Aufbau ab 19.9.05
Gestern hatten wir mit der Schule das Hochwasser in
der Matte. Das war aber lustig! Auf der Strasse liegen
lustige Sachen herum und alles ist kaputt wie im
Fernsehen. Die Lehrerin hat viel erzellt und hier ist
was ich aufgeschrieben habe:
Niemand kann etwas dafür, das sagen jetzt alle. Also
eigentlich sagen sie, dass ein anderer tschuld sei als
sie selber. Mein Mami hat gesagt, wenn man etwas fest
glaubt, wird es wahr!
Hochwasser kann man abwehren wenn man lange wartet und
denkt es geschieht dann schon nichts.
Man kann auch das Kies weg baggern und das sieht lässig
aus aber es nützt nichts. Und die Fischli in der Aare
haben es auch nicht gern weil sie dann nicht mehr nach
Hause können.
Dafür können die Fischli dann durch die Matte schwimmen
und beim Schulhaus spielen und die haben dann auch
Freude.
Die Politiker sind liebe, sie reden viel aber machen
wenig - Das macht nüt, denn weil sie etwas machen,
machen sie es sowieso lätz. Darum machen sie lieber von
Anfang nichts und schauen ernst. Das hat mein Papi
gesagt.
n der Elfenau kann man auch nichts machen, denn
sonst können sie dort nicht mehr gärtelen und das wäre
ja noch schöner.
Alle lieben Leute in der Schweiz haben Geld geschickt
und das hat die Mätteler gefreut. Aber sie hätten
scheints doch lieber kein Hochwasser als Geld. Ich nähme
aber lieber das Geld, weil mein Sackgeld nie langt.
Darum konnten alle Mätteler an das Matte-Fest gehen,
das aber im Wankdorf war und alle haben sich gefreut und
viel gefestet weil alles so kaputt war und es war
überhaupt cool.
Die Lehrerin machte dann noch ein Foto von uns, vor
einer Baustelle, damit wir eine Erinnerung haben aber
ich wäre lieber vor einen Bagger gestanden. Dann gab es
noch Sirup im Festzelt auf dem grossen Platz.
DIE MATTE NACH DEM HOCHWASSER
Das Leben kehrt zurück
Es wird viel improvisiert, und es wird wieder gelacht:
Langsam kehrt in der Matte das Leben zurück. Doch die Spuren der
Flut sind noch immer überall sichtbar. Es dauert noch lange, bis
der normale Alltag einkehrt.
► Artikel
in der Berner Zeitung BZ vom 17.9.05








Schön wäre es wenn die Matte wieder in Ruhe aufgebaut
werden könnte. Dabei sind uns die ruhigen Fischer die
angenehmeren Besucher als die rücksichtslosen Vandalen,
offenbar geduldet von der Polizei, welche am
improvisierten Verkaufsladen in der Matte Kühlschränke
in Brand stecken. Primitiver gehts wohl wirklich nicht
mehr ...
Wo bleibt da die Solidarität zur Matte?
Spruch des Tages vom 20. September 2005
Komm leg dich in einen Eingang, damit ich ein gutes Katastrophenföteli machen kann! Sprach der Vater zu seinen Kinder.
Schon ist es beinahe ein Monat her, seit das zweite grosse
Hochwasser die Berner Matte heimsuchte. Die Bautrockner brummen
in beinahe jeder Parterrelokalität und vor jedem Haus steht eine
Schuttmulde.
Der Wiederaufbau hat begonnen und auf den Gassen kehrt
beinahe so etwas wie Normalität ein. Die Matte funktioniert
wieder - allerdings noch ziemlich improvisiert.
Zu Aufräumarbeiten sind auch die Politiker aufgefordert.
Eigentlich sollten Jahrhunderthochwasser alle hundert Jahre
"kommen", die Frist hat sich auf wenige Jahre reduziert. Zeit
also, das gedankliche Sperrgut zum Thema Hochwasser zu
entsorgen, liebe Politikerinnen und Politiker.

Trotz allem Drehen und Winden: Tatsache bleibt, dass trotz
aller vollmundigen Versprechungen während der letzten sechs
Jahren Hochwasserschutz bloss Theorie blieb!
Wir sind gespannt, was dieses Mal geschieht...
21.09.2005 / Informationsdienst der Stadt Bern
inf. Am 12. September 2005 hat der Kanton Bern
Massnahmen für eine beschleunigte Erarbeitung der
Projektierung „Nachhaltiger Hochwasserschutz Aare
Thun-Bern“ vorgestellt. Dabei sollen die seit längerem
vorgesehenen 24 Massnahmen zwischen Thun und Bern in
einem kantonalen Wasserbauplan zusammengefasst werden.
Dadurch werden die betroffenen Gemeinden von der
Planungspflicht entlastet, was das Verfahren
beschleunigt. Die Gemeinden wurden aufgefordert, bis am
26. September zum kantonalen Vorschlag Stellung zu
beziehen.
Der Gemeinderat der Stadt Bern begrüsst in seiner
Vernehmlassung die beschleunigte Erarbeitung der
Projektierung der geplanten Massnahmen zwischen Thun und
Bern sowie die Koordination unter der Federführung des
Kantons. Er beantragt in seiner Vernehmlassung, die
Projektierung auch auf den unter Naturschutz stehenden
an das städtische Projekt angrenzenden Weiher oberhalb
des Elfenaugebiets auszudehnen. Der Gemeinderat will der
Projektierungsvereinbarung zustimmen und die zuständigen
Personen in die vorgeschlagenen Gremien delegieren.
Bezüglich des Projekts zur Aufweitung der Elfenau
ausserhalb des Naturschutzgebietes (Projekt 24) soll die
Federführung angesichts des fortgeschrittenen
Projektstands vorerst bei der Stadt bleiben. Der
Gemeinderat hat bekanntlich Ende Juni 2005 den Baukredit
für die Revitalisierung und den Hochwasserschutz der
Aare in der Elfenau genehmigt und an die zuständige
Kommission zuhanden Stadtrat weitergeleitet. Das
Geschäft wird demnächst in der Kommission behandelt.
Infolge grosser Nachfrage wird
der Anlass "Tych-Rafting" am kommenden Sonntag wiederholt. Zwei
waschechte Mätteler-Bootsführer, einer davon spricht Mattenenglisch,
werden mit Gummibooten den verheerenden Spuren der Aare vom Dalmazquai
bis zum Tych folgen. Danach Besichtigung eines original überschwemmten
Kellers.
Besammlung: 14.00 bei der
Einwasserungstelle bei der Dalmazibrücke. Bitte eigene Gummistiefel
mitbringen.
Und der Kinderhit: Paddeln im
Tych! Einstieg beim Brüggli am Tych. Die Grösseren können mithelfen
etwas übriggebliebenes Schwemmholz aus der Aare zu ziehen. Für die
Kleinen gibt es herzige Entelein zu beobachten. Nur in Begleitung von
Erwachsenen, ab 14.00 Uhr
Nur bei guter Witterung!