Frisch notiert 31. Juli 2006
Kurz nachdem das alljährliche Schulfest begann, entluden sich die
Gewitterwolken. Das Donnern und Blitzen und der heftige Regen, hielten
die zahlreichen Schüler und Eltern nicht davon ab, tüchtig das Ende des
Schuljahres zu feiern. In Windeseile wurden die Bänke und Tische vom
Schulhausplatz in die Turnhalle getragen - alle halfen tatkräftig mit.
Innert kürzester Zeit war die Turnhalle bis zum letzten Platz besetzt.
Die Wetterfesten blieben draussen und warteten bis ihre Bratwurst zum
Essen bereit war. Der Koch rührte heftig in der Risottopfanne und der
Griller sah man nur noch durch die Rauchschwaden. Beide hatten sie alle
Hände voll zu tun, denn es blies ein heftiger Wind. Um 18.30 war es
dunkle Nacht und der Regen prasselte nieder. "Es ist nicht anders wie im
letzten Jahr", meinte Pesche lakonisch. "Auch im letzten Jahr,
begann es kurz nach Beginn zu regnen. Wir sind ja Wasser erprobt",
meinte er lachend und verschwand im Regen, vermutlich um am
Bratwurststand anzustehen!
Bald ist es ein Jahr her, seit das Mattequartier überschwemmt wurde. Das
Quartier wurde aufgebaut - einige sind zurück - andere sind weggezogen.
Der 22. August 2006 ist ein Tag wie jeder andere, könnte man meinen - oder
doch nicht? Der eine oder die andere wird sich an den 22. August 2005
erinnern, der doch einiges verändert hat. Und genau diese Veränderung
möchten Restaurants, Verkaufsgeschäfte, Gewerbebetriebe der Bevölkerung
zeigen. Die Türen stehen von 14.00 - 18.00 offen - und wer Lust hat kann
sich am Abend im Wöschhüsi ab 18.00 bei einem Grillplausch treffen.
Beide haben am gleichen Tag Geburtstag. Evelyn Manz und Sven Gubler feierten am 27.7. im Berner Mattequartier ihre Geburtstage. Und zwischen den beiden liegen 11 Jahre - Sven feierte seinen runden Geburtstag.
Brigitta Müller hat sich ein ganzes "Harem" schmucker Burschen geangelt ... nicht etwa zu ihrem Vergnügen, nein, nein ... Frau Müller ist mit Hab und Gut un mit kräftiger Hilfe in die Matte gezügelt ...

Nach einem Regentag hofften viele auf einen trockenen Abend, um das traditionelle Feuerwerk im Schwellenmätteli zu sehen. Um 22.30 war es dann soweit - ein sternenklarer Himmel zeigte sich über der Aare, so dass das herrliche Feuerwerk für viele Zuschauer zum Genuss wurde.
aus einem E-Mail an die www.matte.ch im Juli 2006
Etwa einmal monatlich für eine Woche oder mindestens ein paar Tage sind
wir als Exil-Appenzeller „Mätteler“ geworden - und wir haben es sehr,
sehr genossen.
Bisher haben wir die Belästigungen immer noch als einigermassen
erträglich empfunden. Das nun offenbar bald einmal voll ausgeschöpfte
Steigerungspotenzial hat uns nun aber doch sehr überrascht. Noch um drei
oder vier Uhr morgens hatte man ab und zu den Eindruck, dass sich da
irgendwo gerade ein Fussballstadion geleert haben muss. Nicht wegen der
Massen, aber bezüglich der veranstalteten Begleitgeräusche mit der
vollständigen Palette von Gejohle, Rufenstattsprechen, Türenschletzen,
Motorenstarten, fröhlichem Flaschenwerfen und was es da sonst noch alles
gibt. Die Mätteler wissen ja seit Menschengedenken, wie rücksichtsvoll
diese lieben Mitmenschen, denen ich ja ihr Vergnügen von Herzen gönne,
mit den in dieser Umgebung leben müssenden Bewohnern umgehen.
Dann erlaube ich mir als einfacher Ostschweizer doch eine Frage: gilt denn
nun dieses Nacht-Durchfahrverbot durch die Matte oder gilt es eigentlich
nicht - oder vielleicht etwa nicht für ganz und gar alle? Was da
zwischen dem Einnachten und - in Zahl und Lautstärke zunehmend - gegen
den frühen Morgen nicht nur aus der Matte weg-, sondern vor allem von
vorn bis hinten und manchmal auch zwei- oder mehrmals durch sie
hindurchfährt, ist für uns „fremde Fötzel“ nun wirklich nicht mehr so
ohne weiteres zu verstehen. Hindurchfahren - auch verbotenerweise - wird
ja möglicherweise in Bern toleriert, wenn nur Geschwindigkeit und
dezibelmässige Begleitumstände in Grenzen blieben. Aber dass jede Menge
- ich betone jede Menge - Motorrad- und Auto“fahrer“ nicht nur mit hoch-
oder höchstübersetzten Geschwindigkeiten und dem entsprechenden, sich
zwischen den Häusern vervielfachenden „Sound“ durch diese Gasse blochen
soll verstehen wer will. Da frage ich mich vielleicht etwas sehr naiv:
wo sind denn da die zuständigen Instanzen, die diesem Treiben endlich
einmal vernünftige Grenzen setzen oder es - wie es eigentlich
„vorgesehen“ wäre - schlicht und ergreifend abstellen?
Wir haben’s einfach. Weil wir das nicht mehr mitmachen, haben wir unsere
Wohnung soeben gekündigt. Wir sind zwar traurig, dass wir nun aus der
Matte wegziehen müssen. Aber wir wollen uns das einfach nicht mehr
antun.