Demo 2003 für eine gewaltfreie Altstadt


Eine seltsame Ruhe ging vom Demonstrationszug aus. 1500 Teilnehmerinnen und
Teilnehmer gedachten der letzten zwei Opfer sinnloser Gewalt in Bern. Der
Münsterplatz, schwarz vor Menschen, leerte sich gespenstisch ruhig. Keine
Transparente, keine Sprechchöre begleiteten den Marsch der tausend Schritte
gegen die Gewalt durch die Münstergasse, Junkerngasse, Postgasse zum
Rathausplatz. Familien mit Kind und Kegel waren ebenso unter den
Protestierenden wie ältere, ergraute Semester. Alle waren sie sich einig,
dass die erlebte grausame, wahllose Anwendung von Gewalt so nicht mehr
hingenommen werden darf.
Ruhige, fast besinnliche Worte auf dem Münsterplatz erinnerten Bürgerinnen
und Bürger, aber auch Gemeinderat und Kantonsregierung daran, dass Gewalt
klein beginnt, sich von Gegengewalt nährt und dadurch immer unberechenbarer
wird. Gewaltfreiheit muss im Kleinen beginnen und vorgelebt werden. Nach
kurzen, einprägsamen Ansprachen leerte sich der randvolle Rathausplatz
langsam – und friedlich.