Frisch notiert 31. August 2009
Montag, 10. August 2009
Die Sommerferien von www.matte.ch sind vorbei. Nachdem die Mails durchgeackert sind und die Post weitgehend erledigt ist, bleibt als letztes Vergnügen das Durchblätttern eines Stapels alter Zeitungen:
Eine gute Idee findet reissenden Absatz: die mobilen Aschenbecher gehen offenbar weg wie heisse Weggli, schreibt die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. Tipp für eine Nachbestellung: da mehr oder weniger nur noch draussen geraucht werden darf, könnte die Winterausgabe des Aschenbechertrucklis um ein Fach für Hustenbonbons erweitert werden?
Kaum wird es Sommer in Bern schlagen
die Hirnis Purzelbäume. Maximaler Hochwasserschutz kontra Rentner-Minimalismus,
das hatten wir schon. Neu berichtet jetzt sogar die ferne NZZ über einen
zielstrebigen, provokativen Spaziergang mit Herrn Furrer durch das
Mattequartier.
Aber auch der im Berner Bund rapportierte “Rückzug aus der
Matte” hat einiges für sich. Die gefährdeten Häuser, die aufgegeben werden
sollten, könnten im Freilichtmuseum Ballenberg wieder aufgestellt werden, samt
den Mattegielen und -modis. So hätte die Stadt Bern endlich eine schöne,
zentrumsnahe Fläche für einen gäbigen Parkplatz.
Mehr
Frieden herrscht da bei der Pollerfrage. Zwar wird hie und da in Bümpliz ein
Taxi aufgespiesst, berichtet der Bund. Doch die Pollerpläne in der Matte ruhen
friedlich in einer Gerichtsschublade. Denn wer weiss, vielleicht kommen ja doch
noch irgendwann mal Hoschwasser Schutzmassnahmen und dann braucht’s scheint’s
sowieso keine Poller mehr .
Wen das viele Aarewasser trotzdem nervös
macht, der kann ja eine Zigi anzünden – sofern er einen der mobilen Aschenbecher
ergattern konnte.
Dienstag, 18. August 2009
Seit zehn Jahren sind Nina und Suresh bereits im
Fischerstübli. Mit einem grossen Fest wurde 1999 gefeiert und zehn Jahre später
wird ein weiteres grosses Fest steigen.
Am 21. August 2009 ab 17.00 gibt
es Apéro und viele Überraschungen. Zum Glück für Nina und Suresh, zum Pech für
diejenigen, die sich zum Essen nicht angemeldet haben – total ausgebucht – so
wird man immerhin den einen oder andern zum Apéro treffen.
Herzlichen
Glückwunsch
Donnerstag, 13. August 2009
Nach dem Spatenstich im Januar 2008 kommt es nach nur
anderthalb Jahren Bauzeit zum langersehnten Durchbruch zwischen dem alten Graben
und dem neuen Park. Mit der neu geschaffenen Verbindung ist für die Berner Bären
symbolisch das Tor zur Freiheit geöffnet worden.
Anderthalb Jahre nach dem
Spatenstich ist der Durchbruch zwischen den alten histori-schen Mauern des
Bärengrabens und dem neuen, tiergerechten BärenPark am Aare-ufer erfolgt.
„Symbolisch öffnen wir den Bären damit ein Tor zur Freiheit“, meint
Ge-meinderätin Barbara Hayoz erfreut. Damit wird das alte Wahrzeichen von Bern
in neu-em Glanz erstrahlen.
Die Bauarbeiten am BärenPark kommen planmässig
voran, womit der Übergabe des Parks an die Berner Bevölkerung und die
Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland im Oktober dieses Jahres –
unter Vorbehalt von Naturereignissen – nichts mehr entgegen steht.
Die
Mobiliar hat die Bedeutung des BärenParks früh erkannt. Urs Berger, CEO der
Mobiliar meint: „Der Durchstich hat Symbolcharakter. Wir blicken vorwärts in den
neuen BärenPark und schliessen das Kapitel Bärengraben damit ab.
Am 25.
Oktober 2009 eröffnen wir den neuen BärenPark mit einem farbigen Volksfest!“
Donnerstag, 13. August 2009
Am 13. August 2009 feiert Fritz Gilgen in der Matte
seinen 80. Geburtstag. Fritz kennt jeder in der Matte. Der agile Fritz schwingt
sich locker auf sein Velo, braust jeweils um die Kurven und manchmal hat man den
Eindruck, dass man es mit einem zwanzigjährigen zu tun hat.
Fritz wir
wünschen dir von Herzen einen schönen Geburtstag und nur das Beste. Wir wissen
auch, dass Lisa dich immer begleiten wird.
Mittwoch, 12. August 2009
Die Aktion des Matte-Leist gegen den Durchgangsverkehr vom 12. August war ein voller Erfolg und wird am Montag 24. August ab 17.00 wiederholt. Rund 50 Mättelerinnen und Mätteler spazierten gemütlich über den Fussgängerstreifen zwischen den Schulhäusern. Es wurde gelacht und diskutiert.
Die rund 200 AutomoblistInnen, die während der Zeit von
17.30 – 18.00 durch die Matte fuhren mussten mit Verzögerungen rechnen. Die
einen nahmen es mit Humor, andere ärgerten sich gewaltig und einige wendeten
mitten auf der Fahrbahn. Einer hingegen sagte “Ach, das ist jetzt gar nicht so
schlecht, so kann ich meine SMS in aller Ruhe schreiben.”
Ein Automoblist wurde sehr persönlich, als ich ihn darauf aufmerksam machte,
dass hier Durchgangsverbot sei. “Gehen Sie doch dorthin zurück von wo Sie
kommen, Sie sind ja nicht einmal eine Bernerin.” Daraufhin fragte ich ihn
höflich “Wohnen Sie den in der Matte, ich habe Sie noch gar nie hier unten
gesehen.” Darauf brummelte er ärgerlich, ob ich den die Matte gepachtet hätten.
“Nein, aber wir wohnen hier.” Darauf hin blieb er ruhig und war froh, als er
endlich weiterfahren konnte.
Das Flugblatt des
Matte-Leists an die Adresse der wartenden Lenker fand nicht überall Anklang:
"Liebe Autofahrerin
Lieber Autofahrer
In der Matte gilt ein
Durchfahrtsverbot. Wir wären froh, wenn Sie dieses respektieren würden.
Falls Sie trotz des Verbotes durch unser Quartier fahren, halten Sie sich
zumindest an die Tempolimite von 30 km/h.
Besten Dank,
Ihre Mätteler
und Mättelerinnen"
Montag, 10. August 2009
Liebe Mattebewohnerin, Lieber Mattebewohner
Liebe Gewerbetreibende und
Erwerbstätige aus der Matte
Die Verkehrssituation in der Matte ist nach wie vor unbefriedigend. Insbesondere
in den Stosszeiten am Morgen und am Abend ist das Verkehrsaufkommen gross. Eine
Mehrheit der Autos durchquert die Matte verbotenerweise und missachtet das
Fahrverbot mit Zubringerdienst. Sehr oft wird auch die Tempolimite von 30km/h
nicht respektiert. Diese Situation gefährdet Kinder und ältere Menschen und ist
für alle, die zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind, eine Belastung. Sie
führt in gewissen Mattehäusern auch zu einer starken Lärmbelastung.

Eine
Gruppe von Eltern mit kleinen Kindern möchte sich dafür einsetzen, dass die
Verkehrsregeln in der Matte besser eingehalten werden:
Die Respektierung
von Zubringerdienst und Tempolimite würde die Lebens- und Arbeitsqualität in der
Matte für alle verbessern.
In Absprache mit dem Matte-Leist werden wir
beim Zebrastreifen vor den Matte-Schulhäusern die Strasse durch häufiges und
langsames Überqueren in der Stosszeit am Abend kurz sperren. Mit dem dadurch
verursachten „Stau“ führen wir vor Augen, wie viele Autos die Matte durchqueren.
Die Fahrer und Fahrerinnen werden mit einem Flugblatt auf die Problematik
hingewiesen. Es kann sein, dass auch Anwohner und Anwohnerinnen oder
Gewerbetreibende und Erwerbstätige aus der Matte eine kurze Wartezeit beim
Heimkommen oder Wegfahren in Kauf nehmen müssen. Dafür entschuldigen wir uns und
hoffen auf Verständnis.
www.matte.ch meint: Eine Superidee vom Matteleist. Es kann tatsächlich nicht sein, dass man zu Stosszeiten fast nicht auf die andere Strassenseite kommt. Wir unterstützen diese Aktion …
Donnerstag, 27. August 2009
Liebe Anwohnerinnen und Anwohner
Das
Programm am diesjährigen „Mattefescht“, vom Donnerstag, 3. bis Samstag, 5.
September 2009 in der Matte in Bern, verspricht ein Querschnitt durch das
Schaffen von „50 Jahre Berner Rock“. Zu diesem Anlass möchten wir Ihnen gerne
ein paar wichtige Informationen mitteilen:
Im Vergleich zu den bisherigen
Anlässen werden diesmal anstelle von bisher 57 Ständen lediglich 40 Stände auf
dem Areal stehen. Hinzu kommt, dass wir wie schon beim letzten Mal die neuen
Gesetzesregelung Mehrwertgeschirr (gegen Depot) verwenden werden.
Durch
die Zusammenarbeit mit dem Werkhof der Stadt Bern, ist auch die
Abfallbeseitigung geregelt. Für die Sicherheit werden wiederum die Broncos
Security vor Ort sein. Die Hauptzugänge von der Schifflaube sowie nach der
Burgertreppe, werden durch Eintrittskontrollen betreut. Neu werden wir einen
Unkostenbeitrag von CHF 10.– für einen Festbändel erheben, der für alle 3 Tage
gültig ist. Anwohner erhalten Gratiszugang.
Der Samariterposten befindet
sich während der ganzen Veranstaltung beim Aarerechen neben dem Schulhaus. Als
Parkplatz für die Standbetreiber und AnwohnerInnen dienen der P-Klösterlistutz,
sowie die Aarstrasse (nur Stadtseite), welche von Verkehrskadetten vor Ort
betreut werden.
Auch an diesem Anlass wird es vor allem während den Aufbau- und
Abbautagen zu grösseren Verkehrsbehinderungen und Nachtlärm von BesucherInnen
kommen. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis und Toleranz, wofür wir uns auch
als Veranstalter um einen reibungslosen und friedlichen Anlass bemühen werden.
Das OK Mattefescht
VEREIN MATTEFESCHT – POSTFACH 119 – 3000 BERN 13
Montag, 24. August 2009
Nachdem bereits am Mittwoch 12. August 2009 mit einer Aktion auf den ungewöhnlich hohen und illegalen Durchgangsverkehr durch das Wohnquartier Matte hingewiesen wurde, konnte die Aktion heute wiederholt werden. Rund 100 Mätteler und Mättelerinnen standen um 17.00 bereit zu einer weiteren Fussgängerstreifen-Bummel bei den Matte-Schulhäusern. Alexandra Flury vom Matteleist wies darauf hin, dass es wichtig sei, nicht auf dem Fussgängerstreifen stehen zu bleiben, sondern sich zu bewegen und zügig über den Streifen zu gehen. Die Automobilisten wurden per Handzettel darauf hingewiesen, dass durch die Matte ein Durchgangsverbot herrscht. In der Stunde, in der die Aktion durchgeführt wurde, fuhren rund 400 Autos durch die Matte – dies ist eindeutig zu viel. Einige der Automobilisten hatten sehr viel Verständnis und andere verloren die Nerven. Es kam immer wieder zu hitzigen Diskussionen. Ob wohl das heisse Wetter dies gefördert hat?
Leider verlief es diesmal nicht ganz so friedlich, was ich persönlich sehr schade fand. Und als dann um 18.00 auch noch die Polizei einfuhr und uns Polizist Burgener dahingehend belehrte, dass wir mit dieser “Nötigung” sogar ins Gefängnis kommen könnten, war das Unverständnis unter den Mättelern ausgesprochen gross. Auf die Aufforderung der “Demonstranten” hin, das wäre doch jetzt eine gute Gelegenheit die illegal die Matte Durchquerenden aufzuschreiben, zuckte die Obrigkeit bloss die Schultern. Für Kontrollen fehle scheints das Geld (und wahrscheinlich der Wille), aber so eine freche Demo, die muss man schleunigst auflösen, mei mei, wokämen wir da hin.
Immerhin fand man am Schluss auch mit der Polizei versöhnlichere Töne. Jedenfalls ist man sich seitens der Matte – Bevölkerung einig, dass die Aktion wiederholt wird. Ob dann wieder 100 Leute oder noch mehr Mätteler da sind wird sich zeigen. Die Autos jedenfalls werden bestimmt da sein. Und vielleicht sogar die Polizei.
Donnerstag, 20. August 2009
“Es ist so ruhig in der Matte”, denke ich für mich. Ah, ja klar, an der Aarstrasse werden Bäume geschnitten, gepflegt. Ein grosser Kran trohnt an der Aarstrasse. Die Baumarbeiter sind mit ihren Motorsägen unterwegs. Wie angenehm ist es doch, die Fenster wieder ein Mal geöffnet zu haben ohne vom Verkehrslärm vollgedröhnt zu werden.
Nicht alle haben begriffen, dass es kein Durchkommen durch die Matte gibt. Viele müssen beim Zähringer wenden. Einige verdrehen die Augen, schütteln den Kopf und fahren aus der Matte.
Diese Ruhe - es könnte immer so sein, wenn sich die Automobilisten an das Durchfahrsverbot halten würden. Das Wenden beim Zähringer scheint jedenfalls an diesem Tag überhaupt kein Problen zu sein – es ist wie eine Hauptprobe für den zu erwartenden Poller.
Dienstag, 18. August 2009
Zahlreich sind die Anstrengungen von schlauen und halbschlauen Hirnis, die
Probleme der Berner Matte zu lösen. Bloss – nichts geschieht; nach wie vor
brettert hartnäckig und unkontrolliert der Berner Stadtverkehr durch das mit
einem Durchfahrtstverbot und einem Nachtfahrverbot belegte Wohnquartier. Nach
wie vor herrscht ein Hochwasserrisiko, das beharrlich einer brauchbaren
Entschärfung harrt.
Die Lösung ist ebenso verblüffend wie einfach: Vom
Marzili bis zum Altenberg graben Stadt, Kanton und Bund einen Autotunnel, der
den gesamten Verkehr schluckt, der sowieso Matte und Marzili bloss durchqueren
will.
Bei Hochwassergefahr wird der Tunnel für den Verkehr geschlossen
und dient nach einigen kleinen Umstellungen als Abflussstollen, um den
oberflächigen Aareabfluss rund um die Stadt zu entlasten.
Gäbig he? Liebe
Ingis, die Idee von www.matte.ch ist gratis, wenn wir als erste mit dem
Trottinett durch den Tunnel brausen dürfen.
Dienstag, 18. August 2009
Dankeschön, Herr
Studer!
Der prächige Band, den Sie www.matte.ch freundlicherweise
überlassen haben, ist eingetroffen. Beim ersten Quer-Durchblättern sind wir ins
Staunen gekommen ob der Fülle an Informationen zur Berner Matte, die Eduard
Fallet zusammen getragen hat.
Trotz einigen Jahrzehnten Leben in der
Matte wird das Buch, das von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bern aus
Anlass ihres 75jährigen Bestehens im 1986 herausgegeben wurde, uns zahlreiche
neue Eindrücke vermitteln.
Wir werden mit grossem Vergnügen das Buch
lesen und das eine oder andere Bijou hier auf www.matte.ch aufbereiten – also,
Fortsetzung folgt.