Aufbau ab 26.9.05
Die Polizei ist weg jetzt kommen die Plünderer: Velos,
Plattenspieler und sogar ganze Öfen transportieren sie aus dem
Matte-Quartier ab. Andere entsorgen gar ihren Müll.
«Es passieren eigenartige Sachen hier bei uns», sagt Rosmarie
Bernasconi.
Sie betreut die Matte-Homepage, und bei ihr laufen sämtliche Infos
zusammen.
Viel Aufsehen erregten drei Personen, die letzte Woche in der Dämmerung
einen Ofen einfach in ihr Auto luden und abhauten. Auch ein Velo, das
die Besitzerin in mühseliger Kleinarbeit vom Schlamm befreit hatte,
nahmen Diebe kurzerhand mit. «Die meinen offenbar, dass alles, was
rumsteht, zum Mitnehmen gedacht ist», sagt Bernasconi. «Merkwürdig nur,
dass sie dann die Dunkelheit abwarten». Auch mehrere Trocknungsgeräte
verschwanden spurlos aus Wohnungen.
Einige entsorgen aber auch ihren Abfall in der Matte. «Wo ein
Abfallhaufen ist, werfen die Leute ihren Müll einfach dazu», sagt
Bernasconi. Die Müllabfuhr müsste eigentlich häufiger vorbeikommen.
Für die Mätteler ist klar: Die Polizei patroulliert zu wenig. «Es reicht
nicht, nur während dem Hochwasser präsent zu sein», sagt Bernasconi. Die
Mätteler sind sauer auf Berns Stadtväter: «Stapi Tschäppät propagiert
eine saubere Stadt, aber die Matte scheint ihm egal zu sein», sagt
Bernasconi.
Artikel erschienen im 20 Minuten vom 29. September 2005
Was sonst noch alles geschah in dieser Zeit an Vandalismus und
Zerstörung ► hier das PDF
zum herunterladen - eine Zusammenstellung von Eva Banlaki

Und am Mäntig chäme si nid und am Tsischtig chäme si nid und am Mittwuch chäme si nid und am Donnschitig chäme si nid und am Fritig chäme si ersch rächt nid. (Refrain)
Und am Sonntag (2.10.05) sollst du ruhen ...

Wenig kundenfreundlich, die Hotline von "I mist for you". Nach einigem
Hin und Her am Telefon wurde am Montag 3.10. immerhin an der Schifflaube
24/26 und an der Gerberngasse der wilde "Ghüder" durch die Stadt Bern
entsorgt. Wie einfach wäre es gewesen, wenn man den Kehricht von der
Schifflaube 28 ebenfalls entsorgt hätte.
Aber wahrscheinlich hat eben niemand aus der Nummer 28 bei der Hotline
angerufen!
I mist - wozu?
Du Fritz, ich war am Wochenende mit meiner Frau und meinen zwei
Kindern in der Matte spazieren, um zu schauen wie es da unten aussieht.
Das sieht ja schlimm aus! Wir hatten viel Spass und konnten in viele
Hauseingänge hineinschauen. Das ist wirklich imposant. Meine Kinder
hatten auch viel Spass, weil so viel lustiges Zeug auf der Strasse und
in den Lauben herumsteht.
Ich habe einen interessanten Fund gemacht vor einem Haus an der
Schifflaube. Dort steht doch tatsächlich ein uraltes Öfeli auf dem
Abfall. Das muss ich unbedingt haben! Das wird sicher nicht mehr
gebraucht, denn die haben bestimmt jetzt schon Zentralheizung. Du hast
doch ein grosses Auto?! Kannst du mir nicht behilflich sein um dieses
Öfeli abzuholen? Am besten gehen wir so gegen 20.00 Uhr. Dann ist es
schon am dunkeln. Es muss nicht jeder sehen was wir da machen.
pid. Heute Sonntagmorgen zwischen 03.15 Uhr und 04.45 Uhr trug eine
unbekannte Täterschaft über 30 Sandsäcke auf die Altenbergstrasse und
legte diese auf die Fahrbahn. Die Säcke stammten von einem wegen dem
Hochwasser bereitgestellten Depot neben der Altenbergstrasse. Ein
42-jähriger Velofahrer, auf der Altenbergstrasse in Richtung Lorraine
fahrend, prallte gegen 04.45 Uhr in die besagten Sandsäcke auf der
Strasse und stürzte schwer. Der Mann musste mit schweren
Gesichtsverletzungen von der Sanitätspolizei Bern ins Spital gefahren
werden.
www.matte.ch meint: Geits
eigentlich no!
Es war eher ein Zufall, als Sachars schweifender Blick im Bernerbär
vom 22./23. September 2005 an ein paar Zeilen in der Flüstertüte auf
Seite 17 hängen blieb.
Stirnrunzelnd las er zum Thema Wiederholungen in Bern: "... Auch dem
Hochwasser in der Matte würde möglicherweise vom Bundesgericht die
Wiederholung verordnet - zumindest allerdings für die Gemeinderätin
Barbara Hayoz nicht allzu schlimm, hat sie doch gut üben können wie es
ist, wird man vom Stadtpräsidenten in zu grossen Stiefeln im
Regen(wasser) stehen gelassen."
Zuerst dachte Sachar, he nu, der Berner Bär halt, was soll's. dann
las er aber in der Berner Zeitung vom Samstag darauf unter dem Titel Das
Schweigen des Stadtpräsidenten: "Alexander Tschäppät droht zum
Schönwetter-Stadtpräsidenten zu werden. Von einer profilierten,
zielgerichteten Führung ist wenig zu spüren. Aber Bern hat noch immer
mehr Probleme als Kunst- und Sportzentren, die neu eröffnet werden. Die
Stadt braucht einen Präsidenten, der ohne zu zögern hinsteht..."
Auso, so ist das aus der Sicht eines kleinen
Mättelers: die Hayoz ist schon in Ordnung, die Gummistiefel standen ihr
ausgezeichnet und sie hat ihren Job gut gemacht. Den Tschäppät hat hier
unten bestimmt niemand vermisst.
Sacharin - die falsche Süsse
Wer sind denn eigentlich diese Sachars? Die unerschrockene Familie
aus der Berner Matte kam erstmals in der Matte-Zytig im ►
August 1992 zu Wort.
Sacharin, Sachar und ihr Sohn Sacharli, wo auch immer sie heute sein
mögen, schauen kritisch auf die Matte und die hohen Herren und Damen
oben im Erlacherhof.