Matte-Zytig Juli 2000
Liebe Leserin und lieber Leser
Der Sommer zieht ins land und wir freuen uns auf die warmen Tage im Quartier
und im Marzili ...
Denkpause ist aber für den Matte-Leist nicht angesagt: Wie Sie in den Medien
lesen konnten, wurde am 18. Mai im Stadtrat der neue Artikel zur Bauordnung zurückgewiesen.
Dies mit der Auflage, dass die Stadt zusammen mit Vertretern der Quartiere und Vertretern
der einzelnen Interessengruppen bis zum Frühjahr des nächsten Jahres einen brauchbaren
Vorschlag ausarbeitet, betreffend Regelungen zum «Nachtleben» in der Matte und der
unteren Altstadt.
Bereits sind unsererseits Gespräche mit Vertretern der Iglu (Interessengemeinschaft
lebendige Unterstadt) angelaufen. (Die Stellungnahme der Iglu können Sie schriftlich
anfordern oder im Internet nachlesen unter www.lg-lu.ch.)
Gerne fordern wir Sie dazu auf, sich zum Thema Regelungen für das Nachtleben
Gedanken zu machen. Sie können Ihre Meinung mir oder jemandem vom Vorstand kundtun!
Wir sind froh um jede Mitarbeit in der Gestaltung unseres Quartiers!
Wir informieren Sie gerne über aktuelle Entscheide und weiteres Vorgehen.
Nun wünsche ich Ihnen erholsame Sommerwochen.
Sommerzeit = Saure-Gurken-Zeit. Auch wenn sogar kleine Publikationen diesen Umstand
spüren,
sollte man es als Chance sehen. Denn dieser Umstand birgt auch die Möglichkeit
in sich, sich Themen zu widmen, die in der Regel zu kurz kommen. Es gibt Dienstleistungen
im Quartier, von denen ich wenig oder nichts gewusst habe, oder Veränderungen, die
ich gar nicht bemerkt habe. In dieser Ausgabe möchten wir die Dienstleistungen im
Quartier weiterhin vorstellen, die Geschichte der Matte beleuchten, die Matte-Leist-Neuzugänge
porträtieren, den Altersausflug ausschreiben und weitere Neuigkeiten verbreiten.
Es gibt einiges zu sagen.
An dieser Stelle möchte ich mich noch herzlich bei Agnes Gozzer (Gesundheit),
Alexandra Flury (Berichte) und Res Margot (Geschichtliches) bedanken, die mir in
wertvoller Mitarbeit beistehen. Andres Berger und Roger Christler sind für diese
Ausgabe neu zu uns gestossen - auch ihnen ein Dankeschön. Die gesamte Matte-Zytig
entsteht nämlich ehrenamtlich und in der Freizeit der Mitarbeitenden. Spontan bearbeiten
die Mitarbeitenden «Matte-Themen», die das Bild der Matte vervollständigen oder
neu erscheinen lassen.
von Paul von Kaenel zusammengetragen.
Am 17. August 2000 findet die angekündigte
Verkehrsdiskussion um 19.30 Uhr im Berchtoldshaus statt. Sie sind herzlich
eingeladen. In dieser Rubrik wird von «Nöistem und Nöiem» berichtet. So soll
es auch diesmal sein. Fangen wir am Langmauerweg an: In dieser Ausgabe stellen wir
euch die einzige Garage in der Matte vor, nämlich die Garage G. + M. Kohli GmbH.
Als neuen Betrieb stellen wir euch «piano design» vor. Vom «Restaurant Ääru» gibt's
nichts Neues zu berichten, denn der Umbau und der Neustart des neuen Pächterpaares
sind erst im September/Oktober 2000 aktuell, also werden wir ausführlich in der
nächsten Ausgabe im November 2000 berichten. Wie zu sehen war, verzeichnete auch
das nöie Restaurant Santorini an der Gerberngasse regen Zuspruch und auch die Besitzerin
zeigte sich zufrieden. Die «Cinématte» ist in letzter Zeit ebenfalls ins Gespräch
gekommen, aber der Grund ist ein ganz anderer. Die «Cinématte» kämpft mit Schwierigkeiten,
welche kurz nach Redaktionsschluss (am 6.7.2000} ausgeräumt werden sollen. Im Juni
2000 wurde ein Papier versandt, das die missliche Lage der «Cinématte» darstellte
und mögliche Lösungsvorschläge aufzeichnete. Eine Vereinsgründung wurde im Papier
vorgeschlagen. Aber auch über eine Trennung von Restauration und Kino wird diskutiert.
Wir werden, so hoffen wir, in der nächsten Ausgabe ausführlich über einen gütlichen
Ausgang der Angelegenheit berichten können. Am 1.9.2000 präsentiert das
Kultur-Projekt Altenberg einen Tag der offenen Tür (siehe nebenan).
Die Matte hat ein offizielles «Erinnerungsschild» an das Hochwasser von 1999. Es
wurde am 16. Mai 2000 im Rahmen einer Feier in der Wasserwerkgasse enthüllt. Gleichzeitig
wurde allen Hilfskräften für ihren Einsatz gedankt. Lesen Sie mehr in dieser Ausgabe.
Viel Spass bei der Lektüre.
Am 16. Mai dieses Jahres führten wir gemeinsam mit dem Verein Matte-Wöschhüsi
und der Task Force Hochwasserschutz einen Anlass zur Erinnerung ans Hochwasser 99
durch.
Wir freuten uns, so viele Gäste zu dem Anlass begrüssen zu dürfen.
Eine speziell zu diesem Anlass angefertigte Plakette zeigt an der Wasserwerkgasse
10 den Höchststand des letztjährigen Wassers.
Zum Dank haben wir die Pontoniere, das Feuerwehrcorps, die Sanitätspolizei und
die übrigen Hilfskräfte nach dem offerierten Apero zu einem kleinen Imbiss vor dem
Wöschhüsi eingeladen. Dank des wunderbaren Wetters sind viele unserer Einladung
gefolgt und haben mit Begeisterung den Dokumentarfilm von Max Hirschburger mitverfolgt.
Da die Einnahmen am Abend die Selbstkosten nicht deckten, teilen der Verein Matte-Wöschhüsi
und der Matte-Leist das entstandene Defizit.
Wir freuen uns aber, dass der Abend Anklang gefunden hat und lassen die positive
Stimmung nachwirken ...
1. September 2000 ab 15.00 Uhr
Wir stellen uns vor:
Altenbergstrasse 40,3013 Bern, Tel./Fax 031 3327760
Viertel vor und viertel nach -kurze Einführung der aufgeführten Dozenten zu ihren
Anliegen, dazwischen: mit Dozenten im Gespräch! Literaturkurs - Wulfhard Stahl
Philosophie am Freitag/Studientage - Dr. St. Brotbeck Kunst- und Kulturgeschichte
-C. Passchier
Soziale Entwicklung im Berufsbild -Ernst Amons Führung als Kunst - E. Hirschi
paradox- Impuls im schöpferischen Prozess- I. Jundt Kultur-Häppchen; Kulinarische
Häppchen Musikalische Häppchen mit Pas in Amur
Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden im Berufsalltag -
mit einer guten Ernährung!
Ganz allgemein: auswärts essen kann Spass machen und Zeit sparen. Wer aber sehr
oft ausser Haus essen muss, dem vergeht manchmal das Vergnügen daran. Gerade umfangreiche
Geschäfts- oder Festessen sind auf die Dauer eher eine Belastung für den Verdauungstrakt,
die Leistungsfähigkeit und das Wohlfühlgewicht. Hinzu kommt, dass im Berufsalltag
manchen sogar die Zeit zum Essen in der Kantine fehlt und sie deshalb nur schnell
einen Imbiss einnehmen. Selbst bei den Zwischenmahlzeiten und Getränken können sich
manche nicht nach ihrem eigentlichen Bedürfnis richten, sondern müssen nehmen, was
der Getränkeautomat bietet oder was an Essbarem vorhanden ist - wenn überhaupt.
Nachfolgend werden einige Ratschläge aufgeführt, die je nach Situation und Bedürfnis
zu neuen Ideen für den Alltag anregen. Manchmal ist eine Verbesserung leichter realisierbar
als man denkt.
Flüssigkeit braucht der Mensch !
Kaffee als übliches Zwischendurchgetränk:
Positiv: Kaffee schmeckt gut, steigert die intellektuellen Fähigkeiten
und vermindert die Müdigkeit.
Negativ: Zu hohe Dosen an Koffein verursachen Konzentrationsschwächen,
Gedankenflucht, Nervosität usw.
Tipps:
Nahrung für Körper und Seele!
Zwischenverpflegung
Wenn der Blutzuckerspiegel tief ist, sinkt auch die Leistungsfähigkeit, denn
sowohl der Körper als auch ein wacher Geist brauchen regelmässig Nahrung. Gönn dir
einen Unterbruch, es zahlt sich aus: wer regelmässig Pausen macht und etwas Kleines
zu sich nimmt, hält länger durch, leidet weniger unter Konzentrationsschwäche und
hat vor den Mahlzeiten keinen Heisshunger.
Tipps:
Wer wenig Zeit für die Mittagspause hat und erst noch Geld sparen will, sollte
wenigstens ab und zu ein Picknick von zu Hause mitnehmen.
Tipp:
Wer kein Picknick dabei hat und sich nur schnell etwas im Laden oder am Imbiss-Stand
einkauft, sollte darauf achten, dass das Mittagessen nicht nur aus Stärke- und Eiweisslieferanten
(z.B. Sandwich, Hotdog, Hamburger, Pizza, Pommesfrites usw.) besteht, sondern auch
Obst und Gemüse enthält. Auf diese Weise wird die sättigende Wirkung verbessert
und der Körper erhält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsfasern.
Tipps:
Freude und Spass an der Arbeit? Sicher! Eine gute Ernährung und «bewegte Pausen» während der Arbeit helfen mit.
Bezugsquelle: Wellness pur
An dieser Stelle möchten wir Rolf Badertscher für die Organisation des Altersausflugs danken. Auch dieses Jahr reisen unsere Senioren an ein schönes Ausflugsziel. Wir wünschen Ihnen schon jetzt einen wunderbaren Tag.
Einladung am 17. August 2000
um
19.30 Uhr im Berchtoldshaus
(Mattenenge) zur Verkehrsdiskussion
«Der Bund», Stadt Bern
Einigung im Streit um Parkiergebühren
Gebührenreglement / Ein Zankapfel weniger im Stadtrat: Die Fraktionsspitzen haben
die umstrittenen Punkte im Parkierreglement aus dem Weg geräumt.
jm. Gebührenfragen führen rasch zu roten Köpfen. Die SVP hat gegen das total
revidierte Gebührenreglement das Referendum ergriffen -und ist am 21. Mai vor dem
Volk damit gescheitert. Keine Woche nach der Volksabstimmung kam der Gemeinderat
mit einer Teilrevision. Nicht, weil etwas vergessen worden wäre. Sondern weil der
Stadtrat im letzten Oktober den umstrittensten Teil des Reglements, nämlich die
Parkiergebühren, ausgeklammert hatte. FDP und RGM-Parteien einigten sich damals
darauf, das heisse Eisen erst später anzupacken, um die übrigen Teile des Reglements
nicht zu gefährden.
Diese Rechnung ging zwar auf, doch auch der neue Vorschlag des Gemeinderates
in Sachen Parkiergebühren enthielt einiges an Streitpotenzial. Zwar hat er den Knackpunkt
etwas entschärft: Die Anhebung des Preises von bisher zwei auf drei Franken pro
Stunde in der Altstadt machte die Stadtregierung in der neuen Fassung rückgängig.
Doch eine Mehrheit der Planungs- und Verkehrskommission (PVK) wollte am Drei-Franken-Prinzip
festhalten. Zudem sollte auch über Nacht bezahlt werden müssen - was die Bürgerlichen
nicht schlucken wollten. Die Sache drohte erneut zu entgleisen - doch nun konnten
sich die Fraktionschefs am späten Donnerstagabend einigen, wie PVK-Sprecher Ueli
Stückelberger (gfl) auf Anfrage erklärte.
In der Mitte getroffen
Die Fraktionsspitzen haben sich etwa in der Mitte getroffen. Für Altstadt und
Matte müssen tagsüber und auch in der Nacht Parkiergebühren entrichtet werden -aber
nicht drei, sondern nur zwei Franken pro Stunde. Zwischen 19 Uhr und 06 Uhr gilt
zudem keine zeitliche Beschränkung bei der Benützung der Parkplätze. Es darf also
gegen Entgelt unbeschränkt lange parkiert werden; damit kommt man den Besucherinnen
und Besuchern von Gaststätten entgegen. Gleichzeitig, so findet FDP-Fraktionschef
Adrian Haas, sei die Gebührenpflicht auch über Nacht ein Beitrag zur Minderung der
Verkehrsprobleme in der Matte. Laut Stückelberger soll zudem die generelle Fahr-
und Parkierbewilligung für Personen mit Wohnsitz in der Unteren Altstadt auch auf
Hotelgäste ausgedehnt werden.
Kurzbesuch: Billigere Karte
Geeinigt hat man sich auch bei den Tageskarten in der blauen Zone. Die Karte
soll zwar wie vom Gemeinderat beantragt von 8 auf 15 Franken angehoben werden. Neu
soll aber auch eine Halbtageskarte für 4 Stunden und zu 8 Franken geschaffen werden,
wie Stückelberger sagte. Damit sei insbesondere für Kurzbesuche eine gute Regelung
gefunden worden. Für Haas wäre es «Wucher», wenn jemand 15 Franken hinblättern müsste,
«um am Nami sein Grosi zu besuchen». Die 8-Franken-Regelung sei nun verhältnismässig.
Die Fraktionschefs haben sich verpflichtet, sich für die gefundene Regelung in
ihren Fraktionen einzusetzen, sagte Stückelberger. Das Geschäft kommt am nächsten
Donnerstag in den Stadtrat.
DER BUND, 17.6.2000
Die unten abgebildeten Postkarten wurden freundlicherweise von Rolf Badertscher zur Verfügung gestellt.
«Häxezüüg ...» murmelte eine ältere Frau, währenddem sie unter Schweisstropfen hinter dem Zähringer mit ihrer Stechschaufel ein kleines Mosaikbildchen mit einem Gesichtchen aus farbigen Keramikplättchen von der alten Mauer abhackte. Geheimnisvolle, magische Spuren im Jahr 2000?
Wie in Paris, New York, Tokio und in einigen weiteren Städten tauchen in letzter Zeit auch in der Berner Matte und ihren Eingängen solche kleinen, nicht identifizierbare Figuren auf. Nydeggtreppe, Bowäger, Wasserwerkgasse, Schifflaube ... die kleinen Video-Spiel-Figuren erscheinen an den Matte-Mauern, erfrischender als die unzähligen Tags und Graffitis. Die Gesichtchen haben keine Mitteilung, keine aufdringliche Unterschrift. Nur ein kleiner Hauch Computerspiel klingt mit (Pacman lässt grüssen). Wer ist der Kultur- «Hacker», der diese kleinen «Iowtech»- Spuren hinterlässt? Oder sind es doch Hexen oder vielleicht sogar Space invaders?
Weitere Informationen: www.space-invaders.com
In der Matte kennt man drei Geheimsprachen, das Alte, das Neue Matteenglisch
und das Matte- Bärndütsch. Im Matte - Bärndütsch kennt man u.a. für
laufen:
bandhoue, pficke
cheibe, pfile
füessle, scheichle
gintle, schlürme
gnepfe, schlyche
gymschere, schuene
hase, seckle
napfe, sirache
nepfe, spaderle
noule, spuele
nuesche, stodere
nueschte, techle
pfäie, tirggele
Matteänglischkurs
Der nächste Matteänglischkurs von Res Margot beginnt nicht wie angekündet nach
den Sommerferien, sondern nach den Herbstferien. Weitere Auskünfte bei Res Margot,
Gerberngasse 21, 3011 Bern, Tel. 031/3120208, margotres@hotmail.com
«... verleihen, verkaufen, unterrichten, unterhalten» von Alexandra Flury
Und weiter, «...neu am Langmauerweg!!!». So wirbt piano design in ihren Inseraten
in der Matte-Zytig. Christian Zahnd und Oliver Stobe sind jedoch nicht durchwegs
Neulinge in der Mattenachbarschaft. Einerseits befindet sich ihre Werkstatt schon
seit längerer Zeit am Längmuurwäg. Und andererseits lag ihr Verkaufsladen, den man
vor dem Umzug an die Aare an der Gerechtigkeitsgasse fand, nicht sehr weit von der
ganz unteren Altstadt entfernt.
Christian Zahnd freut sich, nun Werkstatt und Verkaufsladen unter demselben Dach
zu haben. Dass der Laden an einem eher wenig frequentierten Weg liegt, empfindet
er nicht als Nachteil. Die Leute, die früher zufällig am oder sogar im Laden vorbeikamen,
waren oftmals Touristen, und somit keine potenziellen Kunden. Ein Klavier ist ja
keine Ansichtskarte. Und wer sich für den Kauf eines Klaviers entscheidet, der findet
den Weg zum neuen Standort.
Im Laden selbst wird originellerweise auch Klavierunterricht erteilt. Ich frage
mich, ob man sich in jeder Lektion an ein anderes Klavier oder ab und zu sogar an
einen Flügel setzen darf.
Nebst den üblichen Dienstleistungen, die von Klavierbauern angeboten werden,
zeichnet sich piano design durch eine weitere Besonderheit aus: Es können -beispielsweise
für Hochzeitsfeste - Flügel gemietet werden; und zwar auf Wunsch mit Pianist. Alexandra
Flury
Richtigstellung: Die Klavierbauerwerkstatt. die unmittelbar in der Matte liegt
und in der letzten Ausgabe der Matte-Zytig vorgestellt wurde. nennt sich korrekterweise
«piano e forte».
Am Anfang der Untertorbrücke befindet sich ein unauffälliges, selbstgemachtes
Schild, das den Weg zur Garage Kohli weist. Selbige ist ein Familienbetrieb,
der 1982 gegründet wurde. Damals hat sich der Garagist Kohli - der sich freundlicherweise
ein paar Minuten Zeit nimmt zur Beantwortung einiger Fragen -in dem unter Denkmalschutz
stehenden Haus am Längmuurweg 1 eingemietet.
Früher haben seine Werkstatt vor allem Studenten mit ihren 2 C V frequentiert,
erzählt mir der rüstige Mann, später spezialisierte er sich ganz auf Citroen. Als
wir einen kleinen Rundgang durch die Garage unternehmen, verweist Herr Kohli auf
die Vorzüge und Professionalität seines Betriebes: Die Pneus seien zu MIGROS-Preisen
erhältlich, er habe eine Grube und Lifts, er leiste Pannenhilfe, führe sämtliches
Öl im Sortiment, könne auf eine moderne Ausrüstung zurückgreifen und würde schlicht
und einfach jegliche Arbeiten erledigen, die rund um den fahrbaren Untersatz anfallen.
Obgleich Herr Kohli keine Werbung betreibt, sondern sich auf Mundpropaganda verlässt,
laufe das Geschäft gut. Dies sei nicht immer so gewesen: Er habe sich beispielsweise
zu Beginn bei der Unternehmungsfinanzierung überschuldet. Ebenfalls bemerkt der
Hüne, kein eingeborener Mätteler zu sein -der Mutterbetrieb befindet sich in Seftigen.
Doch fühle er sich hier wie zu Hause, meint Herr Kohli. Er bemühe sich um ein gutes
Einvernehmen mit den Anwohnern und käme mit ihnen im Grunde genommen z'Schlag, abgesehen
von den gelegentlichen Scherereien betreffend Lärmbelastung und Abgase, die eine
solche Unternehmung eben mit sich bringt.
«Auch die Polizei ist schon hier gewesen, um zu schauen, ob alles rechtens ist»,
erwähnt Herr Kohli. Da dem so war und es somit nichts zu bemängeln gab, habe er
seit diesem einen kurzen Besuch keinen erneuten Kontakt mit dem langen Arm des Gesetzes
gehabt.
Gegen Ende meines kurzweiligen Besuchs teilt er mir mit, man könne bei ihm unter
anderem mit WIR-Checks bezahlen. Nun denn: Falls Sie, liebe Automobilisten, auch
WIR-Teilnehmer sind und Ihre Checks loswerden wollen, machen Sie von der Möglichkeit
Gebrauch, Ihr Fahrzeug in der einzigen Garage in der Altstadt-Region reparieren
zu lassen !
Das Matteänglisch ist mit der Geschichte der Matte verknüpft. Darum hat Res Margot
mehrere Dokumente über die alten Zeiten der Matte studiert. In einigen Büchern wird
auf eine sagenhafte Kirche in der Matte hingewiesen. Vor einiger Zeit hat nun Res
Margot von Yvonne Hausammann (Architektin in der Matte) eine Kopie von Ausschnitten
aus einem Buch von 1851 erhalten. Der Artikel ist auf seine Art einzigartig und
wird sicher einige alte und junge Mätteler interessieren. Res Margot hat die wichtigsten
Stellen aus der Schrift von 1851 mit alter, für uns recht holpriger Sprache und
Schrift übernommen. Wo stand die erste Kirche der Stadt Bern?
Der Verfasser der Schrift von 1851 erzählt weiter: Unsere Nachforschungen über
das älteste Gotteshaus in der Stadt Bern sind nun mit Benutzung urkundlicher, chronistischer,
topografischer, statistischer und endlich architektonischer Hilfsmittel geschlossen,
nach wiederholten Vergleichungen an Ort und Stelle und in Gegenwart sowohl einiger
verehrten Freunden der vaterländischen Geschichte als eines geschickten Architekten.
Die ursprüngliche Mauer des Gebäudes hat eine Länge von 40, Breite von 27 und
Höhe von 20 Fuss.
Auf der Seite gegen den Aarekanal hat die Mauer die beträchtliche Dicke von
4V2 Fuss, auf den drei andern Seiten von 3 Fuss.
Das Material der Mauer ist eine Vermischung von Granit- und Kieselsteinen, wie
die an dem von Herzog Berchtold verbauten Schloss Thun; die Mauersteine sind mit
einander durch ein grobkörniges, ausserordentlich festes Pflaster von Zement verbunden.
Als man vor einigen Jahren wegen Anbringung eines Radwerkes in dem, vom Hause
27 Fuss weit entfernten Aarekanal die Mauer der Südseite des Gebäudes durchbrechen
musste, um die Fortsetzung der Achse des Rades in das Erdgeschoss des Hauses zu
bringen, schien es den Steinhauern fast eine Unmöglichkeit, diesen Durchbruch der
felsenfesten Mauern bewerkstelligen zu können. So ausserordentlich hart war der
Mauerstoff, an welchem die gestähltesten Stechinstrumente bald abstumpften.
Wir hatten auch das Vergnügen, die alte, nach der Reformation zwar ihres Türmchens
beraubte, dennoch an ihrer Aussenseite kenntliche Kapelle auf dem Stadtplan zu entdecken,
welchen im Jahr 1583 der nürnbergische Goldschmied Joseph Plepp mit Ölfarben verfertigt
hatte. Auf den ersten Blick fanden wir sie nicht, denn an ihre Westseite war ein
Schopf angebaut und vor ihrer Südseite stand ein langer, aus Läden und Brettern
errichteter Holzscherm. Jedoch waren die zwei nebeneinander stehenden schmalen Kirchenfenster
an der Mitte der Mauer gegen die Aare, sowie ein kleineres, in der Höhe am Chor
befindliches noch unverborgen. Auf dem erwähnten Plane sieht man auch an der zur
Kapelle gehörenden Mauer ihres Kirchhofes, beim Eingang in denselben das alte Beinhaus
und dabei die Gräberkapelle.
Wohl beachtenswerter noch als das Material des uralten Gebäudes sind die Erlebnisse
desselben, von seiner Entstehung an bis auf diesen Tag: sie gäben Stoff einem modernen
Ovid zu einem neuen Werk von Metamorphosen, wenn ein hiefür eigens begabtes und
begeistertes Dichtergenie in der Matte es unternehmen wollte. Einmal erstens war
das Haus eine Kapelle, zweitens ein Kornhaus, drittens ein Schulhaus, viertens eine
Tabakfabrik und endlich eine mechanische Eisenwerkstätte geworden.
Soweit die Schilderungen aus dem Buch von 1851. Im übrigen wird im Matteänglischbuch
auch auf die Kapelle hingewiesen: Bis 1787 wurde im Haus Gerberngasse 9 Schulunterricht
erteilt. Von 1787 bis zum Brand 1833 wurde im damals hinter Nr. 31 befindlichen
Gebäude Schule gehalten, an dessen Stelle vor Jahrhunderten eine sagenhafte Kapelle
gestanden haben soll. 1834-37 wurde dann das Schulhaus auf dem Mühleplatz erbaut.
Was geschah nach dem Brand von 1833? Welche alte Inschrift steht auf dem Fensterrahmen im ersten Stock? Taucht das Gespenst der bildhübschen, jungen Frau mit dem Säugling alljährlich auf den Treppen dieses Hauses auf? Wer lebt heute in den Mauern der ersten Kirche Berns?
Fritz Hartmann erzählt Res Margot:
Dr Käru het dr Housi gfragt: «wo steckt eigetlech dr Idufre. Mi gsei dä so nüt?»
Dr Housi seit: «dä sigi schynts amene Ort im Irnerbeiberhe-indle, entweder ds'lnterle-ikenle,
ds'lnthe, limeingenre, oder ds'lenzbre.»
Si hei ne du ingegfe, ds'lrnbe, irneste-iguhe iffebse, im Ihlime-idlire ir Ittume.
Matteänglisch - Berndeutsch
Idufre - Fridu
Irnerbe-iberhe-indle - Berner-Oberland
Interle-ikenle - Interlaken
Inthe - Thun
lime-ingenre - Meiringen
lenzbre - Brienz
ingegfe - gfunge
Irnbe - Bärn
irneste-iguhe - stärnehagu
iffebse - voll
Ihlime-idlire - Mühliredli
Ittume - Mättu
Ein Mätteler steigt beim Zähringer ins Sänkutram und frägt den Kondi, wie es
im gehe. Dieser schliesst die Tür, drückt auf den Knopf und antwortet: «itz grad
guet, äs geit obsi !»
Warum
sollte man
dem Matte-Leist
beitreten ?
Es gibt viele Gründe dafür. Erstens unterstützen Sie ein Quartier-Gremium in
seinen Bemühungen, zweitens können Sie an der jährlichen Generalversammlung bei
Wahlen und Abstimmungen mitentscheiden und Sie profitieren von den Angeboten
der Matte-Card (siehe letzte Seite) usw.