Frisch notiert 30. September 2006
Das aufgestellte Ali-Team (von links nach rechts: Rosmarie Bernasconi (Verlegerin), Peter Maibach (Text), Adrian Zahn (Zeichnungen, Sabrina Gander (Lektorat)) bei der Buchpremiere in der Krone-Bar in der Berner Altstadt.
Die Zahlen: der zweite Comic von Adrian Zahn und Peter
Maibach, das 24. Buch im Verlag und zehn Jahre Kleinst-Verlag Einfach
Lesen, das will gefeiert werden! Umgeben von zahlreichen Fan's und guten
Freunden schickt Verlegerin Rosmarie Bernasconi den frechen und schrägen
Comics rund um eine frei erfundene Stammtischrunde, irgendwo hinten
rechts in der Schweiz, auf die Reise.
Den Comic gibt's natürlich im Buchladen Einfach Lesen in der Matte.
Polleri und Pollera
Mir gefallen die lustigen Töggel. Die kann ich mit der
Fernbedienung vom Papi hinauf und hinab lassen. Und immer wenn
ein Fremder ohne Fernbedienung kommt, mache ich auf und bekomme
einen Batzen. Und wenn ich viel spare kaufe ich mir davon einen
Gameboy mit Autorennen drauf.
Poller sind sexy
Ich finde die neuen Poller geil. Die passen in die Matte. Sie
erinnern mich an die guten alten Zeiten als es noch Salons gab
und man rauchen durfte. Aber Obacht: den Verkehr regeln heisst
ja nicht gleich den Verkehr abstellen.
Poller sind das letzte
Also diese Dinger sind einfach degoutant. Das passt nicht zu
uns in der Matte! Andererseits, wenn man dieses ehm, dieses Ding
einfach so auf Knopfdruck versorgen könnte, das hat schon etwas
an sich.
Und das meint www.matte.ch zu den Sachars: Poller polarisieren!
Medienmitteilung der
Informationsstelle der Berufsfeuerwehr Bern
bfb. Nachdem
die Aare in der Stadt Bern im Verlauf des Montagnachmittags eine
Durchflussmenge von 360m/s erreicht hat, wurden die Anwohner in
den gefährdeten Gebieten kurz nach 17.15 Uhr mittels SMS-Alarm
aufgefordert, ihre Kellerräumlichkeiten auf allfällige
Grundwassereinbrüche zu kontrollieren und allenfalls zu räumen.
Die Hochwassersituation wird von einem kleinen Führungsstab
fortlaufend überwacht und analysiert.
Die Absenkung des Thunersees und das Anschwellen der Zuflüsse
der Aare nach den Starkniederschlägen führten im Verlauf des
Montagnachmittags bei der Messstation Schönau zu einer
vorübergehenden Durchflussmenge von 360m³/s. Kurz nach 17.15 Uhr
wurden die Bewohnenden in den gefährdeten Gebieten entlang der
Aare mittels einer vorsorglichen SMS-Meldung auf das mögliche
Eindringen von Grundwasser aufmerksam gemacht und zur
Überwachung der Kellerräumlichkeiten aufgefordert.
Aufgrund der neuesten Prognosen von Meteo Schweiz und des
Wasserwirtschaftsamtes des Kantons Bern sind keine markanten
Niederschläge mehr zu erwarten, was zu einer raschen Entspannung
der momentanen Hochwassersituation führen dürfte. <
Ein kleiner Führungsstab unter der Leitung des
Gesamteinsatzleiters Hochwasser Aare Stadt Bern überwacht
und analysiert seit gestern Sonntag fortlaufend die
Hochwassersituation in der Stadt Bern.
Wir drücken unser Mitgefühl aus, für alle die diesmal nicht von
Hochwasser verschont blieben und wünschen euch ganz viel Kraft.
Der Pegelstand stieg an, es ist aber nicht bedrohlich.
Das berühmte SMS der Feuerwehr wurde am 18.9.06 um
17.15 verschickt - allerdings als Vorsorgemassnahme, weil das
Vorsorgliche Meldung: Anstieg der Aare
mach Eindringen von Grundwasser möglich. Keller kontrollieren,
evtl. räumen. Bitte Nachbarn informieren. Absender ELZ Stapo
+41313212020
So der
Wettergott es nicht mehr regnen lässt, wird sich die Lage hier in der Matte
weiterhin beruhigen.
| Datum | maximaler Durchfluss Messstation Schönau | maximaler Pegelstand Messstation Schönau | maximaler Pegel im Matte-Quartier |
|---|---|---|---|
| 16.5.1999 | 620 | 504.63 | 499.74 |
| 3.6.2004 | 487 | 504.16 | 499.24 |
| 22.8.2005 | 605 | 502.64 | 500.88 |
| 18.9.2006 | 364 | 503.60 | |
| 19.9.2006 | 305 | 503.28 |
Heute morgen 18.09.06 um 07.20 war ich nicht die Einzige in der Matte, die einen besorgten Blick auf die Aare warf. Aber die Leute sind gelassen und hoffen auf Wetterbesserung. Die Feuerwehr fuhr ebenfalls schon durch die Matte, um die neuralgischen Punkte zu begutachten. Und solange das "Warn-SMS" von der Feuerwehr noch nicht kommt, ist es nach wie vor kein Grund zur Panik.
Ich
bin keine Mättelerin. Ich bin aber auch keine Glarnerin, obwohl ich in
Glarus geboren und in Linthal aufgewachsen bin. Ich bin eine Tessinerin
obwohl ich kein Italienisch spreche und erst ein Mal in meinem Heimatort
Chiasso war. Im Glarnerland hat es mir gut gefallen, niemandem kam es in
den Sinn mich zu fragen, wie echt ich sei.
Dann habe ich lange in der Nähe von Zürich gelebt und in Zürich
gearbeitet – selbst dort hat mich niemand gefragt ob ich eine richtige
Zürcherin bin, ich konnte schon recht gut und schnell Züritütsch
parlieren.
Nun lebe ich seit 16 Jahren in der Matte – ich gestehe, ich kann weder
Berndeutsch noch Matteänglisch. Dennoch verstehen mich die Leute und mir
gefällt es hier unten an der Aare – obwohl ich doch gar nicht eine ächte
Mättelerin bin. Merci, liebe echte Mätteler.
Etwa hundert bis zweihundert eher verträumt wirkende Demonstranten trotteten den sechs Mobiles durch die Matte nach. Es ist ja auch recht heikel, mit einem Becher Bier in der einen Hand, das Velo mit der anderen schiebend zu den lauten Beats zu tanzen und gleichzeitig das Motto zum Ausdruck zu bringen, das "neues Denken um nichtmaterielle Werte in den Vordergrund stellt“.
So bestand denn das spärliche Echo auf diese Miniparade aus Lärmreklamationen genervter Altstadtbewohner. Die Weltwirtschaft wird's nicht gekratzt haben.
Und hier ist zur grossen Freude wieder einmal ein
Rundbrief von Cosima Oesch und Rene Heer aus Nicaragua ...
Liebe Freunde, Freundinnen und Bekannte Bald ist es ein
Jahr her, seit wir den letzten Rundbrief verfasst haben. Viel
Arbeit, innere und äussere Umstände hatten uns bisher davon
abgehalten. Darum berichten wir erst heute und in Form einer
umfangreichen „Jahresausgabe" von der mittleren Phase unseres
Einsatzes in Nicaragua. ...
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