Matte-Zytig Dezember 1983
Die Bevölkerung hat auf das Erscheinen der 1. Nummer der "Matte-Zytig" vom Oktober 83 positiv reagiert. Das gibt uns Ansporn für unsere weitere Arbeit. Herzlichen Dank! *
Beim Klösterliprojekt geht es um den Entscheid über die künftige Gestaltung
eines Herzstücks unserer Stadt. Nicht bloss um ein einzelnes Bauvorhaben oder
eine Überbauung in einem städtebaulich weniger bedeutsamen Gebiet. Dies erklärt
das grosse Interesse der Bevölkerung.
Am 18. Oktober 1983 hatten das Forum Nydegg und der Matte-Leist zu einem
Informationsabend zum Thema "Was geschieht am Klösterli?" ins Berchtoldhaus
eingeladen. Der Einladung folgten rund 40 Personen.
Nach der Begrüssung durch Herrn Peter Schuler vom Forum Nydegg erläutert
Herr Stadtbaumeister U. Laedrach das Projekt.
Das Projekt wird nicht nur der historischen Bedeutung des Klösterliareals
gerecht, sondern setzt auch einen baulichen Akzent gegenüber der Altstadt um
die Nydeggkirche. Es erhält wertvolle alte Bauten und ergänzt sie mit neuen
Elementen. Ein für jedermann begehbares Stück Bern soll entstehen. Deshalb sieht
das Projekt eine durchmischte Nutzung vor: Wohnen, Arbeiten, Erholung. Von den
29,3 Mio. Franken Gesamtkosten, die die Überbauung kosten soll, sind rund ein
Viertel für die Sanierung schützenswerter Gebäude vorgesehen. Die Felsenburg,
das Stöckli und die Mahogany Hall werden renoviert. Dagegen müssen die ehemalige
Brauerei zugunsten eines Neubaus und der Gebäudekomplex an der Aare zugunsten
einer Grünfläche abgebrochen werden. Das Aaremätteli soll zu einer Freifläche
werden, die aus schliesslich der Öffentlichkeit dient. Die angeregte Diskussion
dauerte dis 23 Uhr und wurde noch auf der Strasse weitergeführt. Die Meinungen
waren sehr geteilt. Man darf aber nicht vergessen, dass eine lebendige Altstadt
Einwohner braucht, wenn sie nicht zu einem Museum oder gar Shoppyland werden
soll. Bewohner brauchen erschwinglichen Wohnraum. Die Stadt kann dies besser
garantieren als private Unternehmer (Spekulation ausgeschlossen). Dieses Problem
muss auch die Mätteler interessieren.
Am 7. Novämber isch d'Spysi wider uf gange. Alli, wo zwüsche 11.30
u 13.15 Hunger bei, sy härzlech willkomme. Aes söll niemer übere Mittag
allei daheime sitze. Alt u Jung finde ir Spysi äs gsunds u priiswärts
Aesse u erschno-ne fründlechi Bedienig u nätti Gsellschaft!
Aes choschtet:
d 'Suppe mit Brot Fr 1.50
ds Menü ohni Fleisch Fr 4.-
ds Menü mit Fleisch Fr 6.50
Ei Liter Suppe über d ' Gass Fr 1.50
Drum: Nid vergässe: im Winter gömer ab u zu einisch id Spysi go ässe!
Wär nid weiss wo: Im Gässli schreg vis a vis vom Erlacherhof (Junkeregass
30).
Damit die Spysi, die Speiseanstalt der Untern Stadt Bern, noch, möglichst lange ihre Preise tief halten kann, sammelt sie auch Alt-Papier. Jedes Bündel Altpapier nimmt die Spysi gern entgegen.
Der 2. Informationsabend des Matte-Leist vom 22.11.83 im Restaurant Mühlerad
war in erster Linie der "Froueloube" gewidmet.
Nach einem beschwerlichen Marsch durch die Instanzen konnte die "Froueloube"
im Mai 1983 ihren Betrieb aufnehmen. Frau R. Sigg informierte vorerst über die
Gebäulichkeiten, die der Stadt Bern gehören. Die Nutzfläche des Lokals beträgt
ca. 65 m2, die Miete dafür (ohne Heizung) Fr. 1000.-. Die "Froueloube" ist wöchentlich
während 65 Std. geöffnet. Das Alkoholpatent ist erteilt. Nebst einem bewilligten
Sanierungskredit von Fr. 280 ' 000 haben die Frauen Eigenleistungen von Fr.
40'000.- erbracht. Die "FL" (Froueloube) zählt heute 500 Mitglieder. Die Kulturgruppe
der "FL" bietet öffentliche Veranstaltungen für Frauen sowie einen Kinderhütedienst
am Mittwoch für Vorschulkinder an. Eine Aussenbestuhlung im Sommer zur Belebung
des Läuferplatzes wird nicht angestrebt. Einerseits, weil ein Sommerpatent nur
schwer zu erhalten ist, andererseits, weil ein grosser Teil der Mitglieder diese
Öffnung des Vereins ablehnt. Auf die Frage eines Teilnehmers am Info-Abend,
ob die "FL" bereit sei, sich zu integrieren und an Quartierfragen mitzuarbeiten,
kam eine präzise Antwort. Demnach ist die Matte nur Sitz des Vereins; als Einrichtung
ist , die "FL" gesamtstädtisch orientiert. Der Standort der "FL" hat sich aus
dem Angebot der Stadt ergeben. Allerdings ist die "FL" bereit, mit Kinderhütediensten,
Frauenveranstaltungen, Führen einer Festwirtschaft für das Quartier ihren Teil
beizutragen.
oder: Strom aus der Matte. Dieser eindrückliche Film von Max Hirschburger über das Kraftwerk Matte zeigte, wie schnell die Zeit vergeht.
In Sachen Sperrung des Durchgangsverkehrs durch die Matte ist vom Arbeiterverein Matte und von privater Seite eine verwaltungsrechtliche Beschwerde wegen Rechtsverzögerung eingereicht worden. Der Matte-Leist hat sich am 5. Dezember dieser Beschwerde angeschlossen.
Die einen sind begeistert, die andern weniger. Und die wenigsten wissen, warum sie an den Schulhausfenstern sind: die Clowns. Zur Wiedereröffnung des Kunstmuseums wurden viele Künstler in und um Bern zu einem Beitrag eingeladen. Im Rahmen , dieser Aktion wurden die acht zugemauerten Fenster des kleinen Matteschulhauses von Reini Rühlin mit farbenfrohen Clowns versehen. Es wird nun abgeklärt, ob diese eine Zeitlang bleiben könnten.
Verschiedentlich haben uns verärgerte Mätteler aufgefordert, in der "Matte-Zytig" daran zu erinnern, dass gemäss Städtischer Verordnung Abfallsäcke und Sperrgut erst 12 Stunden vor Abfuhr auf die Strasse, bzw. die Lauben gestellt werden dürfen (also nicht übers Wochenende). Wir bitten im Namen des ganzen Quartiers darum diese Zeiten einzuhalten. Merci
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Zu einer richtigen Zeitung gehört auch ein Insertionsteil. Und da
wir in Anspruch nehmen, eine richtige Zeitung zu sein, nehmen wir gerne
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Eine 1-spaltige 1/8 Seite kostet Fr. 10.-
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Laut Hans Hirsbrunner, dem Delegierten des Matte-Leist bei "Bern in Blumen" waren dieses Jahr wieder 145 Balkone und Fenster an der Matte preiswürdig beblumt. Die stolzen Besitzer des prächtigen Blumenschmuckes erhielten für ihre Mühe eine rassige rote Alles-Transportier-Tasche.
Sonntag, 18. Dezember 1983
Berchtoldhaus 17.00 Uhr
Adventsfeier der Kirchgemeinde Nydegg, des Matte-Leist und der Matte-Froue.
Donnerstag, 5. Januar 1984
Radio DRS 1 20.00 bis 23.00 Uhr
"Krebs in der Altstadt" Unter diesem Titel versucht diese Sendung, aufzuzeigen, wie aus einem Stück Altstadt durch Spekulation ein Massage-Salon-Quartier wird.
Dienstag, 31. Januar 1984
Restaurant Mühlerad 20.00 Uhr
Informationsabend des Matte-Leist. Hauptthema: Der Matte-Leist und seine Beziehung zu den anderen Leisten der Stadt, zu Behörden, Ämtern, Verbänden, dem Stadt und Gemeinderat. Anschliessend Diskussion.
Freitag, 17. Februar 1984
Hotel Adler
Hauptversammlung der Schützengesellschaft Matte.
von Jean-Pierre Marti, Verbindungsperson zwischen Matte-Leist und Schützengesellschaft
Matte-Schützen:
Nicht als Kritik, sondern als wohlgemeinter Ratschlag sei mein Antrag verstanden,
nur Anlässe aufzuführen, die beim Erscheinen der "Matte-Zytig" noch aktuell
sind. In diesem Zusammenhang bringe ich Ihnen bereits heute zur Kenntnis, dass
die HV der Schützengesellschaft Matte am Freitag, den 17.2.1984 im Restaurant
Adler stattfinden wird. Ich und die Schützengesellschaft Matte wünschen der
frisch aus der Taufe gehobenen Zeitung viel Erfolg und Dauerhaftigkeit.
Mit freundlichem Gruss.
Lieber Herr Marti, es heisst auch bei uns: aller Anfang ist schwer. Nüt für
unguet, äs söll nümme vorcho! Red.
Es bleibt uns nur noch, allen ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten
Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.
Härzlech, Eue Leischt