Hochwasser Di 23.8.05
pid. Im Verlaufe
des heutigen Nachmittags setzte die Berufsfeuerwehr einen Rega-Helikopter
ein, um 15 weitere Personen und zwei Dalmatiner aus dem Raum
der Wasserwerkgasse im Mattequartier zu evakuieren. Die Massnahme war nötig
geworden, nachdem es den Rettungskräften wegen der starken Strömung
nicht möglich war, an die entsprechenden Häuser heranzukommen.
Die Betroffenen hatten zuvor signalisiert, dass sie evakuiert werden möchten.
Der Einsatz verlief ohne Probleme, allerdings war vom Piloten grösste
Präzision gefragt, mussten die Evakuationen, an denen auch immer ein
Rega Arzt und ein Rettungsspezialist Heli der Berufsfeuerwehr beteiligt waren,
aus grosser Höhe erfolgen. Sonst hätten durch die von den Rotorblättern
erzeugten Luftwirbel die Dächer beschädigt werden können.
Zu einem Zwischenfall kam es im späteren Nachmittag: Ein Rettungsboot
mit zwei Armeeangehörigen, zwei Polizisten und einem Sanitätspolizisten
geriet in Seenot, nachdem die Propellerschraube beim Aufprall auf einen Gegenstand
beschädigt wurde. Das Boot trieb im Wasser und wurde über den Mühleplatz
durch die Strömung in die Wasserwerkgasse abgetrieben, wo sich die fünf
Insassen mit viel Glück beim Haus Nr. 14 retten konnten. Nach diesem
Vorfall wurde der Bootsbetrieb bis auf weiteres eingestellt, es muss damit
gerechnet werden, dass durch die Strömung nicht sichtbare Fahrzeuge
in die Fahrrinne geraten sind.
Wie zeigt sich die Situation in den Schadengebieten? Der leichte Rückgang
des Aarepegels war überall sichtbar. Die Aare führt zur Zeit 590
m3/sec Wasser. Die Matte und die Felsenau sind nach wie vor ohne Strom. Die
Verbauungen wurden vorangetrieben, neue Schäden sind nicht bekannt.
Weil in den nächsten Tagen mit einer anhaltend grossen Wassermenge gerechnet
werden muss, besteht die Gefahr, dass Uferwege und Bäume unterspült
und ganze Uferpartien weggespült werden. Die Stadtpolizei rät dringend,
gesperrte Uferpartien zu meiden.



Ein Mattebewohner aus der Schifflaube berichtet:
Wir verharren an der Schifflaube 50. Wenn wir zur Haustüre raustreten,
stehen wir im Wasser bis zum Bauchnabel! Also nicht empfehlenswert,
zudem wäre es auch gefährlich, da man von den Wassermengen mitgerissen
werden könnte...
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Die Situation in den Schadensgebieten der Gemeinde Bern blieb in der vergangenen
Nacht unverändert. Während der Wasserstrand vorübergehend
etwas zurückging, hat er in der Zwischenzeit den Maximalstand wieder
erreicht. Die Aare führt zur Zeit 594 m3 / sec Wasser. Auf den einzelnen
Schadensplätzen wurden keine neuen Schäden bekannt. Feuerwehr und
Zivilschutz waren auch in der Nacht damit beschäftigt, weitere Sandsäcke
abzufüllen und auf die Schadensgebiete zu bringen. Das Schadensgebiet
bleibt weiterhin für den Verkehr gesperrt.
Das Mattequartier ist Sperrzone
und mit Einschränkungen nur für Anwohnende erreichbar. Es wird
polizeilich überwacht.
Gestern Montag wurden bis zum Einbruch der Dunkelheit im Mattequartier insgesamt
240 Personen evakuiert. Nach Aussagen von Bewohnern hatten weitere 50 Personen
ihre Wohnung selbständig verlassen. Die medizinische Versorgung durch
die Sanitätspolizei ist sichergestellt, sie verzeichnete keine Notfälle.
Beim Sorgentelefon gingen bis zur Stunde 178 Anrufe ein, sie betrafen insbesondere
Fragen im Zusammenhang mit dem weiteren Vorgehen der Rettungskräfte
und der Evakuation von Personen.
Die Rettungskräfte standen während der Nacht mit 107 Personen im
Einsatz. Dazu kamen Freiwillige, insbesondere Mitglieder des Pontonierfahrvereins
Bern.
Für heute Dienstag wurde die Unterstützung durch das Militär
zugesichert: Insgesamt werden ca. 150 Militärangehörige die Rettungskräfte
unterstützen. Es sind dies eine Artillerie Abteilung, ein Zug eines
Katastrophenhilfe Bereitschaftsverbands sowie ein Zug der Genie Rekrutenschule
Brugg mit drei Uebersetzbooten.





<Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Mattefescht 2005 definitiv nicht abgehalten wird. Wegen den bekannten Umständen, hat das OK Mattefescht 2005 beschlossen, auf die Austragung des Festes zu verzichten. Jimy Hofer. Infos: www.mattefescht.ch
Fotos auf dieser Seite von Christian Sidler, Christoph Aufenast, Jimy Hofer, Thomas Eberhard und Peter Güdel