr für sich
tun? Reservieren Sie sich den Donnerstag Abend! Kommen Sie einfach
vorbei und turnen Sie mit!
Uebrigens auch nicht im ABC erwähnt wird, dass wer will nach
dem Turnen noch in einer gemütlichen Quartier-Beiz
zusammensitzt. Denn es ist aus medizinischen Gründen sehr
wichtig den Flüssigkeitsverlust rasch auszugleichen...
Der Satus Bern Matte führt folgenden
Turnbetrieb durch:
Montag: 2000-2130 Unihockey Männer (Altenberg)
Mittwoch: 2000-2130 Frauen (Kirchenfeld)
Donnerstag 2000-2130 Fitness für alle (Matte)
Kontaktadresse: Jörg Pulfer, Kappelisackerstrasse 97,
3063 Ittigen
Wir vom Leist möchten einen aktiven Beitrag gegen die
Wohnungsnot leisten und offerieren deshalb in
unserer Zytig gratis eine Tausch-Möglichkeit
zu einer kleineren oder grösseren Wohnung im Quartier.
Sind sie interessiert? Suchen Sie eine kleinere oder
grössere Wohnung? Dann schreiben Sie uns (Matte-Leist,
Postfach, 3000 Bern 13)! was haben Sie anzubieten? was möchten
Sie als Gegenleistung? (mit Mietzins-Vorstellungen!)
Uebrigens: wir veröffentlichen natürlich Ihren Name
und Adresse nicht, sondern stellen Ihnen unverbindlich eingehende
Tausch-Offerten zu - und stehen Ihnen zu weiteren Hilfestellungen zur
Verfügung. Angaben benötigen wir bis
spätestens ende Juli und erscheinen ende August in MATTE-ZYTIG
No. 2
Beispiele:
Tausche 5-Zlmmer-Wohnung
ohne Bad, jedoch Dusche; ohne Warmwasser-Aufbereitung; Ofen-Heizung
(Holz, Kohle); im Matte-Quartier im 3. Stock (ohne Lift), Mietzins Fr.
800.-/mtl.
gegen 3-Zimmer-Wohnung
möglichst Parterre (oder mit Lift), Mietzins max Fr.
500.-/mtl.
Tausche 2-Zimmer-Wohnung
mit Küche und Bad/Dusche, Zentralheizung, 2. Stock (mit Lift),
Mietzins Fr. 500/mtl.
gegen 4-Zimmer-Wohnung
(oder grösser) (auch ohne Komfort!), Mietzins max. Fr. 900.-
An diesem Wochenende können Sie einen ersten Einblick
in die Astrologie gewinnen. Astrologie gibt Ihnen die
Möglichkeit mehr über Ihre Persönlichkeit zu
erfahren. Neugierig geworden? Rufen Sie mich an! Tel. 22 01 08
Wochenendkurs
Samstag/Sonntag 27./28. Juni 1992 Zeit: 10.00 -17.30 Uhr
Ort: Schifflaube 26, 3011 Bern Matte
(Bushaltstelle Bus 12 Rathaus)
Kurskosten: Fr. 280.-
Teilnehmerzahl: höchstens 8 Personen
Kursleitung: Rosmarie Bernasconi, gepr. Astrologin SFER
Anmeldeschluss: 15. Juni 1992
Ich freute mich auf das Interview mit Jean, einem ruhigen
Mann, mit einem feinen stillen Humor. Seine langen feingliedrigen
Hände weisen darauf hin, dass er Musiker ist. Uns in der Matte
ist er bekannt, da er seit einigen Jahren für die tollen
Musikprogramme verantwortlich ist, die an Weihnachten und anderen
Anlässen mit Begeisterung aufgenommen wurden.
Zuerst einiges zur Person Jean Dubois:
Matte-Zytig: Jean, Musik nimmt in Deinem Leben einen grossen
Stellenwert ein. Kannst Du uns etwas über Dein
persönliches Verhältnis zur Musik erzählen?
Jean Dubois: Musik ist das wichtigste. Ich kann dieses Gefühl
am besten an einem Beispiel beschreiben: Ich stehe am Morgen
müde und unausgeschlafen auf, fühle langsam mein
Alter und habe das Glück, zwei Stunden lang musizieren zu
können. Danach fühle ich mich wie ein
übermütiger Jüngling, der auf und davon
springen möchte, sich dreht im Kreis und am liebsten ins Leben
hineintanzen möchte.
Jean kommt nicht aus einer speziell musikalischen Familie. Es gab eine
Tante, die Klavier spielte. Leider verstarb sie schon im Alter von 21
Jahren. Ihre Klavierhefte blieben erhalten und als Jean mit sechs
Jahren zu spielen begann, wurden diese Noten zu seinen ersten
Stücken, die er spielte. Jean erzählt, dass er, als
er noch ganz jung war, sich sehr verliebt habe. Er spielte von nun an
in Gedanken nur noch für seine Angebetete und fühlte
sich wie im Paradies. Seine Motivation zu üben wurde die
Liebe. Mit einem kleinen Lachen ergänzt Jean, dass dies heute
schon etwas anders sei.
Matte-Zytig: Gibt es einen Unterschied zwischen Deiner beruflichen und
persönlichen Beziehung zur Musik?
Jean Dubois: Nein, es gibt keine Unterschiede. Ich muss nur aufpassen,
dass ich meine Gefühle zu einem Musikstück nicht in
einen Schüler/In hineininterpretiere.
Matte-Zytig: Jean, Deine Frau Ann ist Konzertpianistin. Wie sieht die
musikalische Situation zu Hause aus?
Jean Dubois: (lacht laut und herzlich) Zum Glück haben wir
noch ein Instrument ausser Haus. Insgesamt nennen wir 3
Flügel, 1 Klavier,1 Elektropiano und 1 Orgel unser eigen.
Meistens beginnt unser Morgen mit der friedlichen Diskussion, wer
ausser Haus üben geht. Eine Zeitlang spielten wir
vierhändige Partituren, jetzt haben wir uns wieder dem
individuellen Ueben zugewandt.
Matte-Zytig: Du hast zwei Kinder. Planst Du und Deine Frau eine
gezielte musikalische Erziehung? Versucht ihr sie musikalisch zu
beeinflussen?
Jean Dubois: Tochter Rachel, 13 jährig, Sohn Andre, 11
jährig, spielen beide Klavier. Ich möchte betonen,
dass die beiden sehr unterschiedlich auf Musik reagieren. Man kann
nicht gezielt Einfluss nehmen! Es ist wichtig zu erkennen, was die
Musik einem sagt. Auch Kinder müssen verstehen, was Musik
ihnen vermitteln möchte, sonst wären die Kinder
unglücklich. Bei soviel Musik zu Hause war das Ergreifen eines
Instruments ein natürlicher Vorgang. Rachel spielt lieber
Gitarre, und Andre scheint mit dem Klavier im Moment sehr zufrieden zu
sein. Der Musikgeschmack hängt natürlich momentan
davon ab, wieviel Erfolg sie mit ihren Musikkünsten bei den
Schulkollegen erzielen. Doch die klassische Musik herrscht im Hause
Dubois vor!
Matte-Zytig: Sind Dir Michael Jackson und Prince ein Begriff?
Jean Dubois: Ja natürlich! Wobei ich sagen muss, dass ich
Madonna lieber mag. Sie besitzt eine phantastische Stimme und findet
eine Ausdrucksart die, die gegenwärtigen Zustände
darstellen. Prince ist ein hervorragender Techniker und nichts
besonderes im musikalischen Ausdruck.
Jean Dubois machte einen Umweg über Wien, um nach Bern zu
finden. Er besuchte die musikalische Hoch- schule in Wien und bewarb
sich für mehrere Stellen. Richard Sturzenegger vom Konsi Bern
spielte die entscheidende Rolle, dass sich die Dubois entschlossen nach
Bern zu kommen. Durch die Eltern einer Diplom- schülerin
fanden dann Jean und Anna den Weg in die Matte, da sie dessen Wohnung
übernehmen konnten. Das sind jetzt acht Jahre her. Durch
Philippe Cornu und Kaspar Woker kam er vor fünf Jahren in den
Leist als Verantwortlicher und Initiator der kulturellen und
musikalischen Veranstaltungen.
Matte-Zytig: Hast Du persönliche Ziele und Erwartungen
für die nächste Zukunft persönlich und Matte
bezogen?
Jean Dubois: Da steht ganz klar das Glück meiner Kinder an
erster Stelle. Die Kinder haben keinen leichten Weg. Sie stehen vor
Entscheidungen, die sie noch gar nicht treffen können und
diese müssen wir Eltern übernehmen. Ich
möchte gerne einen Weg finden, Kinder von diesen
unüberwindbaren Problemen befreien zu können.
In der Matte ist diese grosse Sache mit der Mühle, eigentlich
der Nabel von Bern, (er unterdrückt mühsam ein
Augenzwinkern). Dort sollte ein grosses Begegnungszentrum zwischen
Handel, Kultur und Menschen zu stande kommen. Warum nicht auch ein Teil
Universität in die Mühle legen? Mein
grösster Wunsch wäre aber mehr Kinder in der Matte zu
haben.
Matte-Zytig: Jean, ich danke Dir im Namen der Matte-Zytig für
dieses wunderschöne Interview.
Ueber 22 Jahre hat Alice Bützer das
Fischerstübli mit viel Herz und sicherer Hand
geführt. Nun will sie sich etwas mehr Ruhe gönnen und
die Leitung des Restaurants einer Nachfolgerin übertragen.
Am 1. Juni 1992 übernimmt nun Maya Hügin das Lokal.
Wer in Bern von Zeit zu Zeit unterwegs ist, kennt die neue Wirtin
sicher schon. Sie war Barmaid im Landhaus und Lorenzini und hat
früher - in den guten Zeiten - im Altenberg mitgewirkt. Ohne
Zweifel kann sie die Nachfolge von Alice antreten, ohne dass die Matte
eines ihrer traditionellen Gesichter verliert. Im
Fischerstübli wird nämlich kaum etwas
ändern. Die Taberna Gastro-Kultur AG, die mit den
Hausbesitzern den Mietvertrag unterschrieben hat, will sich
nämlich vor allem dafür verwenden, dass in Bern echte
Quartierbeizen in ihrer Eigenart erhalten bleiben. Zwischen dem 1. und
15. Juni soll zwar das Lokal wieder auf Vordermann gebracht werden.
Weder die Gaststube noch die Bar werden ihren Charakter verlieren.
Als Zeichen der Matte-Verbundenheit will Maya Hügin den
Bewohnern des Quartiers nicht nur einen Schoppen schenken, sondern wenn
möglich auch ein Portrait der Stammgäste an die
Pinwand in der Bar heften. Denn das Fischerstübli wird eine
echte Matte-Beiz bleiben, wie es Alice Bützer ein
Vierteljahrhundert lang demonstriert hat. Falls Sie jemanden kennen
oder selber Lust haben, ab und zu im Fischerstübli zu
arbeiten, (mittags oder abends), dann melden Sie sich doch bei Maya
Hügin Tel. 22 59 69. Sie kann jede Hilfe gebrauchen.
Wäre doch schön wenn Mätteler/lnnen im
Fischerstübli arbeiten würden.
Wenn man von der Stadt her, über den Nydeggstalden
gegen die Matte spaziert, stösst man rechter Hand, gerade nach
der Nydeggtreppe, auf das Restaurant Mülirad. Von aussen her
unscheinbar; tritt man aber ein und ergreift die Speisekarte und sieht
sich sonst noch etwas um, spürt man einen Hauch von
Unkonventionalität und Kreativität. Man lehnt
zurück, und lässt Auge und Gaumen von
"Heinzelmännchen" verwöhnen.
Am 2. Juni 1991 übernahmen Susanne und Mario Girardi das
Restaurant Mülirad. Mario Girardi erzählte mir von
seinen Plänen, Wünschen, Sorgen und Träumen.
Da Mario in der Lenk aufgewachsen ist (auch eher ein Dorf wie die
Matte) stimmte für ihn die Grösse des Lokals.
Stammgäste bewirten ist für ihn und seine Frau genau
so wichtig, wie die Säli-Essgäste zu
verwöhnen. Ein Kränzchen windet er den
Mättelern, seien die Mätteler doch treue Stammkunden
und sehr experimentierfreudig. Mario Girardi legt bei seiner
Küche Schwerpunkt auf saison- und marktgerechte
Menüs. Am Mittag hat der Gast die Auswahl aus drei
Menüvorschlägen plus einer kleinen Karte, und am
Abend kann er sich à-la-carte verwöhnen lassen. Die
Angebote ändern häufig, und man findet vom
Gemüsechilli bis zu feinem Reisch ein breites, interessantes
Spektrum vor .
Auf sein nächstes Ziel angesprochen, stösst Mario
einen Seufzer aus tiefster Brust hervor:
F E R I E N!!!!!! Eine
harte Zeit liegt hinter Girardis, da in den letzten Monaten beim
Personal der Krankheitsteufel wütete. Es war eine schwieri-
gen Zeit: für die Gäste, weil sie Wartezeiten in Kauf
nehmen mussten, und für Girardis, weil sie neben dem
zusätzlichen Stress ihren Perfektionismus nicht verwirklichen
konnten. Vorallem auch der Junior kam zu kurz, und das schmerzt Susanne
und Mario Girardi am meisten. Wenn alles rund läuft, sind die
ersehnten Betriebsferien vom 26. Juni bis 12. Juli 1992 geplant.
Marios Augen beginnen zu leuchten, wenn er von seinen kulinarischen
Plänen schwärmt. Für die heisse Sommerzeit,
ab Juni, will Mario frische Currygerichte auf einer
Spezialitä- tenkarte anbieten. "Richtig echter Curry aus
Gewürzen bestehend!" betont Mario zusätzlich. In
Indien pflegt man ja zu sagen: wer scharf isst, schwitzt nicht!
Mätteler ein heisser Sommer ist angesagt! Mario kocht treu
seinem Motto entsprechend in den Sommer hinein. Er will ein
aufgestelltes, experimentierfreudiges Publikum ansprechen und
zufriedenstellen!
PS: Ein kleines Geheimnis sei hier noch verraten: Marios Lieblingsessen heisst NUSSSCHOKOLADE!

Malaysisches Gemüsecurry mit Kohl, Zwiebeln und
Kartoffeln.
Für 4 Personen als Hauptgericht.
Zutaten:
2 Stk Zwiebeln, eminciert
2 Stk Knoblauch, feingehackt
4 Stk Chillischoten, entkernt und feingehackt
1 TI Shrimpspaste
1 TI Kurkuma
500 gr Kokosmilch
2 Stk Kartoffeln in Würfel
750 gr Kohl in Würfeln
500 gr Kokosnusscream
2 TI Salz
Zitronensaft
Zubereitung: Zwiebeln, Knoblauch, Chili's, Kurkuma, Shrimpspaste und
Kokosnussmilch in einer Pfanne erhitzen. Kartoffeln dazu geben und halb
gar kochen, dann den Kohl und das Salz beigeben und köcheln
lassen bis es gar ist. Nach und nach etwas Kokosnusscream und nach
belieben Zitronensaft beigeben. Als Ergänzung kann gekochter
Blumenkohl beigemischt werden. Spezialzutaten können im
Tai-Shop oder Loeb Delicatessa eingekauft werden. Mario Girardi
Wir vom Matte-Leist gratulieren
Marianne feiert!!!! wer bringt Ihr zum Geburri am 20.6. eine Blume?
Gerberngasse 21, 1. Stock
Die Rubrik, in welcher Sie x-was zum kaufen, tauschen oder
verschenken anbieten können. Oder mit etwas Glück
x-was Langgesuchtes gleich in der Matte finden. Im Glücks-Egge
können Sie aber auch jemandem herzlich zum Geburri
gratulieren, Freude teilen, Aerger loswerden oder sonst eine Botschaft
unter die Mätteler bringen.
Ein Glück schon, wenn SIE mitmachen.
Selbstverständlich gratis! Richten Sie Ihre Zeilen an:
Matte-Leist, Postfach 79, 3000 Bern 13.
Der Vernissage zu jeder neuen Ausstellung hängt die Galerie Fäh jeweils einen Sonntags-Apero an. So kann es vorkommen, dass Ihnen einmal pro Monat sonntags in der Schifflaube gläsertragende Kunstfreunde begegnen. Bitte ärgern Sie sich nicht. Sondern treten Sie ein: auf einen gemütlichen Schwatz, einen Augenschein oder ein Anstossen auf gute Nachbarschaft. Eine Galerie ist ja schliesslich keine Boulangerie, wo man gleich etwas kaufen muss! Herzlich willkommen!
Bis vor einigen Jahren hatte auch die Matte ihr eigenes Fest,
damals noch Matte-Chilbi genannt. Bei vielen Bewohnern ist nun der
Wunsch erwacht, eine alte Tradition neu aufleben zu lassen.
Am Samstag, 5. September 1992 findet nun eine Neuauflage des
"Matte-Fest" statt. Ein Matte-Fest, vorerst beschränkt auf
einen Tag, aber mit einem reichen Angebot an Aktivitäten und
Möglichkeiten für Gross und Klein. Nebst einem Markt,
Spielmöglichkeiten für die Kleinen,
Rösslispiel etc. wird auf dem Mühlenplatz ein Konzert
stattfinden. Bereits konnten folgende Berner-Künstler
verpflichtet werden: Patent-Ochsner, Span + Jimy Hofer. Weitere
musikalische Darbietungen sind geplant.
Natürlich soll auch kulinarisch viel geboten werden. Erfahrene
Köche und zahlreiche Helfer werden in der Festwirtschaft ihr
Bestes geben und für ein vielfältiges Angebot an
Esswaren und Getränken sorgen.
Es würde uns freuen, wenn Vereine, Geschäfte, Firmen
aber auch Einzelpersonen zur Vielfalt beitragen resp.
unterstützen würden. Ideen, Darbietungen,
Verkaufsstände, Vorschläge, Helfer etc. sind uns sehr
willkommen. Ueber den genauen Ablauf des Festes, sowie die genauen
Zeiten, Ort und Angebot werden wir informieren.
Interessierte wenden sich bitte schriftlich an folgende Adresse:
Matte-Fest, Postfach 99, 3000 Bern 13
Ja, Sie halten die erste Ausgabe der wiedergeborenen
Matte-Zytig in der Hand. Na, wie fühlt sie sich an?
Viele Ideen, Pläne, Spleens, Verrücktheiten,
Vergangenes, News wollen wir hier auf diesem Papier verwirklichen.
Aber was heisst 'WIR"? 'WIR" heisst SIE und SIE, ja, ja auch SIE dort
in der Ecke und natürlich wir, vom Leist, von der Redaktion.
Die Mattenzeitung läuft unter dem Motto: "Eine Zeitung von uns
für Sie und von Ihnen für uns; einfach eine Zeitung
von den Mättelern für die Mätteler!"
Also los, der Griff zur Feder ist gar nicht so schwer, und schreiben
Sie über Ihre Freuden und Sorgen, ein Gedicht, eine
Kurzgeschichte, Erlebtes, Geschehenes, einfach über alles was
Sie Lust haben! Gestalten Sie die Zeitung aktiv mit, wir sind
für alles offen! Wir schicken die Schreibhexe los, lassen Sie
sich verhexen! Ihre